News-Blog zur Pandemie und Schweinegrippe von PandemieSet.ch
Di
09
Mär
2010
Aus den Fehlern lernen (AZ)
Es ist höchste Zeit, dass die zuständigen Experten aus Medizin, Gesundheitsverwaltung und Politik sich an einen Tisch setzen, um aus den Erfahrungen des vergangenen Herbstes zu lernen. Damals löste das Auftreten der Schweinegrippe eine beispiellose öffentliche Hysterie aus, in deren Verlauf vernünftige rationale Gründe und Erwägungen nicht mehr durchdrangen. Die Antwort auf die Frage: „Hast du dich schon impfen lassen?" mutierte im Freundes- oder Kollegenkreis fast zu einer Art Glaubensbekenntnis. Selbst ernannte Pandemie-Experten hatten in den Medien Hochkonjunktur, konnten ihr wissenschaftliches oder medizinisches Halbwissen munter verbreiten.
Die Frage ist nicht ob,
sondern wann die nächste Pandemie ausbricht.
Doch auch wenn die H1N1-Grippe weniger gefährlich verlief als befürchtet: Die Gefahr der Ausbreitung einer neuen und dann vielleicht schlimmeren Pandemie ist zu ernst, um sie geltungsbedürftigen Halb-Experten oder interessengeleiteten Politikern zu überlassen. Die Experten müssen aus den Fehlern des vergangenen Herbstes lernen. Es muss eine zentrale Stelle geben, die alle Informationen sammelt, diese bewertet und die erforderlichen Maßnahmen mit der gebotenen Autorität durchsetzt. Der Schutz der Bürger - bei der Schweinegrippe waren dies vor allem Kinder und Jugendliche - muss dabei das höchste Gut sein. Das umfasst die Aufgabe, die Vorbeugung sicherzustellen und alle Kranken medizinisch zu behandeln. Und es bedeutet auch, jeglichen Anflug von Hysterie zu vermeiden.
(AZ)
Mo
08
Mär
2010
Schweinegrippe: Immer mehr Klagen über schwere Impfnebenwirkungen (IVZ)
Münster - Die ganz große öffentliche Aufregung um die Schweinegrippe hat sich in Deutschland vorerst gelegt - doch die medizinische, politische und juristische Aufarbeitung der Pandemie läuft derzeit auf Hochtouren. Nach Informationen der IVZ Zeitung klagen 1382 Deutsche Bundesbürger zum Teil schwere Nebenwirkungen nach der Impfung - Tendenz steigend.

PandemieSets schützen jederzeit, gegen jede Grippe
Unter den Symptomen sind neben Fieber (302) und Schmerzen an der Impfstelle (283) vor allem Kopfschmerzen und Schüttelfrost. Über 100 Geimpfte berichten, in Folge der H1N1-Impfung sogar einen Kreislaufkollaps erlitten zu haben. „Die Gesundheitsämter und unsere Experten untersuchen zurzeit, ob die Nebenwirkungen tatsächlich durch den Impfstoff hervorgerufen worden sind oder es sich um eine zufällig aufgetretene Krankheit handelt, die auch ohne die Impfung aufgetreten wäre", sagt Susanne Stöcker, Sprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts in Frankfurt am Main.
Die vorliegenden Daten - Stichtag ist Ende Februar - legen allerdings die Vermutung nahe, dass sich die Befürchtungen um schwere Nebenwirkungen durch den Impftstoff-Verstärker grundsätzlich wohl nicht bewahrheiten würden. „Bisher gehen wir davon aus, dass die Nebenwirkungen nach der Schweinegrippe-Impfung nicht stärker sind als bei der normalen Grippe." In Nordrhein-Westfalen liegen zurzeit vier Klagen von Patienten vor, die behaupten, nach der Impfung ernsthaft erkrankt zu sein.
Eine Frau aus Warendorf hatte beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Münster Antrag auf Entschädigung gestellt. Ein weiterer Antrag wird in Kürze erwartet und in Münster geprüft. Hinter den Kulissen wird derzeit über ein besseres Management für mögliche neue Grippe-Pandemien beraten. Neben einer verbesserten Öffentlichkeitsarbeit stehen dabei vor allem einzelne Ärztefunktionäre in der Kritik. „Da haben einige doch sehr viel Unsinn erzählt", sagt ein Teilnehmer des Expertengremiums.
(IVZ)
Mi
24
Feb
2010
Trifft die Schweinegrippe-Pandemie jetzt Afrika? (Nachrichten.ch)
Genf - Die Schweinegrippe ist noch nicht vorbei: Dieser Meinung ist die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach Konsultation verschiedener Experten. Für eine Entwarnung sei es zu früh, erklärte die WHO in Genf. Sie hält deshalb an der höchsten Alarmstufe fest.

Die Gefährlichkeit des H1N1-Virus nehme in verschiedenen Teilen der Erde ab, etwa in Nordamerika und in Europa, sagte WHO-Experte Keiji Fukuda. Doch in Asien und Osteuropa sei es immer noch aktiv. Beunruhigt ist die WHO vom Auftreten neuer Schweinegrippe-Fälle in Westafrika, etwa in Senegal und Mauretanien.
Zudem beginne auf der südlichen Hemisphäre der Winter, was die Grippe-Anfälligkeit fördere, warnte die Organisation.
Zunahme der Grippefälle befürchtet
Sie befürchtet deshalb eine Zunahme der Grippefälle in dieser Region. Die WHO hält deshalb an ihrem im Juni erlassenen Dispositiv fest. In einigen Wochen soll die Situation erneut beurteilt werden.
Mi
03
Feb
2010
Aktionsverkauf wegen Lagerrückbau
Profitieren Sie jetzt von unserem Lagerrückbau. Diverse Artikel erhalten Sie zu Preisen zwischen 30 und 60 Prozent unter dem empfohlenen Verkaufspreis!
Aktuell: Unsere Artikel jetzt bei Ebay kaufen!
Angebot so lange Vorrat reicht.
Di
29
Dez
2009
WHO wehrt sich gegen Vorwürfe (NZZ)
Im Fall der Schweinegrippe sei man nicht überhastet vorgegangen. Die WHO-Generalsekretärin Margaret Chan hat sich gegen Vorwürfe gewehrt, wonach ihre Organisation im Fall der Schweinegrippe zu übertrieben vorgegangen sei. Zugleich glaubt sie, dass viele Länder noch nicht genügend auf Pandemien vorbereitet sind.
Gemäss Margaret Chan sind die WHO-Beschlüsse zur Schweinegrippe einstimmig gefällt worden. (Bild: Reuters)Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Vorwürfe zurückgewiesen, im Falle der Schweinegrippe zu alarmistisch vorgegangen zu sein. Nach Ansicht von WHO-Direktorin Margaret Chan ist die Welt noch nicht für einen stärkeren Erreger als das Virus H1N1 gewappnet.
Erste Pandemie seit vier Jahrzehnten
«Die WHO hat sich für eine sehr vorsichtige Vorgehensweise entschieden, trotz der Tatsache, dass es sich um die erste Pandemie seit vier
Jahrzehnten gehandelt hat», sagte Chan in einem Interview mit der Westschweizer Tageszeitung «Le Temps». Sie hätte nie die Pandemiestufe ausgerufen, wenn sie nicht über solide Argumente verfügt
hätte.
Im Falle der Schweinegrippe-Epidemie sei es klar gewesen, dass sich das Virus dauerhaft in mehr als zwei Kontinenten festgesetzt habe. «Wir sind dann alle zum gleichen Schluss gekommen und haben den Entschluss einstimmig gefasst, am 11. Juni 2009 die Pandemiestufe auszurufen», sagte die WHO-Chefin.
Überlegteres Vorgehen als bei Sars
Bei der Schweinegrippe-Epidemie sei die WHO viel überlegter und sorgfältiger vorgegangen als etwa bei der Sars-Epidemie 2003, obschon das
Ausmass der Ansteckungen massiv grösser gewesen sei. Die Pläne für Alarmierung und Diagnose seien in vielen Ländern nun viel schneller auf die Beine gestellt worden, sagte die chinesische
Medizinerin in der Dienstagsausgabe der Zeitung.
Trotzdem sei man im Kampf gegen solche Pandemien noch nicht ausreichend vorbereitet. Ohne eine genaue Beobachtung von Tierseuchen gehe es nicht mehr, seien doch drei Viertel der neu aufgetauchten menschlichen Krankheiten aus der Tierwelt gekommen.
Noch längere Dauer
Chan geht davon aus, dass die Schweinegrippe wohl erst 2011 besiegt sein werde. In den kommenden sechs bis zwölf Monaten müsse der Verlauf der
H1N1-Pandemie beobachtet werden, sagte die WHO-Generaldirektorin sagte sie im «Le Temps»-Interview weiter. «Es ist zu früh zu sagen, dass wir weltweit den Höhepunkt der Pandemie überschritten
haben», sagte Chan.
(NZZ)
Mo
07
Dez
2009
Fast 200 Fälle unerwünschter Nebenwirkungen nach H1N1-Impfung (SF Tagesschau)
Beim Schweizerischen Heilmittelinstitut Swissmedic sind bis Ende November 197 Meldungen zu unerwünschten Nebenwirkungen nach der Schweinegrippeimpfung. Rückschlüsse auf die einzelnen Impfstoffe können noch keine gezogen werden. Es fehlt die Anzahl geimpfter Personen.
Das Heilmittelinstitut hat im November eigens für die Erfassung von unerwünschten Nebenwirkungen das «Pandemie Portal» eingerichtet und die Ärzte angehalten, ihre Meldungen einzutragen. Dabei zeigte sich, dass 169 Meldungen den Impfstoff Pandemrix, 25 Focetria und drei Celtura betreffen.
Diese Einseitigkeit heisse aber nicht, dass Pandemrix am schlechtesten verträglich sei, betonte der Swissmedic-Sprecher. Er werde einfach am häufigsten eingesetzt. Plausible Rückschlüsse von den Nebenwirkungen auf die Impfstoffe seien erst möglich, wenn die Anzahl geimpfter Personen bekannt sei - laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) voraussichtlich Mitte Januar.
Erwartete und unerwartete Reaktionen
44 Meldungen verbucht Swissmedic auf dem Portal unter «schwerwiegende und erwartete Reaktionen». Das bedeutet, dass die Nebenwirkungen
in der Fachinformation des Impfstoffes erwähnt sind. Meist sind das allergische Reaktionen wie Blutdruckabfall oder Fieber und Schüttelfrost.
«Schwerwiegende und unerwartete Reaktionen» verzeichnet das Portal 28. Rund die Hälfte davon, darunter kurzzeitige Ohnmacht, wurden laut Swissmedic nicht durch die Impfung verursacht.
«Durch die schnelle Produktion und Zulassung konnten nicht alle Nebenwirkungen abgeklärt werden.»
In zwei Fällen kam es nach der Impfung mit Focetria zu einer Totgeburt. In einem Fall habe die Ursache bei «vorbestehenden chronischen Risikofaktoren» gelegen, schreibt Swissmedic. Ein «kausaler Zusammenhang» mit der Impfung sei somit ausgeschlossen. Der zweite Fall ist noch in Abklärung.
Fünf Todesfälle nach Impfung
Fünf der sieben Todesfälle in der Schweiz wurden dem Institut nach der Impfung gemeldet. Bei vier Personen wurde Pandemrix gespritzt, im 5. Fall
wurde der Impfstoff nicht angegeben.
Eine Person war über 80, drei über 70 und eine über 60 Jahre alt. Vier von ihnen litten an schweren chronischen Erkrankungen. Bei ihnen kann ein Zusammenhang mit der Impfung laut Swissmedic
ausgeschlossen werden. Der 5. Todesfall betrifft den über 80 Jahre alten Patienten und wird zur Zeit abgeklärt.
Nur 12 Prozent lassen sich impfen
Die über das Portal gesammelten Daten werden mit jenen der Weltgesundheitsorganisation WHO abgeglichen, wie der Swissmedic-Sprecher
ausführte. Dabei gehe es insbesondere darum, mehr Erfahrungen mit den Wirkungen der Impfstoffe auf den Körper zu sammeln.
«Durch die schnelle Produktion und die schnelle Zulassung konnten nicht alle Nebenwirkungen abgeklärt werden. Deshalb ist eine Marktüberwachung nun umso wichtiger.»
Nach Abschluss der Impfaktion wird eine Endauswertung gemacht. Für die Schweiz dürften die Verantwortlichen aller Voraussicht nach aber nicht mit einem allzu grossen Datensatz rechnen können. Bei
einer Umfrage des BAG zwischen dem 9. und dem 24. November gaben gerade mal 12 Prozent an, sich impfen zu lassen.
Fr
04
Dez
2009
Sieben Schweinegrippetote - Impfbereitschaft sinkt (news.ch)
Bern - Die Schweinegrippe breitet sich weiter aus. Die Erkrankungen haben auch in der vergangenen Woche zugenommen, wenngleich etwas weniger stark als zuvor. Insgesamt sind bisher sieben Personen gestorben, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilte.
Zu den bereits bekannten fünf Todesfällen kamen ein Kleinkind und eine 54-jährige Person hinzu. Beide seien bereits vor der Ansteckung mit der Schweinegrippe «sehr schwer krank» gewesen, betonte BAG-Experte Daniel Koch.
In der vergangenen Woche suchten hochgerechnet rund 33'000 Personen wegen Grippesymptomen einen Arzt auf. Die Zahl der bestätigten Fälle von Schweinegrippe stieg um 2348 auf 8735.
17 Personen mussten in Spitalpflege gebracht werden, so dass mittlerweile insgesamt 176 Personen hospitalisiert worden sind. 40 Patienten benötigen Intensivpflege.
Drei Viertel vertrauen Hygienemassnahmen
Die Bereitschaft der Bevölkerung, sich impfen zu lassen, hat laut dem BAG abgenommen. Bei einer zwischen dem 9. und dem 24. November durchgeführten Befragung gaben nur 12 Prozent an, sich impfen zu lassen. Bei Umfragen im Juni und im August, als noch weniger über den Verlauf der Krankheit bekannt war, hatten sich mehr Menschen impfbereit erklärt.
Inzwischen hat sich die Wahrnehmung der Krankheit verändert: Als Grund dafür, sich nicht impfen zu lassen, gaben viele der Befragten den bisher milden Verlauf der Erkrankungen und mangelnde Kenntnisse über die Sicherheit des Impfstoffes an. Laut der von Demoscope durchgeführten Befragung vertrauen drei Viertel auf persönliche Hygienemassnahmen.
Di
24
Nov
2009
Pharmakonzern ruft Schweinegrippe-Impfstoff zurück (Spiegel)
Der Pharmakonzern GlaxoSmithKline hat in Kanada eine Charge seines Schweinegrippe-Impfstoffs zurückgerufen. Grund ist der Verdacht auf eine Häufung schwerer Allergien. Den Impfstoff in Deutschland betreffe das nicht, sagt die Firma.
Schützen Sie sich mit Ihrem persönlichen PandemieSet
Jetzt von Schweizer Qualität und gratis Porto profitieren
London - In Kanada wird mit dem Impfstoff Arepanrix gegen Schweinegrippe geimpft. Nach Angaben der Herstellerfirma GlaxoSmithKline (GSK) ist er "sehr ähnlich, aber nicht identisch" mit dem Impfstoff Pandemrix, der bei der Immunisierung der deutschen Bevölkerung - Schwangere sowie einige Beamte und Soldaten ausgenommen - zum Einsatz kommt. Nun gibt es Berichte darüber, dass bei einem Teil des kanadischen Arepanrix-Impfstoffs überdurchschnittlich viele Anaphylaxien aufgetreten sein könnten. Das sind Überreaktionen des Immunsystems, die im schlimmsten Fall bis zum tödlichen Kreislaufversagen, dem anaphylaktischen Schock, reichen können.
Mediziner seien angewiesen worden, Dosen aus der betroffenen Charge mit der Kennung A80CA007A nicht zu verwenden, teilte GSK mit. Firmensprecherin Gwenan White sagte, ihre Firma habe die kanadischen Gesundheitsbehörden schon am 18. November informiert. Insgesamt seien 7,5 Millionen Impfdosen an die kanadischen Behörden geliefert worden. Möglicherweise betroffen sei nun eine Charge von insgesamt 172.000 Einheiten. Wie viele davon möglicherweise schon benutzt wurden, sagte Firmensprecherin White nicht.
Von einer Häufung der Allergiefälle nach Impfungen in Kanada berichtete zeitgleich auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO). "Wir müssen verstehen, was in Kanada passiert ist", sagte
WHO-Sprecher Thomas Abraham. Es bleibe aber einstweilen bei der grundsätzlichen Einschätzung seiner Organisation zu den möglichen Risiken der Impfung.
Auf Grundlage der Daten aus 16 Ländern, in denen insgesamt 65 Millionen Menschen geimpft worden seien, zeige sich eine geringe Zahl von Nebenwirkungen. Statistisch gesehen träten sie bei einer von 10.000 Impfungen auf. Von den registrierten Nebenwirkungen wiederum seien etwa fünf Prozent schwer bis tödlich, sagte Abraham.
"Der Rückruf in Kanada hat keine Auswirkungen auf Deutschland", betont GSK-Sprecher Markus Hardenbicker auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE. Seine Firma habe "höchste Qualitätsstandards bei der Produktion". Die in Deutschland gemeldeten Nebenwirkungen und ihre Anzahl lägen im erwartbaren Maß. Auch die europäische Zulassungsbehörde Emea habe am 20. November erneut die Sicherheit von Pandemrix bestätigt.
(Spiegel)
Sa
21
Nov
2009
Norwegen: Zwei von drei Infizierten an mutiertem Schweinegrippe-Virus gestorben (Spiegel)
Norwegische Mediziner haben ein mutiertes Schweinegrippe-Virus entdeckt. Von drei infizierten Patienten sind zwei gestorben, einer ist schwer erkrankt. Forscher sehen derzeit allerdings keinen Grund zu erhöhter Sorge: Das mutierte Virus scheint sich nicht zu verbreiten.
Gut geschützt gegen jede Grippe
Ein Muss für jede Hausapotheke.
Oslo - In Norwegen ist eine potentiell gefährliche Veränderung des H1N1-Virus gefunden worden. Wie die Gesundheitsbehörden an diesem Freitag mitteilten, könnte die Mutation dafür verantwortlich sein, bei Infizierten schwere Krankheitssymptome auszulösen. "Die Mutation könnte die Fähigkeit des Erregers beeinflussen, tiefer in die Atemwege einzudringen und so eine schwerere Form der Krankheit auszulösen", heißt es in einer Mitteilung des norwegischen Instituts für öffentliche Gesundheit.
Allerdings weise derzeit nichts darauf hin, dass die Mutation die Wirksamkeit der Impfstoffe und antiviralen Medikamente beeinträchtige, die gegenwärtig gegen die Schweinegrippe eingesetzt werden. Unklar sei, ob sich die veränderte Form des Virus von Mensch zu Mensch verbreite. "Ausgehend von dem, was wir derzeit wissen, scheint das mutierte Virus nicht in der Bevölkerung zu kursieren", sagte Geir Stene Larsen, Direktor des Instituts für öffentliche Gesundheit. Man gehe von "spontanen Veränderungen" des Erregers bei den drei Patienten aus.
Die beiden Menschen, die an der veränderten Form des Virus gestorben waren, gehören nach den Angaben der Behörden zu den ersten Todesopfern der Schweinegrippe in Norwegen. Bei späteren Opfern habe man zwar ebenfalls einige Mutationen des Virus entdeckt - aber nicht dieselben, die man zuvor bei den Toten gefunden hatte, sagte Larsen.
Harald Pors Muniz, Sprecher des Nationalen Institutes für Gesundheit in Oslo, äußerte sich im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE ähnlich: "Die Mutation beschränkt sich auf drei Personen, von denen zwei verstorben sind, und konnte nicht in der breiten Masse der Erkrankten nachgewiesen werden. Wir sehen diesen Fund als nicht so dramatisch an. Er war nur am Rande einer Pressekonferenz ein Thema", sagte er.
Norwegen ist relativ zu seiner Bevölkerungsgröße hart von der Schweinegrippe getroffen worden: 23 Menschen sind in dem Land gestorben. Weltweit kamen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bisher 6750 Menschen durch die Seuche zu Tode.
Experten halten Mutationen des H1N1-Virus nicht grundsätzlich für einen Anlass zur Sorge. Bisher wurden bereits mehrere Veränderungen nachgewiesen, doch keine führte zu einer erhöhten Gefahr. Grippeviren gehören zu den wandlungsfähigsten Erregern überhaupt - Veränderungen sind deshalb an sich nicht überraschend.
Gefährlich sind sie vor allem dann, wenn sie einen Virus tödlicher machen - "aber nur, wenn sie leicht übertragbar sind", sagte William Schaffner von der Vanderbilt University in Nashville (US-Bundesstaat Tennessee) der "Washington Post". Deshalb sei es zunächst beruhigend, dass die norwegische Variante sich offenbar nicht in der Bevölkerung ausbreite.
(Spiegel)
Fr
20
Nov
2009
«Ich fühlte mich, als hätte ich die Pest» (BaZ)
Die 30-jährige Luana Grandio steckte sich im August mit der Schweinegrippe an. Sie lag zehn Tage mit hohem Fieber und Halsschmerzen im Bett. Die Nachwirkungen des Tamiflu spürt sie jetzt noch.
Umfassender und unkomplizierter Schutz.
«Im August verbrachte ich ein Wochenende in Berlin, ich fühlte mich topfit. Auf dem Rückweg vom Flughafen wurde mir plötzlich übel. Zu Hause angekommen, musste ich mich übergeben. So ging es die ganze Nacht hindurch, richtig schlimm. Am nächsten Morgen hatte ich 39 Grad Fieber und starke Halsschmerzen. Einen Termin bei meinem Arzt bekam ich erst zwei Tage später. Dass ich die Schweinegrippe haben könnte, kam mir nicht in den Sinn. Wem ist schon schlecht, wenn er die Grippe hat?
Mit mittlerweile 40 Grad Fieber ging ich zum Arzt. Er machte einen Abstrich, konnte aber nicht sagen, ob ich die Schweinegrippe habe oder nicht. Er verschrieb mir vorsorglich Tamiflu. Das Medikament nützte, hatte aber Nebenwirkungen. Ich bekam starke Bauchschmerzen davon. Eines Morgens hatte ich am ganzen Körper rote Flecken - eine allergische Reaktion. Da mich Allergien auch sonst plagen, kannte ich die Reaktion, verunsichert war ich trotzdem.
«Ich war total erschöpft»
Der Arzt hatte, ehrlich gesagt, keine Ahnung von Tamiflu. Er wusste nicht, ob er mir eine Antiallergikum-Spritze geben soll oder ob diese die Wirkung des Grippemittels beeinträchtigt. Schlussendlich bekam ich die Spritze, und ich war froh drüber. Nach zwei Tagen stand das Resultat fest: Ich habe tatsächlich die Schweinegrippe. Ab sofort stand ich unter Quarantäne und blieb zehn Tage im Bett. Ich war total erschöpft.
Die Reaktionen meines Umfeldes waren ziemlich extrem. Meine Freunde haben mich angerufen, als wäre ich ein Experte. Alle wollten wissen, ob Symptom A oder B ein Zeichen für die Schweinegrippe sei. Oder ob sie sich bei mir angesteckt hätten. Ich fühlte mich, als hätte ich die Pest.
«Die Schweinegrippe ist aggressiver als eine normale Grippe»
Das Fieber sank erst nach sechs Tagen. Daran merkte ich, dass die Schweinegrippe viel aggressiver ist als eine normale Grippe. Normalerweise habe ich nie so hohes Fieber, wenn ich krank bin - schon gar nicht über einen so langen Zeitraum. Ausser Fieber und Halsschmerzen hatte ich keine Symptome. Übelkeit plagte mich nur ganz am Anfang.
Drei Monate später merke ich die Auswirkungen des Tamiflu immer noch. Ich fühle mich total schlapp. Der Arzt meint, es könnten auch die Folgen der Schweinegrippe sein. Ich weiss es nicht. Hoffentlich nützen jetzt wenigstens die Vitaminpräparate. Und meine Ferien in Kuba.»
Do
19
Nov
2009
Schweinegrippe fordert in der Schweiz ein drittes Todesopfer (BaZ)
Die Grippepandemie hat in der Schweiz bisher drei bestätigte Todesopfer gefordert. Die Schweinegrippe dürfte noch rund acht bis zwölf Wochen dauern.

Die Schweinegrippe hat in der Schweiz ein drittes Todesopfer gefordert. Es handelt sich dabei um eine 46-jährige Frau aus dem Kanton Zürich, die ausserdem an einer schweren Herzinsuffizienz litt und auch HIV-positiv war, wie Patrick Mathys, Leiter Pandemievorsorge des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), am Donnerstag vor den Medien in Bern bekannt gab. Zuvor waren bereits der Tod eines Säuglings im Baselbiet und der einer 54-jährigen Frau ebenfalls im Kanton Zürich bekannt geworden.
Die Schweinegrippe breitet sich laut Mathys weiter rasant aus. Vergangene Woche gingen rund 20'000 Menschen wegen Grippesymptomen zum Arzt, wobei praktisch alle Konsultationen auf die Schweinegrippe zurückzuführen sein dürften. Die Zahl der laborbestätigten Fälle stieg auf über 4500. 85 Personen mussten hospitalisiert werden. 17 befinden sich in Intensivpflege.
In Irland und Island zeichne sich ein Rückgang der Ausbreitung ab. Diese Staaten seien der Schweiz rund drei Wochen voraus. Auch in den USA sei ein leichter Rückgang zu vermelden. In Zentral- und Osteuropa breite sich die Welle der Erkrankungen immer noch aus. Das BAG geht davon aus, das die pandemische Welle 8 bis 12 Wochen dauert.
Impfstoff nun auch für über 60-Jährige
In der Schweiz gibt es jetzt einen offiziell zugelassenen Impfstoff für über 60-Jährige. Swissmedic hat die Zulassung des Impfstoffes Pandemrix erweitert, wie das Schweizerische Heilmittelinstitut am Donnerstag mitteilte. Erläutert wurde das auch der Pressekonferenz des BAG. Grundlage für diese Erweiterung der Zulassung seien klinische Daten gewesen, die eine Wirksamkeit des Impfstoffes in dieser Altersgruppe belegten.
Swissmedic werde weiterhin über Anpassungen der bestehenden Zulassungen von Pandemieimpfstoffen informieren, sobald neue Daten vorliegen. Dabei berücksichtige Swissmedic auch die internationalen Entwicklungen in diesem Umfeld.
Das Heilmittelinstitut rief Patientinnen und Patienten dazu auf, sich bei stärkeren oder ungewöhnlichen Symptomen nach der Impfung an ihren Arzt oder Apotheker zu wenden. Für Fachleute wurde ein
Online-System zur Meldung vermuteter unerwünschter Wirkungen zur Verfügung gestellt. Damit soll die Sicherheit der A(H1N1)-Impfstoffe laufend überwacht werden.
(BaslerZeitung)
Do
19
Nov
2009
Zweiter Todesfall wegen der Schweinegrippe (NZZ)
Frau mittleren Alters stirbt im Kantonsspital Winterthur - In der Schweiz gibt es den zweiten Todesfall im Zusammenhang mit der Schweinegrippe. Im Kantonsspital Winterthur ist am Mittwoch eine Frau mittleren Alters gestorben. Die Frau war durch eine chronische Krankheit vorbelastet.
Die ideale Ergänzung Ihrer Hausapotheke
Schützen Sie sich und Ihre Familie
Die Schweinegrippe-Pandemie hat in der Schweiz ein weiteres Todesopfer gefordert. Eine mit dem H1N1-Virus infizierte Frau ist am Mittwoch im Kantonsspital Winterthur gestorben, wie der Zürcher Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger am Donnerstag auf Anfrage eine Meldung des «Tages-Anzeiger» bestätigte.
An einer Lungenentzündung gestorben
Die zwischen 50 und 60 Jahre alte Frau sei durch eine Diabetes gesundheitlich vorbelastet gewesen. Sie sei im Kantonsspital Winterthur an
einer Lungenentzündung gestorben, die durch das H1N1-Virus ausgelöst worden sei, sagte Urs Rüegg, Kommunikationsbeauftragter der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich auf Anfrage.
Die Diabetes, kombiniert mit dem H1N1-Virus habe zu Komplikationen geführt, erklärte der Zürcher Gesundheitsdirektor Heiniger im Regionaljournal von Radio DRS. Nähere Angaben zum Todesfall der Frau machte die Gesundheitsdirektion aus Rücksicht auf die Angehörigen nicht.
Komplikationen zu erwarten
Todesfälle durch das H1N1-Virus wurden von Beginn weg auch in der Schweiz erwartet. Rüegg wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass alleine im
Kanton Zürich wegen der normalen Grippe in einer Saison jeweils mit rund 100 Todesfällen gerechnet werde. Im Zusammenhang mit dem H1N1-Virus sei darauf hingewiesen worden, dass Leute mit
gesundheitlichen Schwierigkeiten, insbesondere mit Herz- oder Lungenproblemen mit Komplikationen rechnen müssten, erklärte Gesundheitsdirektor Heiniger.
Es handelt sich um den zweiten, bekannten Todesfall eines Schweinegrippe-Patienten, nachdem am vergangenen Sonntag ein viereinhalb Monate alter Säugling im Kanton Basel-Landschaft gestorben war. Auch in diesem Fall hatte eine Lungenentzündung zum Tod des Kindes geführt, die vom H1N1-Virus verursacht worden war.
Im Kanton Zürich Ansturm erwartet
Im Kanton Zürich wurde am Donnerstag mit der Impfaktion ausserhalb der Risikogruppen gestartet. Weil in den Arztpraxen nach wie vor zu
wenig Impfstoff vorhanden sei, hatte die Gesundheitsdirektion empfohlen, sich mit dem Arzt in Verbindung zu setzen und einen Termin zu vereinbaren. In den Impfzentren wird ein Ansturm erwartet.
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) wird heute an einer Medienkonferenz über die gegenwärtige Entwicklung der Schweinegrippe informieren. Die Information des Bundes beginnt um 11 Uhr.
(NZZ)
So
15
Nov
2009
Mann stirbt nach Impfung (Focus)
Ein 55 Jahre alter Mann aus Thüringen ist kurz nach der Impfung gegen Schweinegrippe gestorben. Ob ein Zusammenhang mit der Impfung besteht, wird jetzt untersucht.
Gut geschützt gegen jede Pandemie
Nach Informationen der „Thüringer Allgemeinen" vom Montag hatte sich der Mann am Donnerstagmorgen impfen lassen und starb dann in der Nacht zu Freitag bei sich zu Hause. Über Vorerkrankungen oder Unverträglichkeiten des Verstorbenen sei bislang nichts bekannt. Landesgesundheitsministerin Heike Taubert (SPD) bestätigte der Zeitung den Fall. Der zuständige Amtsarzt habe ihr zugesichert, dass ein möglicher Zusammenhang zu der Impfung gegen die Schweinegrippe untersucht werde. Sie rechne im Lauf der Woche mit den Ergebnissen. Trotzdem rief Taubert die Bürger auf, sich gegen die sogenannte Neue Grippe impfen zu lassen: „Es ist aber wichtig, sich vorher mit dem Hausarzt über eventuelle Unverträglichkeiten oder Vorerkrankungen zu beraten", sagte die Gesundheitsministerin.
Impfaktion im Bundestag
Nach FOCUS-Informationen wurden bis Anfang der abgelaufenen Woche bei 59 Personen Verdachtsfälle von unerwünschten Reaktionen nach der Schweinegrippe-Impfung gemeldet. Der jüngste Impfling mit Beschwerden war 16, der älteste 77 Jahre alt. Am häufigsten wurden Lokalreaktionen an der Injektionsstelle wie Rötung oder Schwellung und Allgemeinreaktionen, die bekanntermaßen nach einer Impfung auftreten können (zum Beispiel Kopfschmerzen, Fieber, Müdigkeit, Muskel- oder Gliederschmerzen, Übelkeit, Lymphknotenschwellung) genannt. In wenigen Fällen kam es zu schweren allergischen Reaktionen oder Kreislaufbeschwerden. In keiner Meldung wurde über einen tödlichen Ausgang oder über einen bleibenden Schaden berichtet.
Außerdem wurde am Wochenende bekannt, dass von Ende dieses Monats an Bundestagsabgeordnete und ihre Mitarbeiter gegen die Schweinegrippe geimpft werden sollen. Der Parlamentsarzt führe die Impfungen der Abgeordneten durch, sofern sie gewünscht seien, sagte ein Bundestagssprecher. Nach anfänglicher Zurückhaltung stieg die Impfbereitschaft der Bundesbürger angesichts der immer größeren Verbreitung der Krankheit deutlich, wie aus einer FOCUS-Umfrage hervorgeht.
Bundesgesundheitsminister Philip Rösler appellierte zugleich in der „Welt am Sonntag" an die Bevölkerung, sich in Sachen Impfung in Geduld zu üben: „Es sollten jetzt wirklich zuerst diejenigen geimpft werden, die als medizinische Helfer gebraucht werden, und dann das Schlüsselpersonal wie Polizei und Feuerwehr und diejenigen, die ein höheres Risiko tragen, wie zum Beispiel chronisch Kranke."
(Focus)
Di
10
Nov
2009
Schweinegrippe in Schule - Schulhaus Flugfeld geschlossen (ZürcherOberländer)
Die Schweinegrippe hat inzwischen auch die Schulen der Region Uster erreicht. Das Unterstufenschulhaus Flugfeld wird bis am Freitag wegen Ausbruch der Grippe geschlossen.
Die Primarschulpflege habe die Schliessung des Unterstufenschulhauses Flugfeld in Dübendorf angeordnet, heisst es in einer Mitteilung. Schüler, Lehrpersonen und Familienangehörige der Schüler seien an der Schweinegrippe erkrankt. Das Schulhaus mit drei Klassen wird vom Dienstag, 10. November bis Freitag 13. November geschlossen. Ab Montag 16. November können die Kinder «unter Einhaltung der verbindlichen Pandemie-Richtlinien» die Schule wieder besuchen, heisst es in der Mitteilung weiter.
Di
10
Nov
2009
2. schwerer Schweinegrippe-Fall am Unispital BS (RadioBasel)
Das Basler Unispital meldet einen zweiten schweren Fall von Schweinegrippe. Ein 45jähriger Mann mit einer Lungenkrankheit habe sich mit dem H1N1-Virus angesteckt, was zu Komplikationen führe, bestätigte Unispital-Sprecher Andreas Bitterlin gegenüber Radio Basel.
Der risikofreie Schutz gegen jede Pandemie
Jetzt portofrei bestellen
PandemieSet.ch
Der Mann liege auf der Intensivstation - genauso wie die Frau, die seit der Geburt ihres Kindes im Juli wegen Schweinegrippe behandelt wird. -- Insgesamt seien bereits rund 1000 Patienten mit Veracht auf Schweinegrippe ins Unispital gekommen. Bei 60 habe der Virus nachgewiesen werden können, aber nur 5 Personen mussten stationär behandelt wärden, erklärt Bitterlin weiter. 3 Patienten konnten das Spital unterdessen wieder verlassen.
Di
10
Nov
2009
Grippe-Impfstoff könnte knapp werden (FAZ)
Der Hersteller des Grippeimpfstoffs Pandemrix, Glaxo Smith Kline, liefert eine geringere Menge als bestellt...
Der Hersteller des Grippeimpfstoffs Pandemrix, Glaxo Smith Kline, liefert eine geringere Menge als bestellt (Reuters)Gegen jede Pandemie gewappnet.
Jetzt mit kostenlosem Versand bestellen.
Während immer mehr Menschen in Hessen eine Impfung gegen die Schweinegrippe wünschen, liefert der Hersteller des Serums Pandemrix, Glaxo-Smith-Kline, eine geringere Menge an das Land als bestellt. Das sagte die Sprecherin des hessischen Gesundheitsministeriums, Ulrike Grzimek. Bisher seien rund 300.000 Impfdosen an Ärzte und Gesundheitsämter ausgeliefert worden, in dieser Woche stünden weitere 160.000 zur Verfügung. Falls das Interesse der Bevölkerung jedoch ansteige wie in den vergangenen Tagen, könne der Impfstoff knapp werden.
Nach Auskunft des Hessischen Apothekerverbands gibt es zurzeit allerdings keine Lieferengpässe bei der Versorgung der Arztpraxen. Die Nachfrage könne von den hundert Apotheken gedeckt werden, die die Landesapothekerkammer Hessen als Lieferanten ausgewählt hatte. Dem Ministerium zufolge haben etwa 1500 bis 2000 Hausarztpraxen den Impfstoff bestellt. Das hessische Impfkonzept sieht vor, dass die Hausärzte für die Immunisierung der Bevölkerung zuständig sind.
Termin beim Hausarzt geben lassen
Die meisten Hausärzte böten inzwischen die Impfungen an, bestätigte Dieter Conrad, Vorsitzender des Hausärzte-Verbandes. Jeder Impfwillige solle sich für einen Termin an seinen Hausarzt wenden. Sollte ein Arzt selbst nicht impfen, verweise er die Patienten an einen Kollegen, bei dem die Spritze erhältlich sei. Betriebs- und Fachärzte dürfen nach der Vorgabe des Gesundheitsministeriums generell nicht gegen das A/H1N1-Virus impfen.
In der Statistik des hessischen Gesundheitsministeriums waren gestern 1806 bestätigte Schweinegrippe-Fälle registriert, 108 davon in Frankfurt. Tatsächlich dürfte die Zahl der Erkrankten jedoch weit größer sein. „Wir haben in den vergangenen Tagen eine unglaubliche Flut von Meldungen bekommen", sagte René Gottschalk, stellvertretender Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts . „Allein hier haben wir sicher 800 Fälle." Noch bis Ende dieser Woche impft das Gesundheitsamt weiterhin in einer Sonder-Sprechstunde Angehörige der priorisierten Berufsgruppen. Laut Gottschalk sind es zurzeit mehr als 300 Personen täglich.
Impfung von sechsten Monat an
Die Impfung von Kindern unter drei Jahren empfiehlt nun auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Entgegen seiner bisherigen Position sei angesichts der zunehmenden Zahl von Erkrankungen bei Kindern und der inzwischen verbesserten Datenlage die Impfung von Kindern vom vollendeten sechsten Lebensmonat an ratsam.
Der Vorsitzende des Landesverbandes, Josef Geisz, sagte allerdings, nach seinen Beobachtungen verursache die Impfung mit Pandemrix deutlich häufiger stärkere Nebenwirkungen als andere Impfungen.
Kleine Babys impfe er deshalb nicht; Eltern von Risikokindern müssten Vor- und Nachteile gut abwägen. Außerdem sei seiner Praxis in Wetzlar der Impfstoff bereits ausgegangen. Für Schwangere und Kleinkinder stellte das Gesundheitsministerium in Aussicht, möglicherweise schon in zwei bis drei Wochen einen Spaltimpfstoff ohne Zusatzstoffe zur Verfügung zu haben, der besser verträglich sei als Pandemrix oder der Ganz-Virus-Impfstoff Celvapan, den die Angehörigen der Bundeswehr erhalten. Welches Serum dies sein wird, konnte die Sprecherin nicht sagen.
Frankfurter Patientin noch in Lebensgefahr
Derweil hat sich der Gesundheitszustand der Schweinegrippe-Patientin, die seit einer Woche im Frankfurter Uniklinikum in Lebensgefahr schwebt, gebessert. Die Ärzte teilten mit, dass die 39 Jahre alte Frau nicht mehr durch ein spezielles Verfahren beatmet werden muss und dass ihre Laborwerte auf einen Rückgang der Entzündung hindeuteten. Dennoch sei ihr Zustand noch lebensbedrohlich.
Di
10
Nov
2009
Deutschland – Zahl der Fälle steigt drastisch (Focus)
Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist die Zahl der Schweinegrippe-Neuerkrankungen drastisch gestiegen. Wegen der Krankheit sind in mehreren Bundesländern Schulen geschlossen. Zudem wurde das bundesweit zwölfte Todesopfer bekannt.
Die Schweinegrippe breitet sich in Deutschland immer dramatischer aus: Innerhalb einer Woche schnellte die Zahl der Neuerkrankungen um mehr als das Doppelte nach oben, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Montag in Berlin mitteilte. Wegen der Krankheit sind in mehreren Bundesländern derzeit ganze Schule geschlossen, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur AP ergab. Allein in Hessen waren zu Wochenbeginn neun Schulen betroffen. Zudem wurde das bundesweit zwölfte Todesopfer im Zusammenhang mit dem H1N1-Virus bekannt.
Dabei handelt es sich um eine 48 Jahre alte Frau, die im Universitätsklinikum Münster an mehrfachem Organversagen starb. Sie litt an einer schweren Lungenerkrankung, wie eine Kliniksprecherin der AP am Montag sagte. Es gebe bislang keinen Nachweis, dass ihr Tod in direktem Zusammenhang zum Schweinegrippe-Virus stehe. Die Patientin hatte den Angaben zufolge seit Mitte Oktober auf der Intensivstation gelegen.
Nach Angaben des (RKI) gab es bis einschließlich Donnerstag vergangener Woche 7.822 neue Fälle. In der Vorwoche waren es erst 3.332 gewesen. Insgesamt sind damit bislang 40.271 Fälle von Schweinegrippe in Deutschland auftreten.
In besonders betroffenen Schulen reagierten die Behörden aber nicht immer mit kompletten Schließungen, mancherorts müssen nur einzelne Klassen zu Hause bleiben. In einigen Bundesländern hält man allerdings auch nichts von solchen Maßnahmen, weil sie die Probleme nur verlagerten.
Schwerpunkt der Verbreitung in Bayern
Schwerpunkt der Verbreitung des Schweingrippe-Virus ist Bayern, von wo 4.560 und damit knapp 60 Prozent der Neuinfizierten gemeldet wurden. Auf 100.000 Einwohner kommen dort 36,42 Erkrankte und damit mit großem Abstand die meisten in allen Bundesländern. Der Bundesdurchschnitt beträgt 9,51 Erkrankte auf 100.000 Einwohner. Am stärksten stiegen die Fallzahlen in Bremen (um das 7,8-Fache), in Niedersachsen (um das 4,3-Fache), in Rheinland-Pfalz (um das 3,8-Fache) und Sachsen-Anhalt (um das 3,5-Fache).
Nach dem holprigen Start der Schweinegrippe-Impfaktion wollen Bund und Länder versuchen, die Probleme gemeinsam in den Griff zu bekommen. Am Mittwoch empfängt Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) seine Länderkollegen zu einem Impfgipfel in Berlin. Zur Vorbereitung hatte Rösler am Montag mit den Länderkollegen telefoniert.
Bei dem Impfgipfel soll es um den Ablauf der Impfung, die Lieferung des Serums und die Logistik vor Ort gehen. Außerdem sähen die Länder die Notwendigkeit, sich abzustimmen, wie man zum Beispiel mit Schulen oder Kindergärten umgehe, in denen viele Schweinegrippefälle aufträten. Bisher sei das Vorgehen sehr unterschiedlich.
Die Länder hatten kritisiert, dass sich die Lieferung von Impfstoff zum Teil verzögere. Patienten beklagten Schwierigkeiten, einen Arzt für die Impfung zu finden.
Möglicherweise reicht einmalige Impfung
Wer sich jetzt gegen die Schweinegrippe impfen lässt, hat nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) bereits nach einigen Tagen zumindest einen Teilschutz gegen das Virus. Möglicherweise reicht für viele Menschen eine einmalige Impfung, um den vollen Schutz zu erreichen, und nicht wie ursprünglich vorgesehen eine zweite, wie PEI-Sprecherin Susanne Stöcker der AP sagte. Mitte November erwartet die Behörde nach ihren Angaben die Ergebnisse weiterer klinischer Tests zu der Frage, ob eine einzige Impfdosis für Jugendliche und Erwachsene ausreichend ist.
Derzeit wird empfohlen, Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und neun Jahren zweimal im Abstand von drei Wochen mit der halben Dosis zu impfen. Menschen über 60 Jahre sollten mit der vollen Dosis ebenfalls zweimal geimpft werden. Für die übrige Bevölkerung, also Menschen zwischen 10 und 60 Jahren, wird vorerst zu einer einzigen Impfung geraten.
(Focus)
Di
10
Nov
2009
20 Sekunden gegen Schweinegrippe (ThurgauerZeitung)
Ab heute Dienstag wird im Thurgau gegen die Schweinegrippe geimpft, zuerst sind die Risikogruppen an der Reihe. So hält es auch Jürg Stäubli in seiner Praxis in Müllheim.
Schützt auch vor zukünftigen Pandemien
Umfassend, unkompliziert und sicher
PandemieSet.ch
Müllheim - Sieben Patienten sitzen um 11 Uhr im Wartezimmer von Jürg Stäubli in Müllheim - alle warten, bis sie gegen die Schweinegrippe geimpft werden. Der Reihe nach werden sie vom Arzt abgeholt und ins Sprechzimmer geführt. Dort geht alles ganz schnell: Oberarm freimachen, eine Stelle wird desinfiziert, auf das ärztliche «Achtung Spritze» folgt ein Pieks, nochmals abwischen, Pflaster drauf und fertig. Geschätzte 20 Sekunden dauert die Impfung, rund drei Wochen später ist man gegen die Schweinegrippe immun.
Der erste, der sich von Stäubli impfen lässt, ist ein 45-jähriger Mann. Er habe ein Lungenleiden, daher sei es eine Vorsichtsmassnahme. Ein etwas älterer Herr lässt sich ebenfalls impfen, weil er zur Risikogruppe (siehe Box) gehört: «Ich hatte Hodenkrebs und danach vier Chemotherapien. Seither ist mein Körper geschwächt, ich habe zu wenig Abwehrstoffe», sagt er und geht gestützt von seiner Frau ins Sprechzimmer. Auch eine 40-Jährige lässt sich impfen, weil sie durch eine Krankheit geschwächt ist, «sonst hätte ich mich nicht impfen lassen». Damit sind diese Patienten der Empfehlung ihres Hausarztes gefolgt. «Die meisten sind aus den Medien gut informiert, ob sie zur Risikogruppe gehören. Wenn mich jemand fragt, rate ich zu. Die Impfung ist ein Beitrag zum Gemeinwohl», sagt Stäubli. Allerdings sei das jedem selber überlassen. Schwere Nebenwirkungen schliesst Stäubli nahezu aus, er rechnet höchstens mit «leichten Grippesymptomen oder Muskelschmerzen».
«Pandemie fängt erst an»
Einem 57-jährigen Mann, der regelmässig Medikamente nehmen muss, sind mögliche Nebenwirkungen egal. «Ich bin alleinerziehender Vater und kann es mir nicht leisten, krank zu sein», begründet er seinen Entscheid. Zudem habe er das Gefühl, die Pandemie fange erst jetzt so richtig an. Deshalb hat er seinen Sohn mitgebracht und will ihn auch impfen lassen. Das ist jedoch nicht möglich, da Stäubli nicht über den geeigneten Impfstoff verfügt. Denn er hat für seine Praxis nur den Impfstoff Pandemrix bestellt, der Personen ab 18 Jahren injiziert wird. Der Impfstoff wurde in Zehnereinheiten abgepackt, davon können zehn Spritzen aufgezogen werden. Jürg Stäubli hat 30 Dosen Pandemrix bestellt. Er bezweifelt aber, dass das lange reichen wird. «Dann müssen wir beim Kanton nachbestellen», sagt er.
Der Hausarzt selber und seine zwei Praxisangestellten sind noch nicht geimpft. Das werden sie am Abend aber nachholen. Sie warten ab, ob aus den Zehnerpackungen noch Spritzen übrigbleiben. Mit den restlichen Dosen würde Stäubli auch Personen impfen, die nicht zur Riskiogruppe gehören: «Die aufgezogenen Spritzen sind nur 24 Stunden haltbar. Bevor ich sie wegschmeisse, impfe ich damit lieber meine Patienten.»
Mo
09
Nov
2009
Schweinegrippe: In BL erneut Klassen dispendiert (RadioBasel)
Liestal. Wegen der Schweinegrippe sind im Baselbiet erneut zwei Schulklassen vom Unterricht dispensiert worden.
Der sichere Schutz für jede Pandemie.
Schweizerisch, umfassend und sicher.
PandemieSet.ch: Gratis Versand.
Betroffen sind eine Arlesheimer Primarschulklasse und eine Klasse in Biel-Benken. Als Faustregel gilt: Der Unterricht fällt für drei Tage aus, wenn in einer Klasse mindestens drei Kinder krank sind und bei mindestens einem der Schüler der H1N1-Virus nachgewiesen wird. Vergangene Woche mussten bereits drei Allschwiler Sekundarschulklassen zu Hause bleiben, weil 20 Schüler erkrankt waren.
Mo
09
Nov
2009
Schweinegrippe: "Weitere Schulschließungen drohen" (DiePresse)
Wiener Volksschule stellt für eine Woche den Betrieb ein. Ein Experte rechnet mit weiteren Sperren. H1N1 Impfung: Die Immunisierung für Risikopersonen
läuft am Montag in allen Bundesländern großflächig an.
Die Wiener Privatvolksschule der Piaristen "St. Thekla" in Wien-Wieden wird mit Montag wegen mehrerer Erkrankungen bei Kindern vorübergehend gesperrt.
Umfassend, unkompliziert und sicher
Schweizer PandemieSet jetzt portofrei bestellen: PandemieSet.ch
WIEN. Die Neue Grippe (Schweinegrippe) hat die Wiener Schulen erreicht. Erstes Opfer ist die Wiener Privatvolksschule St. Thekla im vierten Bezirk. Nach mehreren bestätigten Fällen und Rücksprache mit einem Virologen habe man sich entschlossen, die Schule bis voraussichtlich kommenden Freitag geschlossen zu halten, sagt Direktorin Anna Draskovits.
Nach der Landwirtschaftlichen Landeslehranstalt Lienz in Osttirol, die Ende Oktober für rund eine Woche gesperrt wurde, ist die Wiener Schule der zweite Fall einer Schulschließung in Österreich.
Und geht es nach Experten, dürften weitere folgen: „Es werden sicher noch weitere Schulen geschlossen", glaubt Sozialmediziner Michael Kunze. Und zwar weniger, weil das die Gesundheitsbehörden
fordern, sondern weil die verunsicherten Eltern ihre Kinder einfach nicht mehr in die Schule gehen lassen würden, so Kunze. „Da ist auch viel Emotion dabei."
Tatsächlich schreibt eine Richtlinie des Gesundheitsministeriums nur vor, dass ab der Erkrankung von 50 Prozent der Schüler eine Schule zu schließen sei. Im konkreten Fall lag die Zahl weit darunter. Hat man in der Wiener Schule also überreagiert? Nein, meint Kunze, die 50 Prozent seien „nicht in Stein gemeißelt", man müsse sich immer den konkreten Einzelfall ansehen.
Dass das Schließen einer Schule sinnvoll ist, daran hat er keine Zweifel. Vor allem am Beginn einer Welle bringe das enorm viel. Allerdings, wirklich aufhalten könne man das Virus mit derartigen Maßnahmen nicht - nur die Ausbreitung verlangsamen. Und damit Zeit gewinnen, um die Kinder zu impfen.
Nicht nur Schwangere & Kranke
Eine Impfung, die ab heute, Montag, auch tatsächlich möglich ist. Zusätzlich zum Gesundheitspersonal, das bisher nur schleppend von der Möglichkeit der Immunisierung Gebrauch machte, können sich nun auch Risikopersonen, also vor allem Schwangere und chronisch Kranke, die Injektion setzen lassen. Aber auch alle anderen können sich impfen lassen - abgewiesen werden soll laut Gesundheitsministerium jedenfalls niemand.
Doch selbst für jene, die nicht geimpft sind, muss kein allzu großer Grund zur Sorge bestehen. Denn die überwiegende Zahl der Fälle verläuft relativ mild und ohne größere Komplikationen. Nur in einigen wenigen Fällen komme es zu einem schweren Verlauf mit einer Lungeninfektion. Daran ist auch eine Südtirolerin, das erste H1N1-Todesopfer Österreichs, in Innsbruck vergangene Woche gestorben. Diese Erfahrungen hat man bereits aus der südlichen Hemisphäre gewonnen, die die erste Welle der H1N1-Influenza schon hinter sich hat.
Dass die Krankheit etwa in Australien schon viel früher großflächig ausgebrochen ist - und Europa im Sommer fast ausschließlich importierte Fälle vorzuweisen hatte -, liegt unter anderem am Wechsel der Jahreszeiten. Nachdem das Virus im April in Mexiko erstmals groß in Erscheinung trat und schließlich über Reisende weltweit in Umlauf gebracht wurde, setzte auf der Südhalbkugel der Winter ein. „Und wenn die Temperatur sinkt, steigen die Fälle", erklärt Kunze. Das sei auch bei der saisonalen Influenza nicht anders. Die, und das ist der große Unterschied zur derzeitigen H1N1-Influenza, trete im Normalfall erst im Jänner auf. Ähnlich wie die saisonale Grippe dürfte auch die Dauer der Krankheitswelle sein - zwölf bis 14 Wochen, wie Kunze schätzt. Mit einem Fragezeichen dahinter, denn „die Influenza ist unvorhersehbar".
Besonders schwer vorherzusehen ist die Ausbreitung der Neuen Grippe vor allem deswegen, weil sie häufig nur mild, zeitweise sogar gänzlich ohne Symptome, verläuft. Weil aber Infizierte dann oft nicht zu Hause oder im Krankenhaus in Isolation bleiben, kann sich das Virus in weiterer Folge besonders gut ausbreiten.
Keine schweren Fälle gemeldet
Dieser Argumentation folgend kann auch die Schließung einer Schule die Ausbreitung des Virus verlangsamen. Eine Maßnahme, die abgesehen von der Schule in Osttirol und nun der Privatschule in Wien, bisher noch nicht notwendig schien. „Wir haben von den öffentlichen Schulen schon einige Meldungen bekommen", sagt Matias Meißner, Sprecher des Wiener Stadtschulrats, „aber das waren nur Einzelfälle." Aber eines sei klar - in dem Moment, in dem die Grippewelle epidemische Ausmaße annimmt, werde man an den Schulen etwas machen.
Mo
09
Nov
2009
Elf Schweinegrippe-Todesfälle in Deutschland (SFTagesschau)
In Deutschland ist die Anzahl von Todesfällen, die im Zusammenhang mit der Schweinegrippe stehen, auf elf angestiegen. Einer der jüngsten Fälle betrifft eine 15-jährige Schülerin aus Kassel.
Sicher, umfassend und unkompliziert.
Jetzt portofrei bestellen: PandemieSet.ch
Die junge Frau, bei der das Schweinegrippe-Virus nachgewiesen wurde, ist nach einer Herzmuskelentzündung in einer Kasseler Klinik verstorben. «Dies bedeutet jedoch nicht, dass das Virus nachweislich die Ursache für die Herzmuskelentzündung ist», betonte Karin Müller, Leiterin des Gesundheitsamts der Region Kassel. In seltenen Fällen können Grippeviren eine solche Entzündung verursachen.
Die europäische Gesundheitsbehörde (ECDC) gibt die Rate tödlicher Komplikationen durch das Schweinegrippevirus mit ein bis drei auf 1000 Infektionsfälle an. Dieses Risiko trage jeder, auch wenn
die Gefahr für Menschen mit Vorerkrankungen höher sei als bei bislang Gesunden, erklärte Müller.
So
08
Nov
2009
BAG: Für einige kommt die H1N1-Impfung zu spät (TagesAnzeiger)
Das Virus verbreite sich in der Schweiz plötzlich sehr schnell. Aus Bern kommt das Eingeständnis, dass man mit der Schweinegrippe-Impfung spät dran ist.
Personen, die zu einer Risikogruppe gehören, sollen im Fall einer Erkrankung zum Arzt gehen, um eine Behandlung mit antiviralen Medikamenten zu ermöglichen: Daniel Koch (BAG).
Man habe von Anfang an gewusst, dass es spät werde, sagte Daniel Koch, Leiter übertragbare Krankheiten beim BAG auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP. Die Schweinegrippe verbreite sich in der Schweiz plötzlich sehr schnell und es werde Leute geben, für die die Impfung zu spät kommen werde. Für Personen, die zu einer Risikogruppe gehören, empfahl Koch im Fall einer Erkrankung den Gang zum Arzt, um eine Behandlung mit antiviralen Medikamenten zu ermöglichen.
Man bedaure es sehr, dass man mit den Impfstoffen in der Schweiz spät dran sei, sagte Koch. Im Moment sei aber nicht der Moment zu schauen, wo Fehler aufgetreten seien. Dies müsse man nach der Krise tun, sagte Koch.
«Die Lastwagen stehen bereit»
Laut der für den Vertrieb des Novartis-Impfstoffes Focetria zuständigen Logistikfirma Voigt Industrie Service in Romanshorn haben am vergangenen Freitag elf Kantone und das Fürstentum Liechtenstein den Impfstoff erhalten. In drei Kantone werde am Montag und in neun am Dienstag geliefert. Bei drei Kantonen warte man noch auf die Bestellung, auch diese sollten den Impfstoff aber am Dienstag erhalten, wie Medienverantwortliche Denise Läser-Brunner erklärte. Zu den unterschiedlichen Auslieferungsdaten sagte sie, je nach Auftrag der Kantone werde direkt an die Ärzte oder teilweise an einen Ärztehändler geliefert. Letzteres mache gerade in Kantonen mit vielen Ärzten auch Sinn.
Auch der zweite Impfstoff, der von einem anderen Logistik-Unternehmen vertrieben wird, soll laut Koch am Montag und Dienstag ausgeliefert werden. «Die Lastwagen stehen bereit», sagte er.
Swissmedic im Visier
Zu dem Vorgehen in der Schweiz wird Kritik laut. Im Visier ist in erster Linie das für die Zulassung der Impfstoffe zuständige Heilmittelinstitut Swissmedic. Dessen Präsidentin, die frühere Berner FDP-Ständerätin Christine Beerli, wies die Vorwürfe in einem Interview der Zeitung «Sonntag» zurück. Die Swissmedic habe bei der Zulassung mit hoher Qualität und grösstmöglicher Anstrengung gearbeitet, sagte sie. Die Medikamente seien sehr schnell zugelassen worden. Die Sicherheit spiele neben der Geschwindigkeit aber eine grosse Rolle.
Beerli bekräftigte, dass die beiden Impfstoffe Pandremix und Focetria am 23. beziehungsweise am 27. Oktober zugelassen worden seien und fügte hinzu: «Die Logistik ist nicht unsere Sache.» Die Abpackung und Verteilung des Impfstoffs fielen nicht mehr in die Zuständigkeit der Swissmedic. Zum Vorwurf von Ärzten und Mitgliedern der Impfkommission, die Swissmedic hätte die europäischen Bewilligungen übernehmen müssen, sagte die Präsidentin der Zulassungsbehörde, es gebe aus rechtlichen Gründen keinen Austausch von Daten wissenschaftlicher Studien. Die Swissmedic strebe schon seit längerer Zeit eine Vereinbarung mit der EU an, die einen solchen Austausch erlauben würde.
So
08
Nov
2009
Schweinegrippe: Chaos bei Impfungen (SonntagsZeitung)
Didier Burkhalter verlangt Tempo bei Umsetzung - grosse Unterschiede in Kantonen
Vor jeder Pandemie geschützt.
Jetzt portofrei bestellen: PandemieSet.ch
Bern Der neue Gesundheitsminister Didier Burkhalter hat den Kampf gegen die Schweinegrippe-Pandemie zur Priorität erklärt und die Impfaktion beschleunigt.
«Bundesrat Burkhalter hat sich am Freitagnachmittag versichern lassen, dass die Impfstoffe für die Risikogruppen am Montag in den meisten Kantonen ankommen werden», sagt sein Sprecher Jean-Marc Crevoisier.
Bei der Feinverteilung in den Kantonen herrscht das Chaos: Gestern wurden im Kanton Solothurn die ersten Kinder geimpft. Im Kanton Zürich rechnen die Spitäler damit, ab Mittwoch oder Donnerstag starten zu können. In der Ostschweiz wird erst geimpft, wenn alle Kantone beliefert worden sind. Und im Kanton Bern werden Hausärzte den Stoff frühestens am 16. November erhalten.
«Wir sind eindeutig zu spät dran mit der Impfung», sagt Hans Binz, Vizepräsident der Schweizer Impfkommission. Man müsse bedenken, dass von der Impfung bis zur Immunisierung rund zwei Wochen vergingen. Die Kritik richtet sich gegen die Heilmittel-Zulassungsstelle Swissmedic.
Viele europäische Länder sind der Schweiz weit voraus: Deutschland startete die Impfaktion am 26. Oktober, in Italien sind bereits 41 000 Menschen geimpft.
Sa
07
Nov
2009
Zürich: Über 100 Kinder und Lehrpersonen mit Verdacht auf Schweinegrippe (Tagi)
In der Stadt Zürich sind die Fälle der Schweinegrippe an Schulen sprunghaft angestiegen. Alleine heute sind über 50 neue Verdachtsfälle gemeldet worden.
Noch sind die Zürcher Schulkinder nicht geimpft und die Schweinegrippe breitet sich weiter aus. (Bild: Keystone)
«Die Meldungen haben seit Montag deutlich zugenommen», sagt Daniel Frey, Leiter des Schulgesundheitsdienstes der Stadt Zürich. Allein heute Freitag hat er über 50 neue Grippe-Fälle registriert. Seit Montag sind damit über 100 Fälle bei ihm eingegangen - verteilt auf mittlerweile zehn Schulhäuser und zwei Horte. Die Information der Eltern liege direkt bei den Schulen, so Frey. Er will deshalb keine Angaben zu den betroffenen Orten machen. Auch ändere der Stand stündlich.
Von den gemeldeten Kindern und Lehrpersonen, die Grippesymptome haben, wurden mindestens sieben positiv auf den H1N1-Virus getestet. Alle Kinder zu testen sei nicht möglich und auch nicht nötig, so Frey. Es sei davon auszugehen, dass viele der gemeldeten Personen an dem H1N1-Virus erkrankt seien. Ein Test mache vor allem bei Risikofällen Sinn.
Das Wochenende bringt zwar eine Beruhigung der Situation - aber nur bedingt, wie Frey sagt: «Die Viren machen keine Wochenendpause. Aber bei den Kindern, die sich heute Freitag möglicherweise angesteckt haben, verbreitet sich der Virus nicht innerhalb der Klasse.» Treten bei Kindern am Wochenende Grippesymptome auf, sollten sie den Kontakt zu Personen ausserhalb der Familie vermeiden und am Montag nicht in die Schule gehen, so Frey.
Sa
07
Nov
2009
«Pflegepersonal sträubt sich gegen Impfung» (BaZ)
Konfusion um das H1N1-Virus: Der Präsident der Haus- und Kinderärzte Marc Müller über Impfstoff-Engpässe, offene Fragen und offensichtliche Problemherde.
Marc Müller ist Präsident des Berufsverbandes der Schweizer Haus- und Kinderärzte und führt eine Praxis in Grindelwald.Umfassend, unkompliziert und sicher.
Kein Risiko und trotzdem gut geschützt.
Herr Müller, vereinzelt klagen Ärzte, es gebe zu wenig Impfstoffe für Kinder. Stimmt das?
Von offizieller Seite habe ich davon noch nie gehört. In der ersten Phase sind die Dosen jedoch beschränkt. Daher sind wir angewiesen, diese auch strikte für die Risiko-Gruppen zu reservieren.
... aber?
Im Moment sind wir beunruhigt über die Mitteilungen einiger Kantonsärzte, dass Impfstoffe für Kinder und Schwangere nur an Kinderärzte und Gynäkologen abgegeben
werden sollen. Da orten wir Versorgungsprobleme, zumal längst nicht alle Kinder von Kinderärzten betreut werden. Auch die Hausärzte brauchen diesen Impfstoff.
Sind sich die Schweizer Haus- und Kinderärzte über die Notwendigkeit einer Impfung einig?
Von Einigkeit kann man bei medizinischen Massnahmen nur schwer sprechen.
Insbesondere beim Thema Impfung. Dafür gibt es zu viele ideologische Unterschiede, etwa zwischen Komplementär- und Schulmedizin. Eine grosse Mehrheit hält sich meines Wissens jedoch strikt an die
vom Bund herausgegebenen Impf-Richtlinien.
Und in der Bevölkerung?
Es ist bei weitem nicht so, dass sich alle auf eine Impfung stürzen. Und nicht alle, die sich gegen die saisonale Grippe impfen lassen, tun das auch
im Falle der Schweinegrippe, schätzungsweise höchstens zwei Drittel bis drei Viertel. Der Medienhype der letzten Monate hat hier wohl kontraproduktiv gewirkt. Die heikelsten Diskussionen gibt es
derzeit mit schwangeren Frauen. Zwar schützt eine Impfung Mutter und Kind. Aber niemand kann Garantien übernehmen, dass nichts passiert.
Es gibt auch krasse Impf-Verweigerer.
Das ist so. Zum Beispiel beim Pflegepersonal. Die halten sowieso nicht viel von der Grippe-Impfung und lassen sich - wenn überhaupt -
nur widerwillig impfen. Traditionell ist das Pflegepersonal sehr impfresistent. Jetzt gehören sie jedoch zur Risiko-Gruppe, da sie ihre Patienten jederzeit anstecken könnten.
Auch die Nebenwirkungen des Impfstoffes schrecken ab.
In der Schweiz ist das Thema zum Glück rationaler abgehandelt worden als in Deutschland. Hierzulande hat man nie einen
besseren Impfstoff für Politiker gefordert. Aber auch ich werde gefragt, warum wir zwei unterschiedliche Impfstoffe für die jeweiligen Risikogruppen haben, während Deutschland beide für Kinder
zulässt. Ich weiss es nicht. Meines Wissens sind die Nebenwirkungen der Wirkverstärker aber kein Grund, sich nicht impfen zu lassen.
Sie haben vom Hype gesprochen. Hätte man die Schweinegrippe unaufgeregter angehen sollen?
Ich begreife, dass die Pandemie-Experten alle Szenarien testen wollen. Und bei der
Pandemie-Bekämpfung gibt es nur «alles oder nichts». Da gilt es schnell und energisch zu reagieren. Wäre die Schweinegrippe so aggressiv wie die Vogelgrippe vor ein paar Jahren und wir wären sie
nachlässiger angegangen, hätten wir jetzt den Schaden. Dann hiesse es: «Warum wurden wir nicht gewarnt?».
(BaslerZeitung)
Sa
07
Nov
2009
Endlich wird in der Schweiz geimpft (20 Minuten)
Die Schweinegrippe-Welle zieht über ganz Europa und droht auch die Schweiz zu überrollen. Jetzt sind die ersten Kinder gegen die Schweinegrippe geimpft worden - zum Beispiel im Kanton Solothurn.
Jetzt wird geimpft. Endlich muss man beinahe schon sagen. Der Kanton Solothurn macht den Anfang und impft Kinder. Es sind vor allem Kinder mit schweren Krankheiten. Bis Mitte November sollten laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) alle Kantone im Besitz des Impfstoffes sein.
Die ersten Ärzte haben das Mittel Focetria am Samstag gespritzt, wie die «Tagesschau» berichtete. «Es sind vor allem Kinder mit schweren Herzfehlern, mit schweren Lungenproblemen oder immungeschwächte Patienten, die wir in einer ersten Runde impfen», sagte der Arzt Paul W. Meier von der Gruppenpraxis für Kinder in Solothurn im Beitrag.
Ob auch andere Kantone bereits mit Impfen begonnen haben, ist dem BAG nicht bekannt, wie Sprecher Jean-Louis Zurcher auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. Die Impfstoffe werden seit dem 30. Oktober an die Kantone verteilt. Wann sie mit den Impfungen starten, liegt in ihrer Kompetenz.
Fr
06
Nov
2009
«Schweinegrippefälle haben sich verzehnfacht» (20Min)
Die Schweinegrippe hat die Schweiz erreicht: «Egal, was wir jetzt tun, wir können die Pandemie nicht mehr verhindern», sagte Patrick Mathys vom BAG heute Mittag. Er hofft, dass die Risikogruppen noch rechtzeitig geimpft werden können.
«Egal, was wir jetzt tun, wir können die Pandemie nicht mehr verhindern»: Die Schweinegrippe sei in der Schweiz jetzt richtig angekommen, sagt Patrick Mathys vom BAG heute Mittag an einer Pressekonferenz. Denn diesen Sommer seien nur «importierte» Fälle aufgetreten. Auf der Nordhalbkugel und insbesondere in Irland breite sich die Schweinegrippe derzeit explosionsartig aus. In der Schweiz sei die Situation aber noch lange nicht so dramatisch: «Wir sind aber auf einem hohen Niveau», so Mathys. In den letzten drei Wochen hätten sich die laborbestätigten Fälle der Schweinegrippe in der Schweiz verzehnfacht, und zwar auf knapp 2000 Fälle.
«Wir hoffen, dass wir die Risikogruppen rechtzeitig impfen können», sagt Mathys auf den Vorwurf, dass die Impfaktion zu spät angelaufen sei.
Besonders betroffen sei das Tessin mit 86 und Genf mit 73Schweinegrippefällen. Das BAG glaubt, dass die Grippe-Welle zwei bis drei Monate andauern werde.
Impfungen ab 16. November
Insgesamt befinden sich laut Mathys wegen des Virus sechs Personen auf der Intensivstation. Wo genau diese im Spital liegen, wollte er nicht sagen.
Virginie Masserey, Leiterin Sektion Impfungen des BAG, sagt weiter, dass ab dem 16. November die Schweinegrippe-Impfstoffe in den Impfzentren der Kantone angeboten werden. Risikogruppen wie Schwangere und Kranke hätten Vorrang.
Bis jetzt sei es aber noch kein Thema, Massenveranstaltungen wie Konzerte abzusagen.
Schweinegrippe überrollt Armee
In der eben gestarteten Panzer RS in Thun ist ein Rekrut am H1N1-Virus erkrankt. 15 weitere Rekruten wurden negativ getestet und sind wieder bei der Truppe, bestätigte die Armee am Donnerstag einen Bericht der «Neuen Luzerner Zeitung». Nach dem Grippeverdacht waren auch seine 15 Zimmerkollegen vorübergehend von der Truppe getrennt worden. Ihre H1N1-Tests verliefen aber laut Brunner allesamt negativ, so dass sie wieder zur Truppe stossen konnten. Es dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein, bis das Virus sich weiter ausbreitet.
(20Min)
Fr
06
Nov
2009
Schweinegrippe in Dübendorf (TagesAnzeiger)
In der Kaserne Dübendorf sind zwei Personen an der Schweinegrippe erkrankt. Weitere Verdachtsfälle werden abgeklärt.
In der Kaserne Dübendorf sind zwei Personen an der Schweinegrippe erkrankt. (Bild: Markus Heinzer, newspictures)
Bei einer Person handelt es sich um einen Rekruten, der in Dübendorf derzeit seine RS absolviert. Der zweite Betroffene ist in Dübendorf im WK, wie Christoph Brunner, Informationschef Verteidigung, gegenüber Tagesanzeiger.ch sagte. Die beiden Männer liegen derzeit auf der Krankenstation.
Schulkommandantin Germaine Seewer bestätigte gegenüber Radio 24, dass mehrere weitere Soldaten, die Symptome zeigten, derzeit untersucht würden. Es sei nun wichtig, keine Panik zu verbreiten, so die Schulkommandantin.
Seit dem letzten Frühling richtet die Armee ein spezielles Augenmerk auf die Schweinegrippe. Laut Christoph Brunner werden auch in Dübendorf alle Soldaten standardmässig sensibilisiert für das Thema. «Die Weisung lautet: Wenn sich jemand krank fühlt, soll er sofort zum Arzt gehen.» Zusätzliche Massnahmen seien in Dübendorf derzeit nicht nötig, so Brunner.
Do
05
Nov
2009
Schweinegrippe nicht unterschätzen (NZZ)
Die Auswirkungen der Schweinegrippe dürfen laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht unterschätzt werden. Zwar verlaufe die Krankheit meist leicht, bei Risikogruppen mit geschwächter Immunabwehr bestehe aber ein Risiko. Die Impfung sei immer noch der beste Schutz und könne als sehr sicher gelten.
Küssen im Zeitalter der Schweinegrippe. (Bild: Reuters)PandemieSet rechtzeitig bestellen.
Rascher und kostenloser Versand.
«Die Pandemie ist das dominante Grippevirus in allen Ländern geworden», sagte der WHO-Sonderberater für Grippe-Pandemien, Keiji Fukuda, am Donnerstag in Genf. «Wir haben es nicht mit der üblichen saisonalen Grippe zu tun.»
Virus nicht verändert
Viele Symptome seien zwar ähnlich wie bei der normalen Grippe, aber häufig komme es auch zu schweren Erkrankungen und sogar Todesfällen. Besonders
Schwangere und bereits unter anderen Krankheiten leidende Menschen seien gefährdet. Das Virus seit derzeit sei relativ und verändere sich nicht. Dies könne sich allerdings ändern, je mehr
Menschen eine gewisse Immunität entwickelten, sagte Fukuda.
Die WHO betont, dass die besonders schweren Erkrankungen und Todesfälle durch die Schweinegrippe bisher vor allem Erwachsene unter 50 Jahren betroffen haben. Dies stehe in starkem Widerspruch zu den normalen Grippewellen. Hier treten die schweren Fälle zu 90 Prozent bei Menschen auf, die über 65 Jahre alt sind.
WHO wirbt für Impfung
Deswegen sei es wichtig, dass die Menschen die angebotenen Impfungen auch nutzten, sagte Fukuda. «Die WHO geht davon aus, dass diese Impfungen sehr
nützlich sind und ihre Anwendung unterstützt werden muss.»
Die WHO wisse nach Erfahrungen aus etwa 20 Ländern auch, dass der Impfstoff sehr sicher sei. Nebenwirkungen oder Resistenzen seien kaum aufgetreten. In der Regel reiche eine Dosis an Impfstoff aus.
(NZZ)
Do
05
Nov
2009
Schweinegrippe nicht mehr aufzuhalten (Radio DRS)
Die Schweinegrippewelle breitet sich jetzt auch in der Schweiz unaufhaltsam aus. Die Zahl der bestätigten Fälle hat sich laut BAG innert einer Woche verdreifacht und die Zeit fürs Impfen wird knapp.
Umfassend, sicher und unkompliziert
Bestellen Sie jetzt Ihr PandemieSet
Die pandemische Welle ist definitiv in der Nordhemisphäre angekommen, wie Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) vor den Medien erklärt hat. In Irland sei eine explosionsartige Ausbreitung zu beobachten, die bereits ein Vielfaches der Grippepeaks der Vorjahre erreicht habe.
In der Schweiz hat sich die Zahl der im Labor bestätigten Fälle von 112 auf 295 innert einer Woche fast verdreifacht. Zudem seien vermehrt Häufungen etwa in Schulen oder Kasernen zu beobachten, sagte Mathys.
Bisher 38 Grippekranke hospitalisiert
Insgesamt sechs Menschen mussten in der vergangenen Woche wegen Schweinegrippe hospitalisiert werden, fünf weitere Fälle waren laut
Mathys in der laufenden Woche bekannt. Seit Beginn der Pandemie mussten damit insgesamt 38 Menschen in Spitalpflege gebracht werden.
Sieben Menschen benötigten Intensivpflege, einer davon konnte diese inzwischen wieder verlassen. Bei den schwer Erkrankten handelt es sich laut Mathys bisher ausschliesslich um Erwachsene bis etwa 50 oder 60 Jahre. Nicht alle von ihnen gehörten einer Risikogruppe an.
Impfung könnte zu spät kommen
Als eigentliche «Grippe-Hotspots» bezeichnete Mathys das Tessin und den Kanton Genf. Er rechnet aber im ganzen Land mit zunehmenden Fallzahlen.
Wie schnell dies geschehe und wann der Peak erreicht sei, könne man nicht voraussagen. Generell dauerten Grippewellen rund acht bis zwölf Wochen.
«Wir hoffen, dass wir Risikogruppen oder weite Teile dieser Risikogruppen noch rechtzeitig impfen können», fügte Mathys an. Die Impfungen sollen ab Mitte Monat anlaufen, wobei die ersten zwei Wochen prioritär Risikopersonen geimpft werden. Bis der optimale Impfschutz aufgebaut ist, vergehen rund zwei Wochen.
Vorerst keine weiteren Massnahmen
Weitere Massnahmen wie das Verbot von Grossveranstaltungen oder Ähnliches zieht das Bundesamt für Gesundheit (BAG) zur Zeit nicht in
Betracht.
Virginie Masserey von der Sektion Impfung verwies auf den für die Mehrheit der Bevölkerung nach wie vor eher milden Verlauf der Schweinegrippe und die geringe Effizienz von solchen Massnahmen. «Egal, was Sie machen, sie werden die Welle jetzt nicht mehr aufhalten», fügte Mathys an.
Weitere Fälle hinzugekommen
Am Donnerstag wurde zudem bekannt, dass auch auf dem Waffenplatz Thun ein Rekrut erkrankt ist. Die H1N1-Tests seiner 15 Zimmerkollegen verliefen
hingegen negativ, wie die Armee am Donnerstag zu einem Bericht der «Neuen Luzerner Zeitung» bestätigte.
Auf dem Waffenplatz Chur liegen seit einigen Tagen, wie berichtet, 66 Rekruten mit Grippesymptomen auf der Krankenstation, weitere neun waren zuhause. Nach sechs positiven H1N1-Tests gehen die Experten davon aus, dass ein Grossteil dieser Rekruten an der Schweinegrippe erkrankt sein dürfte.
Auch bei einem Häftling im Genfer Gefängnis Champ-Dollon wurde das Schweinegrippevirus bestätigt. Er wurde isoliert. Der Erkrankte war am vergangenen 22. Oktober in die Anstalt eingetreten, wie die Genfer Behörden mitteilten.
Im Kanton Baselland wird wegen der Schweinegrippe in einigen Schulklassen vorübergehend der Unterricht eingestellt. Betroffen seien drei Sekundarschulklassen in Allschwil, in denen insgesamt 20 Schülerinnen und Schüler erkrankt seien, teilte der Kantonale Krisenstab mit.
Do
05
Nov
2009
Schweinegrippe fordert weitere Tote in der Ukraine
Die Schweinegrippe-Welle in der Ukraine nimmt immer größere Ausmaße an. Inzwischen sind dort offenbar mehr als 90 Tote zu beklagen, eine halbe Million Menschen sollen infiziert sein. Auch in Deutschland ist die Zahl der Todesopfer gestiegen.
Fußballfans mit Masken (beim Spiel von Dynamo Kiew gegen Inter Mailand am 4. November): Die ukrainische Regierung versucht, die Epidemie einzudämmenKiew/Frankfurt am Main - Die Schweinegrippe verbreitet sich in der Ukraine derzeit mit enormer Geschwindigkeit. 93 Menschen seien inzwischen gestorben und fast eine halbe Million infiziert, berichtete der ukrainische Fernsehsender Fünfter Kanal am Mittwoch. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte die Zahl der Schweinegrippe-Toten in der Ukraine zuletzt auf 70 taxiert, allerdings stammt diese Zahl vom 2. November.
Die WHO rechnet damit, dass es sich bei den Erkrankungen in der Ukraine vorwiegend um Schweinegrippe handelt. Weil das H1N1-Virus inzwischen weltweit zum dominanten Influenza-Stamm geworden sei, könne davon ausgegangen werden, dass auch die meisten Grippefälle in der Ukraine davon ausgelöst worden seien, hieß es in einer WHO-Mitteilung. Die genaue Zahl der nachgewiesenen Schweinegrippe-Todesfälle war weiter unklar. Nach WHO-Angaben laufen die meisten Nachweisverfahren noch.
In der Ukraine kam es zuletzt zu widersprüchlichen Informationen über das Ausmaß der Schweinegrippe - auch wegen der Machtkämpfe vor der für Januar geplanten Präsidentenwahl. Während der
Staatschef Viktor Juschtschenko von einer Epidemie sprach, sagte die Regierungschefin Julia Timoschenko, es handele sich nur um wenige Fälle. Weil die Ukraine kein Geld zur Bekämpfung der
Schweinegrippe hat, haben mehrere Länder bereits Hilfe geleistet oder angekündigt.
Der Ausbruch in der Ukraine könne Aufschluss darüber geben, wie sich das pandemische H1N1-Virus in der nördlichen Hemisphäre während der Wintermonate verhalte, teilte die WHO mit. Die Organisation empfahl bei Krankheitssymptomen dringend die Behandlung mit Medikamenten. Insgesamt halten sich neun WHO-Experten im Land auf, um vor allem in der schwer getroffenen Westukraine die Lage zu analysieren. Wegen der Epidemie sind in der Ukraine zunächst für einen Zeitraum von drei Wochen alle Bildungseinrichtungen und Kindergärten geschlossen sowie Veranstaltungen mit größeren Menschenmengen verboten.
Neunter Todesfall in Deutschland
In Deutschland ist die Zahl der Toten im Zusammenhang mit der Schweinegrippe auf neun gestiegen. Am Mittwoch wurden zwei Todesfälle in Baden-Württemberg bekannt. Eine 52-jährige Schweinegrippe-Patientin starb am Mittwoch in Stuttgart. Die Frau habe an einer chronischen Vorerkrankung gelitten, teilte das baden-württembergische Sozialministerium mit. "Aussagen zum ursächlichen Zusammenhang des Erregers mit dem Eintritt des Todes können derzeit noch nicht gemacht werden", hieß es weiter.
Bei dem zweiten Todesopfer handelt es sich um einen 29 Jahre alten Mann. Er litt seit Jahren unter schwersten Erkrankungen der Niere und Leber und war auf der Warteliste für eine Organtransplantation, wie das Universitätsklinikum Heidelberg am Mittwoch mitteilte. Der Mann sei bereits am Sonntag gestorben.
Auch in Berlin wurde bei einem an Herz-Kreislauf-Versagen gestorbenen 40-Jährigen der Schweinegrippe-Erreger nachgewiesen. Eine Obduktion solle jetzt klären, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Tod des Patienten und der Infektion gibt, teilte der Gesundheitssenat mit.
Wegen der steigenden Zahl der Schweinegrippe-Erkrankungen sollten sich nach Einschätzung von Fachärzten auch Kinder unter drei Jahren gegen das H1N1-Virus impfen lassen. Zuverlässige Studiendaten aus anderen europäischen Ländern und zum Teil auch aus Deutschland zeigten, dass bereits sehr junge Kinder die Impfung ohne schwerwiegende Probleme vertragen könnten, erklärte der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Wolfram Hartmann.
Sorge um Erfolg der Impfkampagne
Weil voraussichtlich schwere Erkrankungen fälschlich als Nebenwirkungen der Impfung angesehen werden, sorgen sich Experten um den Erfolg der Impfkampagne. Nach Berechnungen eines internationalen Expertenteams ist bei einer Impfung von 30 Millionen Bundesbürgern damit zu rechnen, dass drei Menschen innerhalb einer Woche danach plötzlich sterben, zehn weitere an der aufsteigenden Nervenlähmung Guillain-Barré-Syndrom (GBS) und 20 Menschen an einer Entzündung des Sehnervs erkranken werden. Bei 280 von 100.000 Schwangeren seien spontane Schwangerschaftsabbrüche innerhalb einer Woche nach der Impfung zu erwarten. Diese Fälle spiegelten aber lediglich die normale Erkrankungsrate in der Bevölkerung wider und würden daher auch unabhängig von der Impfaktion eintreten, betonen die Autoren der Studie, die am vergangenen Wochenende im britischen Fachblatt "The Lancet" veröffentlicht wurde.
Tiere scheinen dagegen kaum etwas mit der Seuche zu tun zu haben. "Bisher deutet nichts darauf hin, dass Tiere irgendeine besondere Rolle in der Verbreitung des pandemischen H1N1-Virus unter Menschen spielen", erklärte die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) am Mittwoch in Paris. Influenzaviren können unter anderem Geflügel und Schweine infizieren.
Die Gesundheitstests, die bei für den Welthandel bestimmten Tieren vor deren Export durchgeführt werden, reichten aus, so die OIE. Für den Handel "mit lebenden Schweinen oder anderen Tieren und ihren Produkten sind keine besonderen Maßnahmen nötig". Das gelte auch für Labortests.
(Spiegel)
Do
05
Nov
2009
«Nun geht es offensichtlich los»
Die Pandemie hat Zürich erreicht. Rund 50 Grippefälle wurden gemeldet, eine Schulklasse und ein Kindergarten sind geschlossen worden.
Felix Dinkelmann.Jetzt PandemieSet Family bestellen.
Umfassender Schutz für die ganze Familie.
Geht es jetzt richtig los mit der Schweinegrippe?
Ich denke tatsächlich, dass dies der Anfang der Pandemie ist. Letzte Woche gab es an den Zürcher Schulen erste H1/N1-Fälle,
jetzt mussten wir einzelne Klassen schliessen. Nun geht es offensichtlich los.
Und H1N1 wird uns bis Weihnachten beschäftigen.
Erfahrungsgemäss erreicht eine solche Pandemie ihren Höhepunkt nach rund sechs Wochen, dann flaut sie ab.
Müssen die Eltern nun damit rechnen, dass sie demnächst ihre Kinder zu Hause haben, weil in Zürich keine Schule mehr stattfindet?
Wir entscheiden das vor Ort und von Fall zu Fall. Die Klassen werden aber nicht aus medizinischen Gründen geschlossen, denn wenn wir eine Schule schliessen, hat das auf die Verbreitung der Grippe
kaum einen Einfluss. Ausschlaggebend sind organisatorische Gründe, weil der Schulbetrieb nicht mehr vernünftig aufrechterhalten werden kann.
Sie haben bereits im Sommer Merkblätter verfasst, wie man sich verhalten soll. Gelten die so oder mussten Sie aufgrund der Erfahrungen mit H1N1 in den USA Korrekturen
vornehmen?
Die zuständigen Stellen werden sich nochmals besprechen, aber sicher gilt nach wie vor: Häufiges Händewaschen und Kinder mit Fieber über 38 Grad, die zudem andere Erkältungssymptome wie Halsweh
oder Husten haben, zu Hause behalten - samt den Geschwistern, wenn das erkrankte Kind noch in der Unterstufe ist.
Und wenn ich jetzt wirklich davor Angst habe, dass mein Kind krank wird, behalte ich es zu Hause?
Bei Risikogruppen kann es Sinn machen, präventiv zu Hause zu bleiben. Generell rate ich aber Leuten, die Angst oder Fragen haben, sich bei ihrem Hausarzt zu melden.
Ist H1N1 tatsächlich so harmlos, wie stets gesagt wurde?
Diese Grippe verläuft in den allermeisten Fällen harmlos. Natürlich erschrecken uns Meldungen von
Schweinegrippe-Toten, doch das Risiko, an der normalen saisonalen Grippe zu sterben, ist erheblich höher.
Überlagert sich die saisonale Grippe noch mit der Schweinegrippe?
Wer jetzt Grippesymptome hat, hat wahrscheinlich den H1/N1-Infekt. Die normale Grippe kommt in der Regel
erst im Januar oder Februar.
In zehn Tagen haben wir den H1/N1-Impfstoff, vorerst aber nur für Risikogruppen. Ist das nun zu spät?
Ich gehe davon aus, dass die Impfung auf jeden Fall noch Sinn macht - oder ganz sicher nicht schadet. Ich rate Risikopatienten zur Impfung.
Mit Felix Dinkelmann sprach Helene Arnet
Do
05
Nov
2009
Zehn Fälle von Schweinegrippe in Allschwil
Schulhaus-Schliessung in Allschwil möglich. Die Gemeinde Allschwil meldet zehn Fälle von Schweinegrippe. Die Behörden erwägen eine Schulhaus-Schliessung.
Portofrei, umfassend und sicher
Eine für den Kanton ungewohnte Häufung von Schweinegrippe-Erkrankungen meldet die Gemeinde Allschwil: Bis heute Donnerstagmorgen um 10 Uhr wurden zehn durch den Influenza-Virus H1N1 verursachte Krankheitsfälle registriert, die der Gemeinderat mitteilt. Im "Bettenacker"-Schulhaus sind drei Klassen der Sekundarstufe A betroffen. In einer Klasse wurden fünf Fälle gemeldet, in einer zweiten zwei und in einer dritten Schulklasse ein Fall. In der Sekundarstufe E+P des "Bettenacker"-Schulhauses ist ebenfalls ein Fall aufgetreten. Eine weitere Erkrankung wurde im Kindergarten Schönenbuchstrasse bekannt.
Die Situation in den Allschwiler Schulhäusern werde "konstant überwacht". Zuständig für die Beurteilung sind der Kantonsarzt und das kantonale Amt für Volksschulen. Diesen beiden Stellen seien dazu befugt, "gegebenenfalls eine Schulhausschliessung zu veranlassen".
Die öffentliche Information scheinen die Behörden noch nicht optimal koordiniert zu haben. OnlineReports lief beim Kanton mit der Frage auf, wie die zehn Allschwiler Fälle im Vergleich mit der Situation in andern Gemeinden zu bewerten seien. Kantonsarzt Dominik Schorr ist ganztags abwesend, seine akademische Mitarbeiter Gabrielle Schmid konnte zur Frage keine Stellung nehmen.
Do
05
Nov
2009
Schweinegrippe in drei Zürcher Schulhäusern
In drei Schulhäusern der Zürcher Schulkreise Zürichberg und Uto ist die Schweinegrippe ausgebrochen. Beim Schulgesundheitsdienst hat man bereits damit gerechnet - der Impfstoff fehlt aber weiterhin.
Umfassend, unkompliziert und sicher.
Der Schweizer Pandemie Schutz.
Der Direktor der Schulgesundheitsdienste der Stadt Zürich, Daniel Frey, bestätigte entsprechende Recherchen von Radio 1. Unter anderem sei das Schulhaus Looren betroffen, heisst es in einem Bericht des Senders.
Die Fälle wurden in einem Kindergarten und einer zweiten Klasse festgestellt. Vermutlich brachte ein Geschwisterpaar das H1N1-Virus in die Schule. Die betroffenen Klassen wurden bis und mit heute Mittwoch geschlossen.
Frey geht davon aus, dass bald weitere Schulhäuser der Stadt von der Schweinegrippe betroffen sein werden. «Wir haben damit gerechnet, dass die Grippe jetzt anrollen wird. Seit rund einer Woche verzeichnen wir einen deutlichen Anstieg der Verdachtsfälle auf Schweinegrippe», sagt Frey gegenüber Tagesanzeiger.ch.
Virus überholt Impfung
Alarmierend sei die Situation jedoch nicht. «Es gibt derzeit keinen Hinweis auf eine Mutation des Virus. Das heisst, die Schweinegrippe ist so mild wie eine saisonale Grippe.» Sie werde aber ansteckender sein als eine normale Grippe, warnt Frey. «Betroffen sind insbesondere Kinder und Jugendliche. Das ist das Spezielle an diesem Virus.»
Dass das Virus die Impfaktion im Kanton quasi überholt hat, kommt erschwerend hinzu. «Wir sind tatsächlich in einem Dilemma, weil der Impfstoff so lange auf sich warten lässt», so Frey. «Wir versuchen durch die Präventionsmassnahmen die Verbreitung hinauszuzögern und abzubremsen.»
Do
05
Nov
2009
Ukraine zählt über 90 Schweinegrippe-Tote
KIEW - Eine besonders schwere Grippewelle, vom Virus H1N1 verstärkt, hat in der Ukraine eine halbe Million Menschen infiziert. Ein TV-Sender meldete 93 Grippe-Tote.
Masken für alle: Blick in ein Krankenzimmer in einem Spital in Ternopil im Westen der Ukraine. (Reuters)
Die Weltgesundheitsorganisation WHO rechnet damit, dass es sich bei den Erkrankungen in der Ukraine vorwiegend um Schweinegrippe handelt. Weil das H1N1-Virus weltweit zum dominanten Influenza-Stamm wurde, geht die WHO davon aus, dass es auch auch die meisten ukrainischen Grippefälle ausgelöst hat.
Die genaue Zahl der nachgewiesenen Schweinegrippe-Todesfälle ist aber unklar. Nach WHO-Angaben laufen noch viele Nachweisverfahren. Der Fernsehsender «Fünfter Kanal» berichtete von 93 Grippe-Toten.
«Epidemie» vs «wenige Fälle»
Machtkämpfe vor der Präsidentenwahl führen zu widersprüchlichen Informationen über das Ausmass der Schweinegrippe (Blick.ch berichtete). Während Staatschef Viktor Juschtschenko von einer Schweinegrippe-Epidemie sprach, wollte Regierungschefin Julia Timoschenko mit Angaben über «wenige Fälle» wohl eine Panik verhindern.
Weil die Ukraine kein Geld zur Bekämpfung der Epidemie hat, haben mehrere Länder bereits Hilfe geleistet oder angekündigt. Die Ex-Sowjetrepublik hat für die nächsten drei Wochen alle Kindergärten und Bildungsstätten geschlossen sowie Massenveranstaltungen verboten.
WHO schaut genau hin
Der Ausbruch in der Ukraine könne Aufschluss darüber geben, wie sich das pandemische H1N1-Virus in der nördlichen Hemisphäre während der Wintermonate verhalte, teilte die WHO mit. Sie empfahl bei Krankheitssymptomen dringend die Behandlung mit Anti-Viren-Medikamenten.
(Blick)
Mi
04
Nov
2009
Schweinegrippe: Kleinkinder erkranken schwer
Eine neue US-Studie zeigt: Kinder müssen am häufigsten ins Krankenhaus eingeliefert werden.
WIEN (tes). Die Chance, bei einer Infektion mit der Neuen Grippe (auch: Schweinegrippe) ins Krankenhaus zu müssen, ist bei Kleinkindern größer als bei Erwachsenen. Das zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte Studie, die jene 1088 Fälle untersucht hat, die in den ersten 16 Wochen ab Ausbruch der Krankheit am 23. April im US-Bundesstaat Kalifornien im Krankenhaus behandelt werden mussten.
Rund ein Drittel der Erkrankten war jünger als 18 Jahre. Und: Das höchste Risiko, mit einer schweren Erkrankung ins Krankenhaus zu müssen, hatten Babys unter zwei Monaten - die übrigens gar nicht
geimpft werden können. Allerdings war die Sterblichkeitsrate bei Kindern niedriger als bei Erwachsenen, am höchsten war sie bei den über 50-Jährigen mit 19 Prozent. Insgesamt starben 118 der 1088
im Krankenhaus behandelten Patienten (elf Prozent). Die meisten Patienten hatten Risikofaktoren für schwere Verläufe einer Influenza, etwa Adipositas, HerzKreislauf- oder Lungenleiden. Fast ein
Drittel aller Patienten war so krank, dass sie intensivmedizinisch behandelt werden mussten. Die häufigsten Todesursachen: Lungenentzündungen und akutes Atemnotsyndrom (JAMA, 302, S. 1896).
„Impfung für Eltern ratsam"
Gerade starker Reizhusten ist auch ein charakteristisches Symptom der Neuen Grippe, sagt Wilhelm Sedlak, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde und Mitglied des Oberstes Sanitätsrates. Dazu kommen übliche Grippesymptome wie hohes Fieber, starkes Krankheitsgefühl, Muskel-, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen. Bei starken Symptomen rät Sedlak, den Hausarzt zu kontaktieren. „Am besten einen Termin ausmachen, damit man im Fall des Falles nicht die übrigen Patienten im Wartezimmer ansteckt." Behandelt werde die Neue Grippe auf übliche Weise: „Das Wichtigste ist Bettruhe. Dazu viel Flüssigkeit, Wadenwickel, Brust einschmieren und Hustensaft verabreichen." Die Entscheidung für ein antivirales Medikament treffe der Arzt. Die Schwierigkeit dabei: der manchmal anfangs milde Verlauf. „Mit antiviralen Medikamenten muss man in den ersten zwei Tagen beginnen - das erfordert Fingerspitzengefühl." Tests auf H1N1 führen Hausärzte nicht durch - und auch Krankenhäuser nur bei begründetem Verdacht.
Gerade im Hinblick auf Kinder rät Sedlak - er ist ist auch Impfreferent der Österreichischen Ärztekammer - zur Impfung. „Wer sich impfen lässt, schützt nicht nur sich, sondern auch andere."
Mi
04
Nov
2009
Schweinegrippe: Der siebte Todesfall in Deutschland
Am Mittwoch ist in Stuttgart eine 52-jährige Frau an den Folgen einer Infektion mit der Schweinegrippe gestorben. Nach Angaben der Behörden litt die Frau an einer chronischen Vorerkrankung.
Umfassender Pandemie Schutz aus der Schweiz.
Eine 52-jährige Schweinegrippe-Patientin ist am Mittwoch in Stuttgart gestorben. Die Frau habe an einer chronischen Vorerkrankung gelitten, teilte das baden-württembergische Sozialministerium mit. „Aussagen zum ursächlichen Zusammenhang des Erregers mit dem Eintritt des Todes können derzeit noch nicht gemacht werden", hieß es. Der Fall ist der siebte bekannte Todesfall in Verbindung mit H1N1 in Deutschland.
Die Schweinegrippe dürfe, auch wenn sie bisher in den meisten Fällen einen moderaten Verlauf genommen habe, nicht verharmlost werden, betonte das Ministerium. Die Landesregierung nehme die Lage ernst und habe die notwendigen Vorkehrungen zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger getroffen. Die Einschätzung der Lage habe sich durch den Todesfall nicht verändert.
In dem Land sei mit den Impfungen begonnen worden, bisher habe man rund 316 000 Dosen Impfstoff erhalten. Dies sei deutlich weniger, als ursprünglich gedacht und eingeplant gewesen sei. Es könne sein, dass die eine oder andere Apotheke und damit auch der eine oder andere Arzt nicht sofort die Menge Impfstoff bekomme, die bestellt worden sei. Insgesamt soll Baden-Württemberg 6,35 Millionen Dosen des Impfstoffes gegen die Schweinegrippe erhalten.
(Focus)
Mi
04
Nov
2009
Deutscher stirbt beinahe nach Schweinegrippe-Impfung
Der 30-Jährige erlitt nach der Impfung einen lebensbedrohenden anaphylaktischen Schock. Nur weil ein Arzt sofort einschritt, konnte er überleben. In Schweden ist es schon zu Todesfällen gekommen.
Bei der Schweinegrippe-Impfung in Deutschland sind am Wochenende erstmals lebensgefährliche Komplikationen aufgetreten. In Düsseldorf erlitt ein etwa 30-jähriger Mann nach der Impfung einen lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock (eine Überreaktion des Immunsystems), wie der Düsseldorfer Impfarzt und Orthopäde Christian Wittig bestätigte.
Glücklicherweise befand sich der Mann zu diesem Zeitpunkt noch in der Arztpraxis und konnte sofort notfallmäßig betreut werden. "Bei einem anaphylaktischen Schock hat man ein Zeitfenster von 90 Sekunden, um zu reagieren", betonte Wittig. Der Patient habe einen Kreislaufkollaps erlitten, sei aber noch ansprechbar gewesen. Nach einer Notfallbehandlung wurde er in eine Krankenhaus gebracht, konnte die Klinik aber zwei Stunden später bereits wieder verlassen.
In extrem seltenen Fällen kann es bei allen Impfungen zu solchen Zwischenfällen kommen. In Schweden ist es sogar schon zu fünf Todesfällen gekommen, sagte Wittig. Empfohlen wird für jede Impfung, dass der Betroffene eine kurze Zeit nach der Impfung unter Beobachtung bleibt.
Di
03
Nov
2009
70 Rekruten in Chur an Schweinegrippe erkrankt
Weitere Erkrankte ausserhalb des Waffenplatzes -Möglicherweise Ausgangssperre
Auf dem Churer Waffenplatz sind vermutlich rund 70 Rekruten an der Schweinegrippe erkrankt. Es wird geprüft, das Areal des Waffenplatzes mit einer Ausgangsperre zu belegen.
Innert 72 Stunden geliefert. Portofrei!
Das Original.
Jetzt Schweizer PandemieSets bestellen
Auf dem Waffenplatz Chur ist unter Infanterie-Rekruten die Schweinegrippe ausgebrochen. Über 70 Armeeangehörige dürften die pandemische Grippe A(H1N1) haben. Sechs Rekruten wurden konkret auf das Virus getestet - alle Befunde waren laut VBS positiv.
Die Armee geht davon aus, dass die meisten von insgeamt 75 erkrankten Rekruten an der Schweinegrippe leiden, wie das VBS mitteilte. Am Dienstag waren elf Rekruten mit Grippesymtomen auf die Krankenstation verlegt worden. Alle Kranken stehen unter medizinischer Betreuung und ärztlicher Beobachtung.
Jeder Vierte hat Grippe
Neun Rekruten mit Grippe halten sich zu Hause auf. Damit ist jeder Vierte der total 324 Infanterie-Rekruten des Waffenplatzes Chur an Grippe
erkrankt. Der Schulkommandant hat für die Information aller Armeeangehörigen auf dem Churer Waffenplatz eine zentrale Auskunftsstelle eingerichtet.
Die Bündner Justiz- und Gesundheitsdirektorin Barbara Janom Steiner sagte vor den Medien in Chur, erste Krankheitsfälle auf dem Waffenplatz seien letzte Woche festgestellt worden. Laut der Regierungsrätin wird geprüft, eine Ausgangssperre über das sich in der Stadt befindende Kasernenareal des Waffenplatzes zu verhängen.
(NZZ)
Di
03
Nov
2009
Schweinegrippe breitet sich rasant aus
In vielen Ländern steigt die Zahl der Schweinegrippe-Kranken täglich an: Alleine Deutschland rechnet mit Tausenden Erkrankungen. Und in der Schweiz hat sich binnen einer Woche die Zahl der Neuansteckungen verdoppelt.
Angst vor der Schweinegrippe: Eine Frau mit Mundschutz betet auf einem Friedhof im ukrainischen Ternopil.Die Bilder aus der Ukraine rücken einem erneut ins Bewusstsein, dass die Schweinegrippe in Europa noch nicht ausgestanden ist: Zwar wurde laut der russischen Agentur «Ria Nowosti» erst bei 22 der mehr als 255'000 Grippe-Erkrankungen das H1N1-Virus nachgewiesen, dennoch tragen viele Leute auf der Strasse Schutzmasken, Schulen und Kinos wurden geschlossen, Konzerte abgesagt.
In der Schweiz ist man von einem solchen Szenario noch weit entfernt: Bislang sind hierzulande 1440 bestätigte Fälle von Schweinegrippe aufgetreten. Nachdem das Bundesamt für Gesundheit im Juli und August Spitzenwerte verzeichnete, steckten sich danach während einiger Wochen weniger Personen an. In der vorletzten Woche gab es allerdings wieder doppelt so viele Neuansteckungen wie in der Vorwoche. Ob dieser Trend anhält, kann das Bundesamt zurzeit nicht sagen. Auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnetz verweist Sprecherin Katrin Holenstein auf Mitte Woche: Die aktuellsten Daten zur Grippe-Aktivität stünden in der Schweiz am Donnerstag Morgen zur Verfügung.
In 17 von 27 Ländern erhöhte Virusaktivität
Es scheint allerdings nur eine Frage der Zeit, bis auch die Schweiz von der Grippewelle überrollt wird, denn das Virus breitet sich in grossen Teilen Europas rasant aus: Die Europäische Seuchenkontrollbehörde teilt mit, dass in 17 von 27 EU-Ländern die Aktivität des Virus zunimmt. Bisher sind europaweit 317 Personen an der Grippe gestorben - die meisten in Grossbritannien, Frankreich und Spanien; die Schweiz hat noch keine Todesfälle zu beklagen.
Vor allem in den Nachbarländern der Schweiz ist die Schweinegrippe auf dem Vormarsch. In Deutschland wird befürchtet, dass es weitere Tote geben wird. Das Robert-Koch-Institut glaubt, dass «die Welle, die wir für den Herbst erwartet haben, begonnen hat». In nur einer Woche hat sich die Zahl der Infizierten auf fast 30'000 Personen verdoppelt. Institutspräsident Jörg Hacker wertete es zudem als Warnsignal, dass in Deutschland eine gesunde vierfache Mutter an der Grippe gestorben sei. Die meisten Neuinfizierten in Deutschland gibt es in Bayern und Mecklenburg-Vorpommern.
30 Prozent der Bevölkerung könnten betroffen sein
Auch in Österreich breitet sich das Virus aus: Das Gesundheitsministerium schätzt, dass bis zu 30 Prozent der Bevölkerung im Laufe einiger Wochen von einer Pandemie betroffen sein könnten. Letzte Woche erkrankten bereits zehn Personen neu an der Grippe, zuvor waren es nur zwei. Dies dürfte den bislang mit Zurückhaltung aufgenommenen Impfaktionen in Deutschland und Österreich Aufwind geben.
Di
03
Nov
2009
Tommy Haas an Schweinegrippe erkrankt
Der deutsche Tennisprofessional mit dem H1N1-Virus infiziert.
Haas, der das Turnier in Stockholm abgebrochen hat und wohl die Saison beenden wird, bestätigte das positive
Ergebnis. «Ich habe einen Test gemacht, weil ich vermutet habe, dass ich Schweinegrippe habe. Der Test war positiv. Es war natürlich ein Schock für mich.»
«Ich bin jetzt aber schon wieder beruhigter, weil ich weiss, dass die Schweinegrippe zwar eine sehr harte Form der Grippe ist, aber, wenn man in einem guten körperlichen Zustand ist wie ich, diese Grippe auch relativ schnell besiegen kann», sagte der Wimbledon-Halbfinalist.
Der in Florida lebende Deutsche hatte am 22. Oktober beim ATP-Turnier in Stockholm nur die erste Partie absolviert, dann stellte der Hausarzt Schweinegrippe fest. Haas: «Nach dem Spiel ging es los. Kratzen im Hals, nachts Schüttelfrost und Fieber. Es war drei Tage richtig schlimm und ich konnte mein Hotelzimmer nicht verlassen. Es ging mir richtig schlecht.»
Haas, der am Dienstag das Ergebnis des Nachtests erwartete, sagte am Montag: «Ich habe mich heute noch mal testen lassen. Ich hoffe, dass die Symptome jetzt aus meinem Körper sind und ich langsam wieder anfangen kann zu trainieren. Ich bin heiss auf die nächsten Turniere.»
Der gebürtige Hamburger hatte auch Ende letzter Woche seine Teilnahme am Turnier in Basel abgesagt und wird ab Montag auch beim letzten Masters-Turnier der Saison in Paris fehlen. Zuvor hatte sich der 17. der Weltrangliste noch Hoffnungen gemacht, sich für das Achterfeld der Tennis-WM (22. bis 29. November) in London qualifizieren zu können.
(NZZ)
Di
03
Nov
2009
Schweinegrippe: Sprunghafter Anstieg der Infektionen bei unter 18-Jährigen
Die zweite Welle der Schweinegrippe schwappt über Deutschland. Besonders in Süddeutschland und Mecklenburg-Vorpommern häufen sich die Neuinfektionen. Im Norden Deutschlands trat jede zweite Neuinfektion bei unter 18-Jährigen auf.
Schnell geliefert und portofrei
Das Robert-Koch-Institut (RKI) ruft erneut zur Impfung gegen die Schweinegrippe auf. Die von Experten befürchtete zweite Welle der Grippe schwappt bereits über Deutschland. Die Neuinfektionen häufen sich besonders im Süden und Nordosten. Jede zweite Neuinfektion betrifft im Norden Deutschlands Jugendliche unter 18 Jahren.
Auch Prominente, wie Thommy Haas, infizierten sich mit dem H1N1-Virus. Ein Tennisturnier mußte aus Krankheitsgründen abgesagt werden. Drei Tage kämpfte er mit heftigen Symptomen, wie
Schüttelfrost und Fieber. Nun geht es gesundheitlich aber schon wieder bergauf.
In der Ukraine hingegen häufen sich die Todesfälle durch die Schweinegrippe. Angrenzende Länder konnten bislang noch kein Übergreifen der Krankheit ausmachen. Der Regierungschef der Ukraine bat
dennoch um Unterstützung durch die USA und die EU. Der Präsident befürchtet eine Gefährdung der nationalen Sicherheit.
(Cecu)
Mo
02
Nov
2009
Zweite Schweinegrippe-Welle in Deutschland
Zahl der Neuerkrankungen in den letzten Tagen stark gestiegen
Die von Experten befürchtete zweite Welle der Schweinegrippe hat Deutschland erfasst. Trotz eines schleppenden Auftakts der bundesweiten Schweinegrippe-Impfung sehen die Gesundheitsbehörden die grösste Aktion dieser Art in der Geschichte des Landes auf einem guten Weg.
Die Zahl der wöchentlichen Neuerkrankungen schnellte zuletzt von 1860 auf 3075 nach oben, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Montag in Berlin mitteilte. Das Institut bezog sich auf neueste Zahlen für die 42. und 43. Kalenderwoche. «Die Welle hat begonnen», sagte RKI-Präsident Jörg Hacker. Insgesamt wurden demnach hierzulande bisher 29'907 Fälle der neuen Grippe registriert. Es werden auch mehr Todesfälle erwartet, bisher wurden sechs mit dem Erreger H1N1 in Verbindung gebracht.
Trotz eines schleppenden Auftakts der bundesweiten Schweinegrippe-Impfung in der vergangenen Woche sehen die Gesundheitsbehörden die grösste Aktion dieser Art in der Geschichte des Landes auf einem guten Weg. Die Immunisierung gegen das Virus sei in allen Bundesländern angelaufen, sagte der Sprecher des Thüringer Gesundheitsministeriums, Thomas Schulz, am Montag der Nachrichtenagentur AP. Thüringen hat derzeit den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz inne.
Schleppender Auftakt zur Impfung
Der Sprecher räumte ein, dass der Auftakt mitunter schleppend gewesen sei und es vereinzelt schwankende Liefermengen gebe. Das sei aber im
Produktionsprozess begründet und von vornherein bekannt gewesen. Von einem Lieferengpass oder Pannen bei der Versorgung könne keine Rede sein.
In den meisten Bundesländern war die Impfaktion vergangene Woche mit der Immunisierung des sogenannten Schlüsselpersonals gestartet. Dazu zählen wichtige Berufsgruppen wie Ärzte, Schwestern, Rettungskräfte und Polizisten. Mitunter konnten sich aber bereits alle Patienten impfen lassen. Ministeriumssprecher Schulz sprach von einer Impfbereitschaft zwischen 10 und 30 Prozent beim Schlüsselpersonal. Die Bereitschaft der Bevölkerung insgesamt werde weiter zunehmen, sobald es noch mehr Krankheitsfälle gebe. Diese Einschätzung teilt auch das Robert-Koch-Institut.
Dessen Präsident Hacker sagte, die Impfbereitschaft werde ausserdem mit zunehmender Information über die Aktion steigen. Nach seiner Einschätzung kann die Schweinegruppe auch bei Menschen ohne Vorerkrankungen einen schweren Verlauf nehmen. Im ZDF sagte er, Deutschland sei bisher das Land mit den wenigsten schweren Verläufen gewesen. «Aber wenn wir mehr Fälle haben in Deutschland, werden auch diese schweren Fälle zunehmen», betonte er. Der Fall einer 48-jährigen Frau, die in der vergangenen Woche an der Bonner Uni-Klinik ohne Vorerkrankung an den Folgen der Schweinegrippe starb, sei nicht überraschend gewesen.
Ungewissheit um Mutationen des Virus
Der Leiter des Bonner Instituts für Virologie, Christian Drosten, geht davon aus, dass die Zahl der Todesfälle weiter steigt, er rief
die Bevölkerung zur Impfung auf. Auch RKI-Präsident Hacker riet dringend zu der Immunisierung: «Wenn geimpft wird, hat das Virus nicht die Möglichkeit zu mutieren», betonte er. Bisher könne nicht
mit Gewissheit vorausgesagt werden, ob das Virus sich überhaupt verändere, möglicherweise aggressiver werde.
Deutschland ist nach Ansicht der Ländergesundheitsminister jedenfalls für alle Fälle gerüstet. Das umfasse nicht nur die Impfmenge von insgesamt 50 Millionen Dosen, die bis Ende Februar 2010
ausreichen soll, sondern auch die Versorgung mit antiviralen Medikamenten, die im Ernstfall zum Einsatz kommen.
(NZZ)
So
01
Nov
2009
Ukraine besonders von der Schweinegrippe betroffen
Bisher mehr als 50 Tote - Hilfszusagen aus Nachbarländern. In der Ukraine breitet sich die Schweinegrippe rasant aus. Die Zahl der Todesfälle stieg inzwischen auf 53, mehr als 180'000 Menschen sind an dem Virus erkrankt.
Die Ukraine ist wegen der Schweinegrippe im Ausnahmezustand. Die Epidemie breite sich in rasendem Tempo aus, sagte Präsident Viktor Juschtschenko. Die Zahl der Todesfälle stieg inzwischen auf 53, mehr als 180'000 Menschen sind an dem Virus erkrankt.
Nach Angaben des Kiewer Gesundheitsministeriums sind allein im Gebiet Lwiw im Westen des Landes mehr als 70'000 Menschen infiziert. Eine Delegation der Weltgesundheitsorganisation WHO will am Montag in die Region reisen, um sich ein Bild von der Situation in den Spitälern und den Ärztepraxen zu machen.
Militärärzte und Reservisten wurden aufgeboten, um sich um die wachsende Zahl an Patienten zu kümmern. Mehrere Länder, darunter Russland und die Slowakei, sagten der ehemaligen Sowjetrepublik Hilfe zu.
Leere Strassen, Schulen geschlossen
Das Fernsehen zeigte am Wochenende Bilder von leeren Strassen und Geschäften in den Grossstädten. Bereits am Freitag hatte die Regierung
landesweit alle Schulen und Kindergärten geschlossen. Zudem sind Veranstaltungen mit grösseren Menschenmengen, darunter Konzerte und Kinovorführungen, verboten.
Nach Panikkäufen in Apotheken waren in vielen Städten weder Schutzmasken noch Medikamente zu haben. Juschtschenko ordnete an, dass umgehend mehr Schutzmasken produziert werden müssten - der Bedarf liege bei einer Million Masken pro Tag.
Auch in Deutschland breitet sich die Schweinegrippe weiter aus. Im Süden des Landes wurden am Wochenende mehrere Handballspiele abgesagt, weil zahlreiche Spieler an der Schweinegrippe erkrankt sind.
Es bestehe akute Ansteckungsgefahr, teilte die Handball- Bundesliga-Vereinigung mit. Die Zahl der Schweinegrippe-Toten stieg landesweit auf sechs Personen.
Skepsis vor Impfung
In den Nachbarländern der Schweiz werden seit Tagen Menschen gegen die Schweinegrippe geimpft, etwa das Gesundheitspersonal oder ältere Personen.
Vielerorts ist die Skepsis gegen die Impfung aber gross.
Auch in der Schweiz, wo die Impfaktion Mitte November starten soll, haben sich erst wenige Personen dazu entschlossen, sich gegen das Virus impfen zu lassen: 86,4 Prozent der Befragten gaben in einer Umfrage im Auftrag von «SonntagsBlick» und «il caffè» an, sie wollten sich nicht vorsorglich impfen lassen. Der kleine Rest weiss es noch nicht.
Vor Reisen in ferne Länder sind 42,2 Prozent bereit, sich impfen zu lassen. Fast 60 Prozent der Befragten glauben, die Behörden hätten ihre Warnungen vor der Schweinegrippe übertrieben.
(NZZ)
So
01
Nov
2009
Afghanistan schliesst Schulen wegen Schweinegrippe
Die Schweinegrippe breitet sich auf der Nordhalbkugel weiter aus, so auch in Afghanistan. Dort ordnete die Regierung als Vorsichtmassnahme ab Montag die Schliessung aller Schulen für drei Wochen an.
Dies sei erforderlich, «um die Gesundheit unserer lieben Mitbürger zu schützen», erklärte das Bildungsministerium. Am Mittwoch war in Afghanistan der erste Todesfall durch eine Infektion mit dem
A/H1N1-Virus bekannt geworden.
(NZZ)
So
01
Nov
2009
Ukraine: Wegen Schweinegrippe Schulen und Kinos geschlossen
Nachdem laut Viktor Juschtschenko, dem Präsident der Ukraine, 48 Menschen an der Schweinegrippe gestorben sind, bleiben in der früheren Sowjetrepublik die Schulen geschlossen. Kino-Vorführungen und Konzerte wurden abgesagt. Dies seien Maßnahmen, um die Ausbreitung der Grippe zu stoppen. In der Ukraine herrsche bereits eine Knappheit an Anti-Grippe-Mitteln und Atemschutzmasken.
Umassend, unkompliziert und sicher
In der Ukraine sind 48 Menschen an der Grippe gestorben, Zehntausende haben sich angesteckt. Dies erklärte der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko am Samstag auf seiner Website. Juschtschenko sprach von elf Ukrainern, die an den Folgen der Schweinegrippe starben. Gesundheitsminister Wasili Knjasewitsch erklärte dagegen der Agentur RIA Nowosti zufolge, eine Person sei an der Schweinegrippe gestorben, 13 weitere hätten sich infiziert.
Seit Freitag sind die Schulen in der früheren Sowjetrepublik geschlossen, Kino-Vorführungen und Konzerte wurden abgesagt. So soll die weitere Ausbreitung der Grippe gestoppt werden, an der laut Juschtschenko schon 150.000 Menschen in der Ukraine erkrankt sind. Die Arten der Grippe unterschied der Präsident nicht. Der Ausbruch startete in der westlichen Region Ternopol. Laut Medienberichten gibt es inzwischen in der Ukraine eine e
(Focus)
So
01
Nov
2009
Virologe: Auch Gesunde können daran sterben - Risiko für Schwangere zehn mal so hoch
Die Nachricht hatte Freitag für Wirbel gesorgt: Eine Frau († 48), die keine bekannten Vorerkrankungen hatte und die keiner Risikogruppe angehörte, ist an der Schweinegrippe gestorben. Experten befürchten jetzt zunehmend schwere Krankheitsverläufe bei gesunden Menschen.
Schweinegrippe: Der Familienschutz
Jetzt PandemieSet Family bestellen
Der Hallenser Virologe Alexander Kekulé erklärt, warum Gesunde am H1N1-Virus sogar sterben können: „In sehr seltenen Fällen ruft die Schweinegrippe eine direkte Lungenentzündung hervor", sagte der Wissenschaftler dem Sender MDR Info. „Das Virus kann ganz unmittelbar die tiefen Atemwege befallen und wirkt dann tödlich."
Er rechne damit, dass die Infektionszahlen in den kommenden Wochen weiter ansteigen werden. Kekulé: „Jede Grippe hat im Winter ihre Hochsaison. Unser Immunsystem ist schlechter, die Atemwege sind
trocken. Deshalb können sich Viren dort besser ansiedeln." Die Anzahl der schweren Fälle werde deshalb deutlich zunehmen.
Diese Befürchtung hatte am Samstag auch Prof. Dr. Martin Exner, Direktor des Instituts für Hygiene und öffentliche Gesundheit an der Uni-Klinik Bonn, geäußert. Er rechnet mit einer zweiten,
schlimmen Welle der Schweinegrippe. In Deutschland sind bisher sechs Menschen an den Folgen der Krankheit gestorben, 30 000 sind infiziert.
Neben der Beachtung allgemeiner Hygieneregeln empfehlen beide Wissenschaftler dringend, sich impfen zu lassen.
Die Nebenwirkungen in dem Impfstoff „Pandremix", mit dem die Bevölkerung immunisiert werden soll, seien zwar ärgerlich, sagte Kekulé, müssten aber in Kauf genommen werden. „Der Impfstoff ist
leider nicht optimal." Doch die Grippe selbst sei auf jeden Fall schlimmer als die möglichen Nebenwirkungen.
Immerhin: Die Nebenwirkungen liegen anscheinend im Rahmen der Erwartungen, so ein Bericht aus Schweden, wo bereits seit dem 12. Oktober mit „Pandemrix" geimpft wird. Das Paul-Ehrlich-Institut
(PEI) in Langen (Hessen) legte ihn jetzt vor.
Wie viele Menschen tatsächlich geimpft wurden, sagt der Bericht zwar nicht. Allerdings hätten 400 bis 500 der Geimpften über Nebenwirkungen wie Kopf- und Gelenkschmerzen, Fieber, Mattigkeit und
Rötung an der Einstichstelle berichtet. Allergische Reaktionen habe es 37-mal gegeben, darunter 15 schwerwiegende.
Fünf Personen seien im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung gestorben. Doch laut PEI gibt es „keine Hinweise auf einen ursächlichen Zusammenhang mit der Impfung". Die Patienten, die alle an
chronischen Krankheiten gelitten hatten, seien in Zeiträumen von zwölf Stunden bis vier Tage nach der Behandlung verstorben.
Derweil steigen die Infektionszahlen weiter an. In Wien bereitet der Fall einer infizierten Schwangeren große Sorge. Die 18-Jährige, die im sechsten Monat schwanger ist und an chronischem Asthma
leidet, hat eine schwere Lungenentzündung, schwebt weiterhin in Lebensgefahr.
Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben Schwangere ein zehnmal höheres Risiko, dass es bei einer Krankheit zu akuter Lebensgefahr kommt. Sie empfiehlt werdenden Müttern deshalb dringend,
sich impfen zu lassen.
(Bild)
So
01
Nov
2009
Schweinegrippe verbreitet sich schneller
Hamburg (dpa) - Die Schweinegrippe breitet sich in Deutschland immer rascher aus. Die Impfungen gegen das Virus liefen dagegen in der ersten Woche nur schleppend. Zum einen bieten zahlreiche Hausärzte bewusst keine Impfungen an.
Zum anderen wurde laut Stuttgarter Sozialministerium zumindest nach Baden-Württemberg deutlich weniger Impfstoff geliefert als im Juli geplant. Niedersachsen hatte wegen Lieferengpässen den Start der Schweinegrippe-Impfung um eine Woche auf diesen Montag verschoben.
In mehreren Bundesländern mussten in der vergangenen Woche Schulen wegen der Schweinegrippe schließen. Im Süden der Deutschlands wurden am Wochenende mehrere Handballspiele der Regionalliga und der 2. Bundesliga wegen Erkrankungen abgesagt. Das Robert Koch-Institut hat bislang mehr als 25 000 Schweinegrippefälle registriert. Vom Sommer bis Mitte September war die Zahl der wöchentlich registrierten Neuinfektionen laut Institut zurückgegangen, seitdem steigen sie wieder an - besonders in Bayern.
Bundesgesundheitsministers Philipp Rösler (FDP) hält die normale Herbstgrippe derzeit für gefährlicher als die Schweinegrippe, will sich aber gegen beide schützen. Er werde sich erst gegen die normale Grippe impfen lassen, sagte Rösler der «Bild am Sonntag». Danach lasse er sich gegen die Schweinegrippe impfen. Die Bürger sollten sich mit ihrem Arzt besprechen.
Der Virologe Michael Pfleiderer rechnet damit, dass die Impfmüdigkeit der Deutschen bei der Schweinegrippe bald verschwinden wird. «Ich weiß, dass die Stimmung über Nacht umschlägt, sobald wie jetzt in den USA die Zahl der Schwerkranken steigt und die Krankenhausbetten knapp werden», sagte der Impfstoff-Experte vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) der «WirtschaftsWoche».
Ein möglicher Stimmungswandel bei der Impfung könnte nach Ansicht des Virologen Uwe Gerd Liebert zu spät kommen. «Je mehr Schweinegrippefälle bekanntwerden, desto mehr Deutsche werden ihre bisherige Impfzurückhaltung aufgeben. Ich befürchte nur, dass viele Menschen zu spät aufwachen», sagte der Forscher von der Universität Leipzig der «Leipziger Volkszeitung» (Montag) und warnte: «Wer sich erst nach Weihnachten impfen lässt, der läuft Gefahr, auf dem Höhepunkt der Grippesaison zu spät zu kommen.» Ein wirksamer Schutz trete erst nach drei Wochen ein.
Das PEI präsentierte Daten aus einem Bericht in Schweden, das schon seit dem 12. Oktober gegen Schweinegrippe impft. Demnach entsprechen die ersten gemeldeten Nebenwirkungen denen, die auch in den Zulassungsstudien vorkamen. Dort wurden bislang unter anderem Kopf- und Gelenkschmerzen, Fieber und Mattigkeit registriert. Beachtenswert sei die Meldung von allergischen Reaktionen bei 37 Patienten, schreibt das PEI. Bei zwei der Patienten sei eine Hühnereiweißallergie bekanntgewesen.
Bundesweit gibt es weniger Impfstoff als geplant. «Am Anfang hat sich das Impfstoff-Saatvirus nicht so gut vermehren lassen wie erwartet», sagte eine Sprecherin des Hersteller GlaxoSmithKline. Es zeichne sich ab, dass die im Juli anvisierte Zahl von bundesweit 8,3 Millionen Impfdosen monatlich vorerst deutlich unterschritten werde. Mittlerweile habe die Firma das Herstellungsverfahren optimiert.
Die Zahl der Schweinegrippe-Toten in Deutschland war am Freitag von drei auf sechs gestiegen. Bundesweit erstmals ist auch ein Mensch ohne bekannte Vorerkrankungen an den Folgen der Neuen Grippe gestorben. Die 48-jährige Frau aus dem Rhein-Sieg-Kreis hinterlässt vier Kinder und einen Ehemann. Im Saarland starb ein chronisch kranker, fünfjähriger Junge und in Augsburg ein schwerbehinderter 16- Jähriger an Schweinegrippe.
Besonders hart trifft die Schweinegrippe derzeit die Ukraine, wo es mehr als 50 Todesfälle gibt. Über 184 000 Menschen sind nach Angaben der Agentur Interfax daran erkrankt. In dem 47-Millionen- Einwohner-Staat herrscht wegen der Grippe Ausnahmezustand. Das Fernsehen zeigte Bilder von leeren Straßen und Geschäften in den Städten. Der Regierung schloss landesweit für drei Wochen alle Schulen und Kindergärten. In den USA wird unterdessen das Grippemittel Tamiflu in der flüssigen Form knapp. Die US- Seuchenbehörde CDC gab alle Notfall-Reserven des Grippemittels in flüssiger Form frei, die besonders für Kinder geeignet ist.
Weltweit sind nach jüngsten Zahlen des EU-Seuchenzentrums ECDC mehr als 6000 Menschen an der Neuen Grippe gestorben, davon rund 300 in Europa und 1000 in den USA.
(Zeit)
So
01
Nov
2009
Kein Schwein kümmert die Grippe
Eine tödliche Grippewelle ist im Anzug auf die Schweiz. Doch es macht den Anschein als ob es hier niemanden interessieren würde. Fünf Sechstel der Schweizerinnen und Schweizer wollen sich gar nicht impfen lassen.
Die Empfehlung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) betreffend die die Impfung gegen die Schweinegrippe kommt bei der Schweizer Bevölkerung schlecht an. 86,4 Prozent gaben in einer Umfrage an, sie wollten sich nicht vorsorglich impfen lassen. Der kleine Rest weiss es noch nicht.
Im Auftrag des «SonntagsBlicks» befragte das Meinungsforschungsinstitut Isopublic telefonisch 606 Personen. Die Frage, ob sie sich gegen die normale Grippe impfen lassen wollten, beantworteten 83,9 Prozent mit Nein.
Vor Reisen in ferne Länder sind 42,2 Prozent bereit, sich impfen zu lassen. Fast 60 Prozent der Befragten glauben, die Behörden hätten ihre Warnungen vor der Schweinegrippe übertrieben.
(20Minuten)
Fr
30
Okt
2009
Deutschland: Bereits sechster Todesfall durch Schweinegrippe
In Deutschland gibt es drei neue Todesfälle durch die Schweinegrippe. Damit erhöhte sich die Zahl der in Zusammenhang mit dem neuen Virus getöteten Menschen binnen eines Tages auf sechs. Besonders besorgniserregend ist der Fall einer 48-jährigen Frau. Sie hatte keine bekannten Vorerkrankungen.
In Deutschland gibt es drei neue Todesfälle durch die Schweinegrippe. Damit erhöhte sich die Zahl der in Zusammenhang mit dem neuen Virus getöteten Menschen binnen eines Tages auf sechs. Am Freitag starb eine 48 Jahre alte Frau im Universitätsklinikum Bonn.
Nach Angaben eines Kliniksprechers hatte die Patientin aus dem Rhein-Sieg-Kreis keine bekannten Vorerkrankungen, die den schweren Krankheitsverlauf erklären würden. Wo sie sich angesteckt hat, ist unklar. Die Frau war vor einigen Tagen aus einem auswärtigen Krankenhaus zur intensivmedizinischen Weiterbehandlung nach Bonn verlegt worden.
Am Nachmittag erlag ein fünfeinhaljähriges Kind in Saarbrücken dem Virus, teilte eine Sprecher des saarländischen Gesundheitsministeriums mit. Der Junge sei schwerstbehindert gewesen und habe in einer entsprechenden Betreuungseinrichtung gelebt. Dort hätten sich noch weitere Kinder infiziert. Der Junge starb in einer Kinderklinik.
Auch in Bayern gibt es einen weiteren Schweinegrippe-Todesfall. Ein 16-jähriger Patient aus Günzburg erlag am Freitag dem Virus im Augsburger Zentralklinikum, wie ein Klinik-Sprecher der „Augsburger Allgemeinen" (Samstagausgabe) bestätigte. Nach Informationen der Zeitung war der Jugendliche schwerbehindert.
Derweil breitet sich die Schweinegrippe immer schneller in Deutschland aus. Derzeit seien knapp 30.000 Infektionsfälle seit Ausbruch der sogenannten Neuen Grippe im April erfasst worden, sagte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums in Berlin. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hatte bis 20. Oktober insgesamt 25.285 Fälle erfasst. Den Bundesländern lagen zum Ende der ersten Impfwoche zunächst keine Zahlen der immunisierten Menschen vor. Rückmeldungen zur Impfbereitschaft wurden von den meisten Landesministerien für nächste Woche erwartet. In vielen Ländern konnten sich bereits alle Bürger impfen lassen.
Am Montag war die größte Impfaktion in der Geschichte der Bundesrepublik in fast allen Bundesländern angelaufen. In Niedersachsen verschob sich der Beginn jedoch von Ende dieser Woche auf Montag. Der Impfstoff war laut der Apothekerkammer erst am Mittwoch bei den Apotheken eingetroffen. Rund 90 Ärzte hätten sich gegen eine Impfung gegen die Schweinegrippe ausgesprochen, weil sie starke Nebenwirkungen befürchteten, sagte der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung (KVA) in Niedersachsen, Detlef Haffke.
Baden-Württemberg hatte am Freitag dagegen bereits eine zweite Lieferung des Serums erhalten. Eine Sprecherin des Landessozialministeriums sagte in Stuttgart, es habe etwas gedauert, bis sich das System eingespielt habe. Zudem seien viele Patienten unsicher, ob sie sich impfen lassen sollten.
In Bremen registrierte der Gesundheitssenat ebenfalls einen eher schleppenden Anlauf der Aktion. Bislang hätten sich erst 400 Patienten bei den Gesundheitsämtern impfen lassen, sagte eine Sprecherin. Das sei weniger als man erwartet habe.
„Sehr gut" wurde die Impfaktion hingegen in Schleswig-Holstein angenommen, sagte der Sprecher des Kieler Sozialministeriums, Oliver Breuer. Die „Anfangsschwierigkeiten" hätten sich schnell gelegt. Breuer zufolge können sich in Schleswig-Holstein bereits alle Menschen impfen lassen, wobei Risikogruppen der Vortritt gelassen werden sollte. Es würde jedoch „niemand abgewiesen".
Eine rege Nachfrage wurde auch im Saarland verzeichnet. Es hätten sogar schon Menschen angerufen, die wissen wollten, warum sie in dieser Woche keinen Impftermin mehr bekommen, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Saarbrücken. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern gab es keine vorgezogenen Impfungen für Risiko-Berufsgruppen.
In Hamburg können sich hingegen zunächst nur das Personal im Gesundheitswesen sowie Polizisten und Feuerwehrleute impfen lassen. Im größten medizinischen Zentrum Hamburgs, dem Universitätsklinikum Eppendorf (UKE), ließen sich laut Betriebsärztin Gabriele Andersen täglich zwischen 80 und 100 Angestellte impfen. Das sei „ein sehr hoher Zulauf". Die Tendenz sei steigend. Die Beteiligung an der Impfaktion bei der Hamburger Feuerwehr lag laut einem Sprecher zwischen 16 und 20 Prozent.
IMPFUNGEN FÜR SCHLÜSSELPERSONAL
In Thüringen wird zwar vorrangig sogenanntes Schlüsselpersonal wie Feuerwehrmänner, Ärzte und Krankenschwestern geimpft. „Wenn am Abend eine Dose überbleibt, kann man sich auch jetzt schon impfen lassen" sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Wegen der beschränkten Haltbarkeit müssen die für zehn Patienten ausreichenden Ampullen binnen 24 Stunden verbraucht werden.
Überlegungen, von Ärzten, die Impfdosen verfallen lassen, eine Regresszahlung zu fordern, sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums Rheinland-Pfalz aus der Welt geschafft. „Kein Arzt wird einen finanziellen Nachteil von der Impfaktion haben," sagte eine Ministeriumssprecherin.
Die Zahl der neu an Schweinegrippe erkrankten Menschen war zuletzt binnen einer Woche von 1503 auf 1596 gestiegen. Für die zurückliegende 43. Kalenderwoche werde aber eine stärkere Zunahme bei den Neuinfektionen als in den vergangenen Wochen erwartet, sagte RKI-Sprecher Günther Dettweiler. Das RKI will die neuen Daten am Montag vorstellen.
Derzeit werden laut Dettweiler 27 Prozent der von Arztpraxen an das RKI eingesandten Rachenabstriche positiv auf Schweinegrippe getestet. Damit sei eine weitere Ausbreitung der hoch infektiösen Krankheit absehbar.
(DieWelt)
Fr
30
Okt
2009
Schweinegrippe-Impfstoffe zugelassen
Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic hat zwei Impfstoffe gegen die Schweinegrippe (H1N1) zugelassen. Ab Mitte November kann mit der Impfung der Risikogruppen und des Gesundheitspersonals begonnen werden.
Sicher, umfassend und unkompliziert
Bei den Präparaten handelt es sich dabei um die Impfstoffe Focetria vom Schweizer Pharmariesen Novartis und um Pandemrix von GlaxoSmithKline.
Der Direktor des Bundesamts für Gesundheit (BAG), Thomas Zeltner, ist von der Sicherheit und dem Nutzen der Impfstoffe gegen die Schweinegrippe überzeugt. "Wir verfügen heute über sichere und getestete Impfstoffe", sagte Zeltner.
Focetria ist zur Anwendung bei Erwachsenen und Kindern ab sechs Monaten empfohlen. Bei Schwangeren sowie stillenden Müttern muss laut Swissmedic aber deren Arzt die Vor- und Nachteile einer Impfung abwägen. Für Pandemrix liegen zurzeit vor allem Daten für Erwachsene vor.
Das Institut hat deshalb die Anwendung von Pandemrix für Schwangere, Kinder unter 18 Jahren und Erwachsene über 60 Jahren noch nicht zugelassen.
Vom 6. November an werden die Impfstoffe an die Kantone ausgeliefert. Sie sind für die Feinverteilung und Organisation der Impfungen zuständig.
"Wir sind in einer privilegierten Lage", sagte Zeltner, weil die Schweiz mit gut 13 Millionen Impfdosen mehr als gut versorgt sei.
Rasche Forschungsresultate
Dass innerhalb von sechs Monaten nach dem ersten Auftreten des Grippevirus A(H1N1) ein sicherer und getesteter Impfstoff vorliege, sei eine
Sensation, erklärte der BAG-Direktor.
Nun verfüge man in der Schweiz bereits für die erste Pandemiewelle über die Impfstoffe. Gemäss Pandemieplan sei man davon ausgegangen, dass man die erste Welle noch ohne Impfstoff bewältigen müsse.
Wenn man sich in diesem Jahr impfen lasse, werde man für die zweite Pandemiewelle im nächsten Jahr wahrscheinlich auch geschützt sein, sagte Zeltner weiter.
Nicht jeder wird von Anfang an geimpft
Die Impfung ist für alle Menschen freiwillig und gratis. Die Kosten werden von der Eidgenossenschaft, den Kantonen und den Krankenkassen gemeinsam getragen.
In der ersten Phase sollen sich Personen impfen lassen, die im Gesundheitswesen arbeiten oder einer Risikogruppe (Kinder oder Erwachsenen mit chronischen Krankheiten) angehören.
In der zweiten Phase, die etwa 14 Tage später beginnt, können sich laut BAG-Direktor Zeltner dann alle Personen impfen lassen, die das wünschen. Mit 13 Millionen Dosen stehe auf jeden Fall genug Impfstoff für die Bedürfnisse in der Schweiz zur Verfügung.
Zunahme der Fälle
Laut Angaben des BAG hat die Zahl der Schweinegrippe-Fälle in den letzten Wochen in der Schweiz deutlich zugenommen. Da hierzulande nicht alle Fälle
systematisch gemeldet werden müssen, liegen keine genauen Zahlen vor.
Bislang wurden 1550 Fälle mit Laboruntersuchungen bestätigt. Die Zahl der effektiv erkrankten Personen liege aber um ein Vielfaches höher, sagte Zelter. 30 Personen hätten wegen der Schweinegrippe hospitalisiert werden müssen, vier davon in der Intensivpflege.
Fr
30
Okt
2009
Schweinegrippe: Mio. US-Bürger erkrankt
An der Schweinegrippe sind nach Schätzungen des US-Zentrums für Seuchenbekämpfung (CDC) in den ersten Monaten der Pandemie zwischen 1,8 Millionen und 5,7 Millionen Amerikaner erkrankt.
Besser Vorsorgen als Nachsorgen!
Zwischen Mitte April und Ende Juli seien deswegen außerdem zwischen 9000 und 21 000 Patienten im Krankenhaus behandelt worden, erklärte das CDC. Um auf die gigantischen Infektions-Zahlen zu kommen, ging die Behörde davon aus, dass die meisten Fälle harmlos verliefen und die Betroffenen weder auf das Virus getestet noch ärztlich behandelt wurden. Für jeden bestätigten Erkrankungsfall geht das CDC bei seinen Berechnungen von vermutlich 80 weiteren aus, und auf jeden bestätigten Klinikaufenthalt kommen demnach vermutlich drei weitere.
Fr
30
Okt
2009
Schweinegrippe: Sollen sich Schwangere impfen lassen?
Start der Schweinegrippe-Impfung in dieser Woche: Das Interesse an der Impfung ist aufgrund ungeklärter Risiken relativ gering. Vor allem Schwangere fragen sich, ob sie eine Impfung gegen das H1N1-Virus vornehmen sollen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät Schwangeren, sich gegen die Schweinegrippe impfen zu lassen. Offenbar sind werdende Mütter durch die neue Influenza A/H1N1 besonders gefährdet, was unter anderem an dem durch die Schwangerschaft sich verändernden Immunsystem liegt. Unter den verstorbenen Infizierten in den USA waren überproportional viele schwangere Frauen.
Allerdings konnte der Impfstoff aus ethischen Gründen nicht an Schwangeren getestet werden. Im Tierversuch gab es keine Hinweise darauf, dass sich die Impfung negativ auf das Ungeborene auswirken
kann. Ein Restrisiko bleibt aber bestehen.
Das Bundesministerium für Gesundheit behält sich daher vor, eine Impfempfehlung für Schwangere erst zu erwägen, wenn ein Impfstoff ohne Wirkungsverstärker zur Verfügung steht und mehr Daten
vorhanden sind.
Das Robert Koch Institut (RKI) weist darauf hin, dass das im Einzelfall geprüft werden müsse, wie hoch das Risiko auch von Impfnebenwirkungen für die Frau und das Ungeborene ist und wie groß der
Nutzen der Impfung gegen die Schweinegrippe ist.
(Cecu)
Fr
30
Okt
2009
H1N1: Schwangere auf Intensivstation
Im Wiener Hanusch-Krankenhaus kämpft eine junge Frau mit H1N1-Infektion auf der Intensivstation ums Überleben.
Schwere Lungenerkrankungen löst die Neue Grippe bei einem Teil der Patienten aus – Schwangere haben ein zehnfach erhöhtes Risiko
Erstmals in Österreich ist jetzt auch eine Schwangere von einem schweren Verlauf der Schweinegrippe betroffen: "Wir haben in unserem Spital eine schwangere Patientin, die auf der Intensivstation behandelt werden muss", bestätigte Freitagnachmittag der Ärztliche Direktor des Wiener Hanusch-Krankenhauses, Univ.-Prof. Klaus Klaushofer, dem KURIER. Für die Frau und das ungeborene Kind besteht Lebensgefahr. "Wir hoffen alle, dass das gut ausgeht."
Details wollte Klaushofer keine nennen: Nach Informationen aus Ärzte-Kreisen hat die H1N1-Infektion bei der Schwangeren aber zu einer schweren Lungenerkrankung geführt - ähnlich wie auch bei dem elfjährigen Mädchen in Innsbruck und einem weiteren Patienten in Salzburg. Deshalb muss sie auch beatmet werden.
Experten der Weltgesundheitsorganisation WHO erklärten Freitag, dass Schwangere nach einer H1N1-Infektion ein zehnfach so hohes Risiko haben, auf einer Intensivstation betreut werden zu müssen, wie die Gesamtbevölkerung. Ihr Immunsystem ist durch die Schwangerschaft heruntergefahren. "Und das H1N1-Virus setzt sich dann offenbar besonders leicht tief in der Lunge fest", so ein Arzt.
In Lebensgefahr schwebt in Salzburg auch ein 41-jähriger Mann aus Bayern. Er wollte die Grippe einfach aussitzen, trotz klarer Symptome ging er eine Woche lang nicht zum Arzt.
Als sich sein Zustand zusehends verschlechterte, brachte ihn seine Frau schließlich in die Notaufnahme nach Salzburg. Dort bekam der Mann plötzlich Atemnot und musste sofort intubiert werden. Die Ärzte stellten bei dem Deutschen neben der Grippe eine schwere beidseitige Lungenentzündung fest. Zum H1N1-Virus hatte sich eine schwere bakterielle Infektion gesellt.
Der Patient - er ist stark übergewichtig, was als H1N1-Risikofaktor gilt - muss zusätzlich mit Antibiotika behandelt werden. "Sein Zustand ist kritisch, hat sich aber am Freitag etwas
stabilisiert", berichtet Oberarzt Johann Altenberger von den Salzburger Landeskliniken. Er rät eindringlich, bei Symptomen sofort den Hausarzt zu kontaktieren.
» Hintergrund: Wer braucht die Grippeimpfung?
Unverändert dramatisch ist auch der Zustand jener elfjährigen Südtirolerin, die seit einer Woche auf der Intensivstation des Kinderzentrums in der Innsbrucker Klinik versorgt wird. Aufgrund eines
anhaltenden Lungenversagens kann das Kind nur mithilfe einer Maschine mit Sauerstoff versorgt werden.
Das deutsche Robert-Koch-Institut bezeichnet die schweren Krankheitsverläufe bei einer geringen Anzahl an Patienten als "besorgniserregend". Bei der saisonalen Influenza sei dieser schwere Verlauf "so nicht bekannt". Laut WHO verschlechtert sich der Zustand dieser Patienten drei bis fünf Tage nach dem Auftreten der ersten Symptome dramatisch. Bei vielen komme es dann innerhalb von 24 Stunden zu einem Lungenversagen. Der Großteil der Patienten erkrankt allerdings auch weiterhin nur mild.
Starke Ausbreitung
Europaweit scheint eine erste große Schweinegrippe-Welle unmittelbar bevorzustehen: In vielen Ländern haben sich die Erkrankungszahlen in den vergangenen
Tagen stark erhöht. In Österreich gab es vom 23. bis 30. 10. 72 Neuerkrankungen - etwa zehn pro Tag. In den Wochen davor waren es täglich nur ein bis zwei. Tirol war am stärksten betroffen.
(Kurier)
Fr
30
Okt
2009
Fünf Tote in Schweden nach H1N1-Impfung
Die chronisch kranken Patienten starben kurz nach der Neue-Grippe-Impfung. Ob ein Zusammenhang besteht, ist unklar.
In Schweden wird der Impfstoff Pandemrix verwendet, in Österreich hingegen Celvapan. Beide sind nicht unumstritten.PandemieSet portofrei bestellen
Als Impfmuffel kann man die Schweden nicht gerade bezeichnen: Seit 12. Oktober haben sich bereits etwa eine Millione Menschen mit dem Schweinegrippe-Impfstoff Pandemrix impfen lassen.
Inzwischen hat aber das Vertrauen in diese Vorsorgemaßnahme einen Dämpfer erhalten: Fünf Menschen starben einige Stunden bis wenige Tage nach der Impfung. Die Toten waren zwischen 50 und 90 Jahre alt. "Alle litten unter chronischen Grunderkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes und Nierenproblemen", sagt Gunilla Sjölin-Forsberg von der schwedischen Medical Products Agency zum KURIER. "Die Todesfälle werden genau überprüft. Bislang gibt es noch keinen Hinweis darauf, dass die Impfung verantwortlich ist", betont die Expertin.
"Wenn man viele ältere und kranke Menschen impft, gibt es einfach nach der Impfung natürliche Todesfälle, die aber mit der Impfung nichts zu tun haben", sagt der Pharmakologe Markus Müller, MedUni Wien. "Todesfälle im direkten Zusammenhang mit der Impfung sind extrem unwahrscheinlich."
Als schwerere Nebenwirkungen wurden in Schweden zudem 37 Fälle von allergischen Reaktionen beobachtet, 15 der Betroffenen mussten im Spital behandelt werden. "Sie hatten eine Allergie auf Ei-Inhaltsstoffe", so Sjölin-Forsberg. Eier werden für die Herstellung von Pandemrix benötigt. Der in Österreich verwendete Impfstoff Celvapan wird hingegen auf Zellkulturen gezüchtet. Die restlichen gemeldeten Nebenwirkungen - etwa lokale Hautreaktionen - seien "erwartbar" gewesen.
"Die erfassten schweren Nebenwirkungen in Schweden sind sicher nur die Spitze des Eisberges, weil es auch dort keine systematische Beobachtung der Nebenwirkungen, sondern nur Spontanmeldungen gibt", sagt Wolfgang Becker-Brüser vom pharmakritischen arznei-telegramm in Berlin. Er kritisiert, dass in der Öffentlichkeit die Schäden, die die Neue Grippe einerseits und die Impfung andererseits verursachen, verzerrt dargestellt werden: "Bei chronisch Kranken, die nach H1N1-Infektionen sterben, wird meist ausgeklammert, dass die Patienten auch an ihrer Grunderkrankung gestorben sein könnten. Bei Todesfällen nach Impfungen ist es, wie jetzt in Schweden, genau umgekehrt."
Innsbrucker Patientin
Nicht verbessert hat sich der Gesundheitszustand jener elfjährigen Südtirolerin, die nach der Infektion mit Schweinegrippe in Innsbruck behandelt wird
. Sie bleibt nach dem Versagen ihrer Lunge weiter an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen, die sie mit Sauerstoff versorgt. Inzwischen ist ein bakterieller Erreger (Staphylokokkus) sowohl in
der Lungenflüssigkeit, als auch in der Luftröhre nachgewiesen worden. Die Behandlung mit Antibiotika und antiviralen Medikamenten werde fortgesetzt.
(Kurier)
Do
29
Okt
2009
Schweiz: Die Schweinegrippe ist jetzt eine Epidemie
Die Grippe hat den Schwellenwert für eine Epidemie überschritten. Zudem sind laut BAG in der vergangenen Woche über 90 Fälle von Schweinegrippe bestätigt worden, verglichen mit 38 in der Vorwoche.
Vorsorgen ist besser als nachsorgen!
Jetzt portofrei bestellen.
In der vergangenen Woche 43 meldeten 99 Ärzte dem Sentinella-Überwachungssystem 8,1 Grippeverdachtsfälle auf 1000 Konsultationen, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) schreibt. Hochgerechnet entspreche dieser Wert rund 64 Konsultationen wegen Grippeverdachts pro 100 000 Einwohner und liege damit erstmals seit Beginn der Pandemie über dem nationalen Schwellenwert von 50 Konsultationen pro 100 000 Einwohner. Wie die Hochrechnungen weiter ergaben, gab es seit Juli insgesamt rund 38 000 grippebedingte Hausarztkonsultationen in der Schweiz, davon rund 5000 allein in der vergangenen Woche, wie das BAG schreibt.
Sentinella erfasst auch Schweinegrippe
Der nationale Schwellenwert bezieht sich eigentlich auf die saisonale Grippe, die jedes Jahr gegen Winter auftritt. Unter den im Sentinella-System erfassten Verdachtsfällen fanden sich jedoch auch Fälle von Schweinegrippe. So wurden letzte Woche im Sentinella-System bei 43 getesteten Patienten und Patientinnen sechs Influenza-Viren vom pandemischen Subtyp A(H1N1) nachgewiesen, wie das BAG schreibt. Ausserhalb von Sentinella wurden in der gleichen Woche im Rahmen der Meldepflicht 92 Grippeviren vom Subtyp A(H1N1) registriert.
Verdoppelung der Fälle
Gegenüber der Vorwoche mit 38 Fällen hat sich die Zahl bestätigter Fälle von Schweinegrippe damit innert Wochenfrist bis am 25. Oktober deutlich mehr als verdoppelt. Insgesamt stieg damit die Zahl bestätigter Schweinegrippefälle auf 1440. Die Zahl der bestätigten Fälle entspricht dabei nicht der tatsächlichen Zahl der Menschen, die in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein an Schweinegrippe erkrankt sind. Da seit dem 10. Juli nicht mehr alle Menschen mit Grippesymptomen getestet werden, muss laut BAG angenommen werden, dass die tatsächliche Zahl der Infizierten höher liegt.
Ingesamt 27 Menschen im Spital
Drei an Schweinegrippe Erkrankte mussten sich vergangene Woche in Spitalpflege begeben. Insgesamt wurden dem BAG seit Juli insgesamt 27 Hospitalisationen gemeldet, wobei drei Personen
Intensivpflege benötigten. Zudem kam es letzte Woche zu einer weiteren so genannten «Häufung» von Schweinegrippe, und zwar an einer Privatschule im Kanton Waadt, wie es im BAG-Bericht heisst.
Somit sind seit vergangenem Frühling 33 Häufungen in der Schweiz aufgezeichnet worden, davon 14 in Schulen oder Ferienlagern. Todesfälle aufgrund der Schweinegrippe wurden bis anhin in der
Schweiz keine registriert, wie es weiter hiess. Das Schweinegrippevirus H1N1 wurde hierzulande erstmals am 29. April 2009 nachgewiesen.
(20Minuten)
Mi
28
Okt
2009
Vier Tote durch Schweinegrippe in Russland
Moskau (dpa) - In Russland sind mindestens vier Menschen an der Schweinegrippe gestorben. In Moskau starb eine 53 Jahre alte Frau. In der Stadt Tschita wurden drei Opfer gezählt. Das teilte Russlands oberster Behördenarzt Gennadi Onischtschenko mit. Nach offiziellen Berichten gibt es in Russland bisher mehr als 1300 bestätigte Fälle von Schweinegrippe. Die Gesundheitsbehörden haben inzwischen mehrere hundert Kindergärten, Schulen und Hochschulen teilweise oder sogar komplett geschlossen.
(DieZeit)
Di
27
Okt
2009
Schweinegrippe: EU hält jeden dritten Europäer für gefährdet
EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou warnt davor, die Schweinegrippe zu unterschätzen. Sie rechnet mit vielen Toten - und einem Wettlauf um den Impfstoff.
Die Massenimpfung ist bisher keine. Dies könnte sich jedoch schnell ändern, sobald die Zahl der Infizierten steigtJetzt Bestellen und Porto sparen
Aus Sicht von EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou besteht die Gefahr, dass sich jeder dritte Europäer mit der Schweinegrippe infiziert. Außerdem unterschätzten viele Menschen die Gefährlichkeit der Grippe: "Es ist zu befürchten, dass sich das Virus im Laufe der kommenden Monate verändert und deutlich aggressiver wird", sagte die Europa-Politikerin aus Zypern der Tageszeitung Die Welt. "In diesem Fall wird man leider auch mit einer erheblichen Zahl von Toten rechnen müssen." Nach Angaben der EU-Kommission könnte es innerhalb der EU durchaus zu einem Wettlauf um den Impfstoff kommen. Vassiliou: "Wenn sich das Virus ausbreitet und aggressiver wird, könnte es durchaus einen Wettbewerb zwischen den Ländern um den Impfstoff geben.
Möglicherweise wird aber nur eine Impfung, anstatt wie bisher geplant zwei Impfungen notwendig sein – das wird in Kürze von den europäischen Gesundheitsbehörden entschieden. Es wäre gut, wenn diejenigen Staaten, die dann über zu viel Impfstoff verfügen, etwas davon abgeben könnten an die Länder, die zu wenig haben." Die EU-Gesundheitskommissarin warnte außerdem vor den Folgen der Schweinegrippe für die Konjunktur: "Man darf die möglichen wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Schweinegrippe-Pandemie nicht vernachlässigen. Die wirtschaftliche Erholung in der EU könnte durch die Schweinegrippe geschwächt werden. Bestimmte Wirtschaftszweige, wie Tourismus oder Freizeitindustrie, könnten Einbußen erleiden."
Schweinegrippe Wirtschaftsforscher rechnen jedoch damit, dass die Konjunktur in Deutschland durch die Schweinegrippe kaum abgeschwächt wird. Bei der Notfallplanung in den Betrieben und der Krankenversorgung gebe es aber noch bedenkliche Lücken, heißt es in einer Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), der Beratungsgesellschaft ADMED und der Allianz-Versicherung. "Die Schweinegrippe dürfte der sich gerade abzeichnenden wirtschaftlichen Erholung im Herbst keinen allzu derben Dämpfer verpassen", sagte der RWI-Gesundheitsexperte Boris Augurzky. In Deutschland hat die Massenimpfung gegen die Schweinegrippe am Montag begonnen. In den Bundesländern stehen erste Impfdosen bereit.
(DieZeit)
Di
27
Okt
2009
Schweinegrippe verunsichert Premier League
Sam Allardyce, Trainer der Blackburn Rovers, fürchtet, dass seine Spieler bei der 0:5-Niederlage gegen Chelsea Akteure der Blues mit dem H1N1-Virus angesteckt haben.
Fürchtet um die Gesundheit: Blackburn-Trainer Sam Allardyce vermutet, dass seine Spieler Chelsea-Profis mit dem Schweinegrippe-Virus angesteckt haben. Bild: Reuters
David Dunn und Christopher Samba verpassten am Samstag die Partie der Rovers an der Stamford Bridge. Zwei Spieler, so hatte Blackburns Trainer Allardyce erklärt, seien an Schweinegrippe erkrankt. Dazu seien weitere zwei Mitglieder des Staffs, darunter auch der Teamarzt, mit dem leicht übertragbaren Virus infiziert.
Allardyce glaubt nun, dass sich die Krankheit auch auf Chelsea-Spieler übertragen hätte. «Daran gibt es keinen Zweifel. Wenn man es von medizinischer Seite her betrachtet, dann handelt es sich ja um einen ansteckendsten Virus, den wir je hatten. Aber sie werden es nicht stoppen, oder?», so der Blackburn-Trainer, der dem Verband vorwirft, nachlässig zu handeln.
Portsmouth installierte Desinfektionsmittel-Spender
Bei Chelsea ist man derweil nicht beunruhigt. Die medizinische Abteilung habe alles im Griff. Auch bei anderen Vereinen dominiert die Gelassenheit. Ein Sprecher von Stoke City erklärte, «die Spieler machten alle die routinemässige Grippeimpfung», und bei Aston Villa beaufsichtige man die Situation täglich. Auf dem Trainingsgelände von Portsmouth wurden Spender mit Desinfektionsmittel montiert.
Auch im Verband sieht man sich nicht zum Handeln gezwungen. «Die Premier League will sich nicht festlegen lassen, ob vielleicht ein Spiel einmal verschoben werden muss», erklärte ein Sprecher gegenüber «The Times». Die Teams müssten für eine Verschiebung beweisen können, dass sie nicht mit ihrem Kader der ersten Mannschaft diese Partie bestreiten könnten.
Arzt gibt Entwarnung
2006 musste Tottenham zum Premiership-Spiel gegen West Ham United antreten, obwohl sich zehn Spieler wegen Übelkeitsanfällen krank meldeten. Sollte sich die Situation in den nächsten Wochen verschärfen, behält sich die Premier League vor, Spiele nicht nur zu verschieben, sondern Partien auch vor leeren Rängen auszutragen.
Entwarnung gab auch der englische Arzt, Mark Porter, der «The Times» mit medizinischer Beratung zur Seite steht. «Ein paar Minuten im Spielertunnel und 90 Minuten auf dem Feld an der frischen Luft bringt nicht den engen Kontakt, der für eine Übertragung des Virus nötig ist. Ich hatte Familien, die unter dem gleichen Dach lebten und wo sich nur einer mit dem Virus infizierte.»
Di
27
Okt
2009
Lienzer Schule sperrt nach Schweinegrippe-Fällen zu
Vorübergehend wird die Landwirtschaftliche Lehranstalt in Lienz (Österreich) geschlossen. 26 Personen sind offenbar an der neuen Grippe A H1N1 erkrankt. Die Erkrankten befinden sich in häuslicher Betreuung.
Nachdem an der Landwirtschaftlichen Lehranstalt in Lienz offenbar 26 Personen an der neuen Influenza A H1N1 erkrankt sind, wird die Schule vorübergehend geschlossen. Diese präventive Maßnahme soll Unruhe und weitere Ansteckungen vermeiden, hieß es seitens des Landes Tirol. Derzeit lägen drei bestätigte Erkrankungen vor, betroffen seien zwei Schüler sowie ein Angestellter des Küchenpersonals. "Die erkrankten Schüler befinden sich in häuslicher Betreuung", erklärte Landessanitätsdirektor Christoph Neuner. Derzeit gebe es bei keinem der insgesamt 26 Betroffenen einen schweren Krankheitsverlauf, so die Landesregierung Tirol.
Von den Infektionen seien Schüler unterschiedlicher Klassen betroffen. Das Virus könnte sich im Internat ausgebreitet haben, so Neuner. Insgesamt werden an der Landwirtschaftlichen Lehranstalt 286 Schüler betreut.
Neuner betonte, dass kein Grund zur Panik bestehe. Man arbeite eng mit dem Gesundheitsamt in Lienz zusammen. In der Schule werde verstärkt auf die notwendigen Hygienemaßnahmen hingewiesen und die Eltern der erkrankten Schüler würden vom Gesundheitsamt informiert, betonte der Direktor der Schule, Alfred Hanser. Sorgfältige Hygienemaßnahmen, wie regelmäßiges Händewaschen, würden vor einer Ansteckung schützen.
Hintergrund: Epidemiegesetz
Geregelt werden Schulschließungen vom Epidemiegesetz. Dieses sieht "im Falle des Auftretens einer anzeigepflichtigen Krankheit" wörtlich "die vollständige oder teilweise Schließung von Lehranstalten, Kindergärten und ähnlichen Anstalten" vor. Weiters können betroffene "Bewohner von Ortschaften oder Häusern, in denen eine anzeigepflichtige Krankheit aufgetreten ist, (...) vom Besuch von Lehranstalten, Kindergärten und ähnlichen Anstalten ausgeschlossen werden".
Diese Regelung gilt nicht nur im Pandemiefall, sondern bei allen Krankheiten - also auch bezüglich der Schweinegrippe. Erkranken sehr viele Schüler gleichzeitig, entscheiden die Landessanitätsdirektion in Absprache mit dem Gesundheitsministerium im Einzelfall über mögliche Schließungen von Einrichtungen, meist sind nur einzelne Klassen betroffen.
Gedacht ist das Zusperren einer Schule laut Unterrichtsministerium für "spezielle Fälle, wenn es bei Kindern zu besonders zahlreichen Infektionen kommt". 2008 wurde beispielsweise im Zusammenhang mit einer Masern-Epidemie in Salzburg eine Schule behördlich gesperrt und eine kleine Pflichtschule in Oberösterreich kurzzeitig geschlossen. In Letzterer griff man zu dieser Maßnahme, nachdem viele Lehrer erkrankten und kein Personal mehr zur Verfügung stand.
Schulschließung bei 50% Erkrankten
Das Gesundheitsministerium rät zu einer Schließung, wenn mehr als 50 Prozent der Schüler einer Bildungseinrichtung von der neue A(H1N1)-Influenza betroffen sind. Die Verantwortung dafür liegt aber bei den Landessanitätsdirektionen, die eine "Fall zu Fall"-Entscheidung je nach Situation treffen müssen. Bei den Ministeriums-Empfehlungen gilt weiters: Eine Klasse soll geschlossen werden, wenn die Hälfte der Schüler darin an Schweinegrippe erkrankt ist. Behandelt werden müssen infizierte Schüler von Hausärzten oder in Spitälern. "Schulärzten verabreichen keine Medikamente, sie könne nur diagnostizieren", so das Gesundheitsministerium.
Bezüglich Schweinegrippe-Erkrankungen in Schulen hat das Unterrichtsministeriums im September in einem Erlass präventive Verhaltensweisen vorgesehen. Betont werden dabei vor allem Hygienemaßnahmen zur Eindämmung einer Ausbreitung. Anhand eigens für Lehranstalten konzipierten Plakaten und Merkblättern wird unter anderem zum Lüften nach jeder Unterrichtseinheit für drei bis zehn Minuten und zum Händewaschen vor der Jausenpause geraten. Schutzmasken werden laut den Ratschlägen als nicht notwendig erachtet.
Mo
26
Okt
2009
Deutsche Impfaktion gegen Schweinegrippe beginnt
Heute Montag läuft in Deutschland die Impfaktion gegen Schweinegrippe an. Die Spritze mit dem Impfstoff Pandemrix sollen zuerst besonders exponierte Berufsgruppen sowie chronisch Kranke erhalten.
Zu den in erster Priorität zu Impfenden gehören Ärzte, Schwestern, Rettungskräfte und Polizisten erhalten. In manchen Bundesländern können sich auch Personen impfen lassen, die nicht zu den erwähnten Berufsgruppen oder Risikopatienten zählen.
Die Verantwortung für die Aktion tragen die Länder. Deswegen beginnen die Impfungen teilweise erst in den kommenden Tagen. In Frankreich und Grossbritannien haben solche Kampagnen schon früher begonnen.
Um die Impfung gab es schon vor Beginn einigen Wirbel, unter anderem wegen Wirkstoffverstärkern, die die Spritze weniger verträglich machen könnten als normale Influenza-Impfungen. Auch wird der Sinn der umfassenden Impfaktion grundsätzlich in Frage gestellt.
(NZZ)
Ausserdem wurde bekannt, dass die Bundesregierung für Spitzenpolitiker, hohe Bundesbeamte und Soldaten einen Impfstoff bestellt hat, der anders als Pandemrix keine Verstärker enthält.
So
25
Okt
2009
Nationaler Notstand wegen Schweinegrippe in den USA
Präsident Barack Obama hat wegen der steigenden Zahl von H1N1-Erkrankungen vorsorglich den nationalen Notstand erklärt...
Dies sei geschehen, um Krankenhäusern die Möglichkeit zu geben, Noteinrichtungen für die Behandlung von Patienten zu schaffen, die an Schweinegrippe erkrankt sind, teilte das Weiße Haus mit. Die Notstandserklärung, die der Präsident unterzeichnete, erlaubt gewisse Ausnahmeregelungen zur Patientenversorgung in Krankenhäusern, um Engpässe bei der Behandlung von Kranken zu verhindern. Zum Beispiel darf Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius nun Krankenhäusern gestatten, in Schulen oder Gemeindezentren Lazarette für Patienten einzurichten, die an der neuen Grippe erkrankt sind. Bislang haben einige Krankenhäuser in Bundesstaaten wie Texas und Tennessee auf ihren Parkplätzen Zelte aufgestellt, in denen Patienten mit Verdacht auf Schweinegrippe untersucht und behandelt werden. Dies geschieht, um eine Ansteckung anderer Krankenhauspatienten zu vermeiden.
Regierungsvertreter sagten, bei der Notstandserklärung handle es sich um eine Vorsichtsmaßnahme. „Dies ist keine Reaktion auf irgendeine neue Entwicklung", teilte ein Sprecher des Weißen Hauses mit. Derweil verzeichnet die amerikanische Gesundheitsbehörde „Centers for Disease Control and Prevention" (CDC) einen raschen Anstieg von H1N1-Erkrankungen. Zugleich gibt es erhebliche Verzögerungen bei der Auslieferung von Impfstoff. 46 der 50 Bundesstaaten melden mittlerweile einen großflächigen Ausbruch von Influenza-Erkrankungen, die die saisonale Grippe und die Schweinegrippe einschließen. Derart viele Berichte seien beispiellos, kommentierten die CDC die Zahlen.
Impfprogramm lief nur schleppend an
Nach offiziellen Schätzungen sind bislang mehr als 1000 Menschen in den Vereinigten Staaten an der Schweinegrippe gestorben. Mehr als 20.000 Patienten mussten in Krankenhäusern behandelt werden. Trotzdem lief das ehrgeizige Impfprogramm, für das die Regierung Obama mehr als zwei Milliarden Dollar ausgegeben hat, am Wochenende nur schleppend an. In vielen Orten wurden Menschen, die stundenlang auf eine Impfung gewartet hatten, nach Hause geschickt, weil nicht genügend Impfstoff vorhanden war. Bis zum vergangenen Freitag war nur etwas mehr als die Hälfte des Impfstoffs in Lagerhäusern angekommen, den die Regierung bis zum Ende dieses Monats anschaffen wollte. Von den geplanten 28 bis 30 Millionen Dosen konnten bislang nur 16 Millionen Dosen geliefert werden. Ursprünglich hatte die Regierung bis Ende Oktober 30 bis 40 Millionen Dosen bereithalten wollen. Doch dauert die Produktion länger als erwartet. In manchen Bundesstaaten war die Nachfrage zehn Mal so groß wie die Menge, die geliefert wurde.
(FAZ)
So
25
Okt
2009
Dritter PSG-Spieler an Schweinegrippe erkrankt
Die Partie zwischen Marseille, dem Champions-League-Gegner des FC Zürich, und Paris St-Germain vom Sonntagabend ist abgesagt worden.
Nachdem nach Ludovic Giuly und Mamadou Sakho auch Jérémy Clement an der Schweinegrippe erkrankt ist und bei zwei weiteren Spielern der Verdacht besteht, sagte die französische Liga das Spiel ab.
(NZZ)
Fr
23
Okt
2009
PandemieSet.ch hilft Familien - Weekend-Spezialaktion: Über 20 % Rabatt auf PandemieSet Family
Bundesamt für Gesundheit BAG:
"Schwangere Frauen und Säuglinge
haben ein erhöhtes Komplikationsrisiko
bei der pandemischen Grippe (H1N1)"
Die Schweinegrippe ist definitiv zurück. Besonders hart trifft dies schwangere Frauen und Kinder.
- Das Komplikationsrisiko bei Erkrankung ist erhöht.
- Die Risiken einer Schweinegrippe-Impfung für Schwangere und Kleinkinder sind unberechenbar.
Fr
23
Okt
2009
Schweinegrippe: Drittes deutsches Todesopfer
Die Schweinegrippe hat in Deutschland offenbar ein weiteres Todesopfer gefordert. In Mannheim starb ein 65-jähriger Mann, der mit Schweinegrippe infiziert war, an Multi-Organ-Versagen.
In Deutschland ist ein dritter mit der Schweinegrippe infizierter Patient gestorben. Dabei handelt es sich um einen 65-jährigen Mann aus Mannheim, wie das dortige Universitätsklinikum am Freitag mitteilte. Der Mann sei am Mittwoch mit schwerstem Multi-Organ-Versagen ins Krankenhaus gebracht worden und habe sich in intensivmedizinischer Behandlung befunden, bis er am Freitag starb. Der 65-Jährige habe an mehreren chronischen Vorerkrankungen gelitten. Ob die Schweinegrippe-Infektion auch seinen Tod herbeigeführt habe, könne derzeit nicht gesagt werden.
Aus Gründen der ärztlichen Schweigepflicht könnten zu dem Patienten, seinen Angehörigen und zu den weiteren Umständen der Krankengeschichte keine näheren Angaben gemacht werden, teilte die Klinik weiter mit. Untersuchungen des Erregers hätten ergeben, dass sich der Mann nicht mit einer veränderten Variante des Erregers von H1N1 angesteckt habe.
Landesregierung wirbt für Impfung
Im Zusammenhang mit der Schweinegrippe wurden bisher zwei Todesfälle bekannt: Am 25. September starb eine 36-jährige Frau in Essen nachweislich an der Seuche. In der Nacht zum 6. Oktober starb ein fünfjähriges Kind in München nach einer Schweinegrippe-Infektion. Der Junge war aber durch eine lange, schwere Krankheit geschwächt und starb an einer Lungenentzündung, wobei nicht klar war, ob diese von der Grippe ausgelöst worden war.
Die baden-württembergische Arbeits- und Sozialministerin Monika Stolz (CDU) sprach der Familie des Verstorbenen in Mannheim ihre Anteilnahme aus. Die Neue Grippe, auch wenn sie bisher in den meisten Fällen einen moderaten Verlauf genommen habe, dürfe nicht verharmlost werden. Man wolle am Montag mit der Impfaktion in dem Land beginnen.
(Focus)
Fr
23
Okt
2009
Schweinegrippe-Deutschland: Wenige Ärzte wollen impfen
Düsseldorf - Von den 23 niedergelassenen Ärzten, die ursprünglich gegen die Schweinegrippe impfen wollten, ist die Hälfte wieder abgesprungen. Vor allem aus organisatorischen Gründen, heißt es. Das Amt impft ab Montag.
Am Montag beginnen die Massenimpfungen gegen die Schweinegrippe, heute kommt der Impfstoff an. Düsseldorf hat 11 000 Dosen angefordert. Ob diese allerdings "verimpft" werden können, ist fraglich: Etwa die Hälfte der 23 niedergelassenen Ärzte, die in ihren Praxen Impfsprechstunden anbieten wollten, haben ihre Bereitschaft zurückgezogen. Das Gesundheitsamt fragt nun die Ärzte auf einer Nachrückliste, ob sie einspringen können. Sicher ist, dass es in der Niederlassung des Amtes an der Erkrather Straße 345 Impfungen geben wird. Dort stehen Amtsärzte bereit.
In Zehnergruppen
"Bedenken gegen den Impfstoff sind nicht die Ursache für das Zögern", sagt Gesundheitsamtsleiter Heiko Schneitler. "Aber manche Ärzte zucken vor den logistischen Schwierigkeiten zurück." Die Praxen müssten eine Woche im Voraus den Impfstoff bestellen, könnten die Mengen schlecht abschätzen und müssten die Sprechstunden neben dem Praxisbetrieb organisieren. Die Logistik der Impfung ist aufwändig, weil in jedem Fläschchen zehn Portionen Impfstoff enthalten sind. Die Patienten müssen somit in Zehnergruppen geimpft werden, hinzu kommt die Dokumentation. Und: Bei fünf Euro pro Impfung ist der Einsatz vermutlich nicht sehr lukrativ.
Fr
23
Okt
2009
Das Warten auf die Epidemie
Nach den Herbstferien spricht in den Schulen kein Mensch mehr von der Schweinegrippe. Es gebe keinen Grund zu Aktivismus, sagen die zuständigen Ämter. Man sei aber bestens vorbereitet.
Kopfschütteln hat am letzten Montag bei den aus den Ferien zurückgekehrten Kantonsräten eine bläulich schimmernde Säule ausgelöst, die unmittelbar hinter der Tür zum Rathaus stand. «Hände desinfizieren!», befahlen die beamteten Mienen dahinter. Manch einer gehorchte, andere nutzten die ganze Skala mundartlicher Missfallenskundgebungen und marschierten vorbei. In vielen Schulen hingegen kam die Schweinegrippe - anders als nach den Sommerferien - als Thema gar nicht mehr vor. Das sei durchaus so gewollt, sagt Daniel Frey, Direktor der Schulgesundheitsdienste der Stadt Zürich. Im Augenblick gebe es keinen Anlass, zusätzliche Massnahmen zu treffen. Deshalb vermeide man unnötigen Aktivismus.
Auch der kantonale Schularzt Felix Dinkelmann stellt die Diagnose: Nichts Neues! Noch kurz vor den Ferien habe man die Schulen darauf hingewiesen, dass die seit September geltenden Weisungen immer noch Gültigkeit hätten. Sie betreffen in erster Linie die Hygienevorschriften und das Fernbleiben von der Schule bei Krankheitssymptomen. Weitere Massnahmen erübrigten sich, da der Kanton Zürich sehr gut organisiert sei und sofort Massnahmen starten könnte, falls etwas ändere. Wichtigstes Thema am Treffen der kantonalen Führungsorgane sei diese Woche das Impfen gewesen. Da müsse man aber die Beschlüsse auf Bundesebene abwarten, die in einer Woche gefasst werden sollen. Generell komme man von Massenimpfungen ab; zuerst kämen das Gesundheitspersonal und Risikogruppen wie Schwangere an die Reihe.
Gewehr bei Fuss
Das Schweinegrippe-Virus H1N1 habe sich in der Schweiz weiter ausgebreitet, aber weniger stark als in anderen europäischen Ländern, so Dinkelmann. Zu einer
eigentlichen Welle sei es noch nicht gekommen. Diese komme aber bestimmt, wenn auch der Zeitpunkt nicht vorhersehbar sei. Bis es so weit sei, stehe man Gewehr bei Fuss, sagt auch Frey. Dann werde
die Öffentlichkeit anders reagieren. Dass sich dieses Jahr deutlich weniger Lehrpersonen gegen die normale saisonale Grippe impfen liessen als in früheren Jahren, wertet er als Indiz für eine
gewisse Übermüdung durch die lange, aber bisher harmlose Präsenz des Themas. Ein paar ernste Fälle dürften das ändern. Allerdings sei nicht die Schwere der Fälle das Hauptproblem, sondern die
Gefahr, dass 25 Prozent der Bevölkerung bettlägerig sein könnten - mit den entsprechenden Folgen für die Gesellschaft.
(NZZ)
Fr
23
Okt
2009
Schweinegrippe: Zwei Schüler erkrankt
In Rickenbach in der Gemeinde Schwyz sind zwei Schüler an der Schweinegrippe erkrankt.
Jetzt PandemieSet Family bestellen
Darum sind die Schulbesuchstage von heute und morgen verschoben worden. Weitere Massnahmen müssen gemäss einer Mitteilung der Gemeinde nach einer Beurteilung der Lage nicht getroffen werden. Darum findet der Schulunterricht heute und am Montag nach Stundenplan statt. Eine Schliessung der Schule stehe zurzeit nicht zur Diskussion, weil die nötigen hygienischen Massnahmen seit längerem umgesetzt seien, so die Gemeinde weiter.
Do
22
Okt
2009
Zahl der Schweinegrippe-Fälle in Deutschland verdoppelt sich
Die Schweinegrippe ist wieder auf dem Vormarsch. Wenige Tage vor Beginn der geplanten Massenimpfung verdoppelte sich die Zahl neuer Fälle nach Angaben des Robert-Koch-Instrituts binnen weniger Wochen. Das Bundesgesundheitsministerium zeigt sich besorgt über die Impfmüdigkeit der Deutschen.
Wie RKI-Präsident Jörg Hacker am Donnerstag in Berlin sagte, wurden in der vergangenen Woche fast 1600 neue Fälle registriert, doppelt so viele wie im Frühherbst, als es 700 bis 800 gab. Bei der bisherigen Spitze Ende/Anfang August habe es 3000 bis 3500 Fälle wöchentlich gegeben.
In über 90 Prozent dieser Influenza-Fälle hätten die Betroffenen das Virus in Deutschland erworben, sagte Hacker. Im Sommer seien die Erkrankungen noch in 80 Prozent der Fälle auf Auslandsaufenthalte zurückgegangen. "Das Virus ist unter uns und verbreitet sich", sagte der RKI-Chef.
Das Bundesgesundheitsministerium ruft deshalb die Bevölkerung auf, sich an der ab Montag (26. Oktober) beginnenden Impfung zu beteiligen. Vor dem Hintergrund dieser Pandemie sagte Staatssekretär Klaus Theo Schröder, es werde "voller Sorge auf die Impfmüdigkeit" der Bürger geblickt. Neuesten Erhebungen zufolge wollten 25 bis 40 Prozent der Bundesbürger das Impfangebot nutzen. Er betonte nochmals, dass die getesteten Impfstoffe sicher seien.
Pro Woche werden Schröder zufolge insgesamt etwa 1,5 bis zwei Millionen Impfdosen an die Bundesländer ausgeliefert. Zunächst würden die wichtigsten Funktionsträger und die Beschäftigten in Krankenhäusern, Arztpraxen und Laboren geimpft, danach die gefährdeten Gruppen, zu der 30 Prozent der Bevölkerung gehörten. Ab Ende November könnten sich alle an anderen Menschen impfen lassen.
Do
22
Okt
2009
Schweinegrippe: Robert-Koch-Institut warnt: „Das Virus ist unter uns!“
Die gefährliche Schweinegrippe – wenige Tage vor Beginn der größten Massenimpfung in der Geschichte der Bundesrepublik nimmt die Zahl der gemeldeten Infektionen wieder zu! Der Chef des renommierten Robert-Koch-Instituts warnt: „Das Virus ist unter uns und verbreitet sich!“
Jörg Hacker legte am Donnerstag die neuesten Zahlen vor: Mehr als 1600 neue Schweinegrippe-Fälle allein letzte Woche - Tendenz steigend!
Bedenklich: In 90 Prozent der Fälle haben sich die Patienten in Deutschland mit dem Virus infiziert, nicht etwa im Urlaub.
In Deutschland gibt es aktuell 25 000 Schweinegrippe-Fälle und zwei offizielle Todesfälle.
Während sich der Erreger breit macht, stocken die wichtigen Impf-Vorbereitungen.
In Berlin herrscht schon jetzt Riesen-Ärger um die Schweinegrippe-Impfung! Erste Ärzte wollen die große Immunisierungs-Aktion sogar boykottieren - es geht ums Geld.
„Wir führen die Impfung nicht durch", erklärte die Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin, Angelika Prehn, in der Zeitung „B.Z.".
Grund: Ein Honorarstreit zwischen den Ärzten und dem Senat.
Statt der üblichen Vergütung von 7,10 Euro für eine Einfachimpfung will der Berliner Senat den Medizinern die Schweinegrippe-Impfung laut Prehn nur mit 5,50 Euro vergüten. Für die Zweitimpfung
soll es 4,50 Euro geben.
Zu wenig, findet die Vereinigung, die alle 6800 niedergelassenen Ärzte in der Stadt vertritt.
Die Berliner Ärzte bestehen nun auf ein höheres Honorar. „Allein die Beratung der Patienten wird viel Zeit in Anspruch nehmen, da die Menschen verunsichert sind. Das muss gerecht entlohnt
werden", forderte Prehn.
Preis-Kampf auf Kosten der Bevölkerung?
„Die Regierung will eine Massenimpfung durchführen, ohne dass bis zum heutigen Tage alle Anforderungen geklärt sind", kritisiert Stephan Bernhardt, Vorstandsmitglied des Berufsverbandes der
Allgemeinmediziner Berlin-Brandenburg, in der „B.Z.". Kollege Dr. Dieter Schwochow ergänzt: „Es besteht zurzeit keine Notwendigkeit zur Impfung, denn kaum ein Berliner ist erkrankt. Wenn das
anders wäre, würden wir auch umsonst impfen."
Der nächste Impf-Schock: Die meisten Deutschen können sich ohnehin erst Ende November impfen lassen!
In den kommenden Wochen sollen sich wie geplant Mitarbeiter des Gesundheitswesens, der Polizei, der Feuerwehr sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen und Schwangere impfen lassen können,
sagte Gesundheitsstaatssekretär Klaus Theo Schröder.
Die Versorgung dieser Gruppen werde wahrscheinlich bis Ende November, Anfang Dezember dauern. Erst dann komme der Rest der Bevölkerung an die Reihe.
Riesen-Debatte um die Impfung - doch wer haftet eigentlich?
Die KV weist laut der „Berliner Zeitung" in einem Brief darauf hin, dass der Impfstoffhersteller GlaxoSmithKline vertraglich von der Haftung für sein Produkt freigestellt ist.
Bedeutet: Sollte es bei geimpften Patienten hinterher zu Nebenwirkungen und Gesundheitsbeeinträchtigungen kommen, müssten der Staat oder gar der behandelnde Arzt für die auftretenden Schäden
aufkommen - nicht aber der Hersteller!
Grundsätzlich würden Ärzte bei Impfungen aber nur für den Fall haften, dass sie ihre Patienten zuvor nicht hinreichend aufgeklärt haben. Dies sei mit den Informationen, die der Berliner Senat den
Medizinern zur Verfügung gestellt hat, aber nicht gewährleistet...
(Bild)
Do
22
Okt
2009
Schweinegrippe-Angst: Kevin Costner lässt Familie allein zu Hause
In "Der mit dem Wolf tanzt" kämpfte Kevin Costner als Soldat im amerikanischen Bürgerkrieg. Im wahren Leben ist der Oscar-Gewinner jedoch nicht frei von Ängsten: Aus Furcht vor der Schweinegrippe hat der sechsfache Vater seine beiden jüngsten Kinder nicht mit auf Tour genommen.
Schützen Sie sich und Ihre Familie
PandemieSet Family jetzt bestellen.
Eigentlich hat Kevin Costner seine beiden jüngsten Kinder am liebsten immer um sich. Doch die Schweinegrippe lässt den Hollywood-Star gewohnte Verhaltensmuster ablegen: Statt wie sonst seine Familie mit auf Tour zu nehmen, lässt er seine Frau und seine kleinen Söhne aus Angst vor einer Ansteckung diesmal auf seiner Ranch in Colorado.
"Es ist ungewöhnlich, dass meine Familie nicht dabei ist", sagte der sechsfache Vater in Aschheim bei München. "Aber ich habe mir wegen der Schweinegrippe Sorgen gemacht, und wollte meine kleinen Kinder deshalb diesmal nicht mit auf Reisen nehmen."
Costner ("Der mit dem Wolf tanzt") tourt derzeit mit seiner Rock- und Countryband Modern West durch Deutschland. "Ich wollte meine Musik an die Leute bringen. Und da meine Vorfahren im 17.
Jahrhundert nach Amerika ausgewandert sind, wollte ich für sie den Kreis schließen und nach Deutschland zurückkehren", erklärte der 54-Jährige seine musikalischen Ambitionen.
Nicht auf seine Frau gehört
Zuerst sei er unsicher gewesen, ob er überhaupt Musik machen soll. Aber seine Frau Christine Baumgartner habe ihn schließlich animiert. "Wie jeder Mann habe ich zwei Jahre lang nicht auf sie gehört - wie der Junge, der nicht den Müll raus bringen oder den Rasen mähen will", sagte der zweifache Oscar-Preisträger.
Der Star ist seit 2004 mit der deutschen Handtaschendesignerin Christine Baumgartner in zweiter Ehe verheiratet. Ihr erster Sohn, Cayden Wyatt, wurde im Mai 2007 geboren. Im Februar 2009 kam der zweite Sohn, Hayes Logan, zur Welt.
Angeblich hatte Baumgartner Kinder zur Bedingung für ihre Hochzeit gemacht - und das, obwohl der Schauspieler laut "San Francisco Chronicle" Angst hatte, kein guter Vater zu sein. Costner lebt in Hollywood und auf einer Ranch in Colorado.
Aus seiner ersten Ehe mit College-Liebe Cindy Silva hat Costner drei Kinder. Die Scheidung nach 16 Jahren Ehe soll ihn 80 Millionen Dollar gekostet haben. Aus einer Affäre mit der Millionenerbin Bridget Rooney ging ebenfalls ein Sohn hervor.
(Spiegel)
Mi
21
Okt
2009
Risiko für Schwangere Frauen?
In der Schweiz ist ein Streit unter Experten um die Schweinegrippe-Impfung entbrannt. Auslöser ist, dass die Zulassungsbehörde für Medikamente offenbar Schwangeren eine Impfung ohne Zusatzstoff verabreichen will. Das birgt Zündstoff: Ist die Impfung mit Zusatzstoff ein Gesundheitsrisiko?
Die Schweiz bestellte im Frühsommer unter Zeitdruck 13 Millionen Dosen Schweinegrippe-Impfstoff zwei verschiedener Hersteller - genügend Dosen um die ganze Schweizer Bevölkerung vor der Schweinegrippe zu schützen.
Beide Impfstoffe sind fertig produziert und teilweise in der Schweiz bereits vorrätig. Jetzt fehlt eigentlich nur noch die Zulassung der Schweizerischen Arzneimittelbehörde Swissmedic. Und dieser Entscheid lässt auf sich warten.
Expertenstreit mit Zündstoff
Offenbar ist hinter den Kulissen eine Diskussion darüber entbrannt, ob beide oder ob nur ein Impfstoff zugelassen werden soll. «Wir haben noch
keine endgültige Entscheidung getroffen, sie wird vor Ende Oktober vorliegen», sagt Swissmedic Sprecher Joachim Gross gegenüber Schweizer Radio DRS. «Ich kann noch nicht sagen, ob wir ein oder
zwei Impfstoffe zulassen», so Gross.
In Fachkreisen kursieren Informationen, dass Swissmedic mit grosser Wahrscheinlichkeit vorerst nur den Impfstoff des Pharmakonzerns Glaxo Smith Kline zulassen wird. Der Grund: Dieser Impfstoff ist auch erhältlich ohne die so genannten Adjuvantien. Diese Zusatzstoffe verstärken die Immunreaktion einer Impfung und verbessern die Impfwirkung.
Impfstoff mit Wirkverstärker gebräuchlich
Die Zusatzstoffe sind in den meisten Vorsorgeimpfungen gegen die saisonale Grippe sowie anderen Impfungen ebenfalls vorhanden,
erklärt Kathrin Mühlemann, Infektiologin am Insel Spital Bern und Mitglied der eidgenössischen Kommission für Impffragen. «Es gibt genügend Daten, die zeigen, dass die Immunantwort auf einen
adjuvantierten Impfstoff besser ist», so Mühlemann gegenüber Schweizer Radio DRS.
Nicht nur die Wirkung sei besser, sagt die Infektiologin, es brauche auch weniger Impfstoff pro Impfung. Bei der begrenzten Impfstoffmenge, die weltweit zur Verfügung stehe, sei das ein entscheidendes Kriterium gewesen. Auch aus diesem Grund habe sich die Schweiz im letzten Frühling für Impfstoffe mit dem Adjuvans entschieden.
Risiko für schwangere Frauen?
Nun hat sich in der Zwischenzeit herausgestellt, dass insbesondere schwangere Frauen von der Schweinegrippe am stärksten bedroht sind und daher geimpft werden sollten. Und ausgerechnet für diese
schwangeren Frauen gibt es erst wenig Untersuchungen zur Sicherheit dieser Adjuvantien.
Es bleibt ein Restrisiko, dass sich bei Schwangeren Nebenwirkungen gegen diese Zusatzstoffe entwickeln könnten. «Das ist sicher richtig und das dürfte letzten Endes auch der Grund sein, weshalb Swissmedic hier eine Zurückhaltung übt», sagt Pietro Vernazza, Infektiologe am Universitätsspital St. Gallen, gegenüber Schweizer Radio DRS.
Experten uneinig über Impfung von Schwangeren
Pietro Vernazza kritisiert trotzdem das Zaudern der Behörde. Denn erstens gäbe es keine Hinweise darauf, dass Adjuvantien
irgendwie gefährlich sein könnten für Schwangere und zweitens kompliziere sich nun die öffentliche Kommunikation. Denn plötzlich gäbe es eine Wahl einer Impfung mit und ohne diesen Zusatzstoff -
das sei verwirrlich.
Sein Kollege Christoph Hatz, Leiter Epidemiologie an der Universität Zürich, hat eine etwas andere Sicht. Er empfiehlt Schwangeren und auch immungeschwächten Menschen derzeit lieber einen Impfstoff ohne das Adjuvans.
«Bei Schwangeren wurde natürlich dieses Adjuvans nicht bewusst getestet», sagt Hatz gegenüber Schweizer Radio DRS. «Auf der anderen Seite besteht nicht ein grosses Risiko, dass schwangere Frauen jetzt ein Problem mit diesem Adjuvans bekommen würden», so Hatz.
Kritik an den USA
Doch die ganze Diskussion birgt Zündstoff: Denn was heisst das für alle anderen Impfwilligen - ist der Impfstoff mit Zusatzstoff ein Gesundheitsrisiko?
Die USA beispielsweise verzichten bei ihren Impfstoffen ganz auf den Zusatzstoff, insbesondere weil sie die Diskussion um die Nebenwirkungen vermeiden wollten.
Um trotzdem eine hohe Schutzwirkung durch die Impfung zu erzielen, wird der weltweit knappe Impfstoff einfach höher dosiert. Diese Strategie lehnen Schweizer Experten durchwegs ab. «Wenn ein Land deutlich viel mehr der gesamten Virusproduktion für die eigene Bevölkerung hortet», wie beispielsweise die USA, «dann finde ich das eine egoistische Haltung, wenn wir das Ganze etwas globaler anschauen», sagt Pietro Vernazza.
Christoph Hatz, der auch am Tropeninstitut in Basel arbeitet, erzürnt die amerikanische Strategie ebenfalls. Das Adjuvans könne zwar Nebenwirkungen wie Gliederschmerzen oder Rötungen an der
Einstichstelle erzeugen. Doch es sei sicher und für die breite Bevölkerung unbedenklich. «Deshalb ist es auch eine Frage der Solidarität, dass wir möglichst wenig von diesem Impfstoff für uns
verwenden, damit weltweit genügend Impfstoff vorhanden ist», sagt Hatz.
(Christian Heuss für Radio DRS)
Mi
21
Okt
2009
19 Schüler mit Schweinegrippe
Die Schweinegrippe (Neue Grippe) breitet sich weiter aus: Allein bei 19 Schülern in der Region Würzburg (Deutschland) habe sich aktuell der Verdacht einer Ansteckung bestätigt, sagte Paul Justice, der Sprecher des Gesundheitsamt am Mittwoch. Acht Schulen in Stadt und Landkreis seien betroffen.
Welche es exakt sind, wollte Justice im Gegensatz zu früheren Fällen nicht sagen. Es gelte, Panik zu vermeiden. Alle Infektionen verliefen bislang „recht milde", betonte der Sprecher. Die Mitschüler der aktuell Erkrankten müssten weiter zur Schule gehen.
Auch am Siebold-Gymnasium, wo am Mittwoch noch in einer neunten Klasse unterrichtsfrei war, laufe der Schulbetrieb wieder normal. Die Entscheidung, Schüler heimzuschicken, hänge von den Umständen eines jeden einzelnen Falles ab, sagte Justice.
Wichtig sei, dass Kinder mit Grippesymptomen und Fieber gar nicht erst in die Schule geschickt werden. In engen Klassenzimmern sei die Ansteckungsgefahr groß. Insgesamt sind in der Region seit Juni über 100 Menschen an Schweinegrippe erkrankt.
(MainPost)
Mi
21
Okt
2009
Neue Grippe auf Truthahn-Farm in Kanada
H1N1-Virus - In Kanada ist erstmals auf einer Truthahn-Farm die Neue Grippe ausgebrochen. Die Tiere haben sich offensichtlich durch Kontakt mit Menschen angesteckt.
Sicher | Umfassend | Unkompliziert
Etwa die Hälfte der insgesamt 7.000 Vögel des Hofes in der Provinz Ontario wurde unter Quarantäne gestellt, wie die Zeitung "The Toronto Star" am Mittwoch berichtete.
Nach Angaben von Gesundheitsamts-Chefin Arlene King ist die Gefahr für Menschen "minimal". Weder Eier noch Fleisch der betroffenen Tiere seien in den Nahrungskreislauf gelangt.
Rückgang der Eierproduktion deckte das Virus auf
Die Truthähne hätten sich vermutlich durch Kontakt mit Menschen infiziert, sagte Chef-Veterinärin Deborrah Stark. Die Infektion fiel auf, als die Eierproduktion zurückging. Etwa 20 Leute, die Kontakt mit der Herde hatten, sollen nach möglichen Auswirkungen befragt werden.
Die Übertragung der Neuen Grippe zwischen Menschen und Tieren gilt als Risiko, weil das Virus dabei zu einem gefährlicheren Subtyp mutieren könnte. Dafür gebe es in Ontario keine Anzeichen, sagte King. Im August war auch schon in Chile das H1N1-Virus bei Truthähnen entdeckt worden. Die Vereinten Nationen warnten damals vor der Gefahr einer schlimmeren Grippe. Zuvor war die Neue Grippe außer beim Menschen nur in seltenen Fällen bei Schweinen aufgetreten.
Mi
21
Okt
2009
Wieso senkt Trinken das Grippe-Risiko?
Wer zu wenig trinkt, ist anfälliger für die Schweinegrippe - vor allem Schüler sollten regelmäßig während des Unterrichts Wasser trinken. Warum, erklärt die Präventionsbeauftragte der Techniker Krankenkasse (TK), Dagmar Wendt: "Vor allem in der kälteren Jahreszeit trocknen in beheizten Räumen die Schleimhäute aus, somit steigt das Grippe- und Erkältungsrisiko. Wenn Kinder zu wenig trinken, sind Flüssigkeitsmangel, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl und mangelnde Konzentration die Folge.
Wer zu wenig trinkt, ist anfälliger für die Schweinegrippe - vor allem Schüler sollten regelmäßig während des Unterrichts Wasser trinken. Warum, erklärt die Präventionsbeauftragte der Techniker Krankenkasse (TK), Dagmar Wendt: "Vor allem in der kälteren Jahreszeit trocknen in beheizten Räumen die Schleimhäute aus, somit steigt das Grippe- und Erkältungsrisiko. Wenn Kinder zu wenig trinken, sind Flüssigkeitsmangel, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl und mangelnde Konzentration die Folge. Rund 600 Milliliter sollten Schüler allein in der Schule zu sich nehmen."
Mi
21
Okt
2009
Schweinegrippe: Professor befürchtet in Deutschland 35 000 Tote (Bild)
Es sind beängstigende Warnungen von einem wichtigen Impf-Experten des Landes. Prof. Dr. Adolf Windorfer* (Hannover) prophezeit uns ein Schweinegrippe-Szenario für Deutschland, das die schlimmsten Befürchtungen übersteigt.
Prof. Dr. med. Adolf Windorfer (Träger Bundesverdienstkreuzes) ist Seuchenexperte und leitete von 1997 bis 2006 das Niedersächsische Landesgesundheitsamt. Er berät die Weltgesundheitsorganisation WHO.- 35 000 Tote!
- 30 Millionen Infizierte!
- Extreme Krankheitsverläufe!
SOLLTEN WIR DIE GRIPPE LANGSAM ERNST NEHMEN?
Noch immer wollen sich nur 12 Prozent der Deutschen „ganz sicher" impfen lassen. Ein Fehler, warnt Prof. Windorfer von der
Niedersächsischen Gesellschaft für Impfwesen und Infektionsschutz gestern in einer offiziellen Pressemitteilung seines Instituts:
„Es ist davon auszugehen, dass mit Beginn der kalten Jahreszeit eine sehr große Zahl an Erkrankungen mit der neuen Grippe auftauchen wird; ob die Erkrankungen leicht oder schwer verlaufen werden,
ist völlig unbekannt. Beides ist möglich."
„Es ist aber anzunehmen, dass bei einer sehr großen Anzahl an Erkrankungen, man kann bundesweit von ca. 30 Millionen Erkrankungen ausgehen, auch die Zahl der Todesfälle erheblich steigen wird.
Auch bei einem milden Verlauf ist im kommenden Herbst und Winter mit 25 000-35 000 Toten in Deutschland zu rechnen. Diese Zahl ist auf keinen Fall hoch gegriffen."
Prof. Windorfer warnt zugleich vor schlimmen Verläufen der Schweinegrippe. „In der Folge können dann vermehrt blutige Lungenentzündungen sowie Herzmuskelentzündungen auftreten. Dies kann
auch bei vorher ganz gesunden Menschen geschehen."
*Prof. Dr. med. Adolf Windorfer (Träger des Bundesverdienstkreuzes) ist Seuchenexperte und leitete von 1997 bis 2006 das Niedersächsische Landesgesundheitsamt. Er berät die
Weltgesundheitsorganisation WHO.
Mi
21
Okt
2009
Was Sie jetzt über die Impfung wissen müssen (Blick)
Was ist nun schlimmer: H1N1 oder saisonale Grippe? Brauchts da gegen eine, zwei oder gar keine Impfung? BLICK beant wortet die wichtigsten Fragen.
Schweine- und normale Grippe: Wogegen soll ich mich impfen?
Für die saisonale und die Schweinegrippe braucht es unterschiedliche Impfungen. Wer sich gegen beides schützen
will, sollte zwischen den Impfungen auf jeden Fall drei Wochen verstreichen lassen. Gegen die normale Grippe reicht eine Spritze beim Hausarzt. Gegen die Schweinegrippe wurden vor kurzem noch
zwei Dosen im Abstand von drei Wochen empfohlen. Jetzt geht die WHO davon aus, dass eine Dosis genügt. In der Schweiz wird dazu die Empfehlung des Schweizerischen Heilmittelinstitutes Swissmedic
abgewartet. Diese folgt wahrscheinlich nächste Woche.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Impfung?
Gegen die normale Grippe sollte man sich jetzt beim Hausarzt impfen. Anders bei der Schweinegrippe: Zwei vorgesehene
Impfstoffe werden derzeit von Swissmedic geprüft. Bis Anfang November sind die Abklärungen abgeschlossen - dann gehts los. Die Schweinegrippe-Präparate unterscheiden sich nur in der Herstellung.
Aber: Die darin enthaltenen Wirkstoffverstärker sind umstritten. Impf-Kritiker befürchten, dass diese das Abwehrsystem überreizen. In Deutschland gibt es deswegen derzeit gros sen Aufruhr:
Politiker liessen sich mit dem angeblich besseren Impfstoff ohne Wirkstoffverstärker versorgen, die Öffentlichkeit protestiert. Dieses Problem hat die Schweiz nicht: Alle voraussichtlich zum
Einsatz kommenden Präparate enthalten Verstärker - bei einem sind sie allerdings noch nicht beigemischt. «Wir entscheiden bis nächste Woche, ob kleine Kinder oder Schwangere ohne
Wirkstoffverstärker geimpft werden sollen», sagt Joachim Gross von Swissmedic.
Wer soll sich Impfen lassen?
Auf jeden Fall die Risikogruppen: Für die saisonale Grippe sind das Menschen über 65, Immungeschwächte und chronisch Kranke. Bei der
Schweinegrippe gehören zu dieser Gruppe auch Schwangere. Werner Wunderli, stellvertretender Leiter am Institut für Medizinische Virologie in Zürich, geht noch weiter: «Man sollte sich schon aus
Solidarität freiwillig impfen lassen. Denn es geht nicht nur um den eigenen Schutz, sondern wegen der hohen Ansteckungsgefahr auch um den Schutz der anderen.»
Was kostet die Impfung?
Die Impfung gegen Schweine grippe ist kostenlos, der Bund hat mit den Herstellern Verträge für 13 Millionen Impfdosen abgeschlossen. Die Abgabe ist kantonal geregelt und erfolgt via Impfzentren
und Hausarzt. Für die saisonale Grippe ist der Hausarzt zuständig (ab 25 Franken). Bei über 65-Jährigen und chronisch Kranken zahlt die Grundversicherung.
Müssen wir eine grosse Grippe-Epidemie fürchten?
Zwar wurden in der vergangenen Woche nur 28 neue Schweinegrippe-Fälle registriert. Die Ärzte zählten aber deutlich mehr
Grippepatienten als im Vorjahr. Der grippeintensive Herbst hat laut Jean-Louis Zürcher vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) mit der Schweinegrippe zu tun. Er vermutet, dass fast alle
Grippepatienten, die einen Arzt aufsuchten, an der Schweinegrippe leiden. Aus Kostengründen wird bei leichten Fällen aber nicht getestet. Das BAG warnt darum weiterhin: «Die
Schweinegrippe-Pandemie wird kommen.»
Was ist mit Tamiflu?
Das Mittel schützt nicht vor Ansteckung und wird erst zur Behandlung eingesetzt. Tamiflu sollte nur auf Verordnung des Arztes eingenommen werden.
Wie kann ich mich vor einer Ansteckung schützen?
Entscheidend ist die Hygiene - egal, bei welchem Grippe-Virus. Deshalb Hände regelmässig gründlich mit Seife waschen, immer ins Taschentuch niesen und es danach entsorgen.
Wie kann ich vorbeugen?
Immunsystem stärken! «Neben gesunder Ernährung mit viel Früchten und Gemüse sollte man den Körper möglichst wenig belasten», empfiehlt
BLICK-Ernährungsberaterin Helena Kistler-Elmer. «Also genügend schlafen, Ruhepausen einschalten und Stress vermeiden.» Aus serdem zwei bis drei Liter Wasser am Tag trinken.
Falls die Impfung zu spät kommt: Wie lassen sich die Grippe-Arten unterscheiden?
Fieber über 38° C, Gliederschmerzen, Husten, Halsweh, Schwindelgefühl oder Atembeschwerden
sowie Durchfall oder Erbrechen: Beide Grippen haben dieselben Symptome. Deshalb weiss man bei Patienten nicht, ob sie unter einer saisonalen oder unter Schweinegrippe leiden. Aber: Die
Schweinegrippe ist aggressiver und ansteckender, und Menschen sind noch nicht immun dagegen. Das könnte der Grund dafür sein, weshalb sich jüngere Menschen häufiger anstecken. «Ältere Menschen
wurden im Leben mit mehr Krankheitserregern konfrontiert und haben deshalb eine bessere Rest-Immunität», glaubt der Virologe Werner Wunderli.
Wie kuriere ich mich richtig?
Bei Grippesymptomen zu Hause bleiben und sich vollständig auskurieren. Meist verläuft eine Erkrankung unkompliziert - auch die Schweinegrippe.
Achtung: Wer zu den Risikogruppen gehört oder schwere Symptome (Atembeschwerden, sehr hohes Fieber) hat, sollte sofort einen Arzt kontaktieren.
(Blick)
Mi
21
Okt
2009
Schweinegrippe: Die Schweiz ändert ihre Impfstrategie (BaZ)
Die Behörden prüfen, wegen möglicher Nebenwirkungen auf einen anderen Impfstoff für Kinder und Schwangere zu setzen.
Schweinegrippe Schweiz (Quelle: BaslerZeitung)Rechtzeitiger und umfassender Schutz
In zwölf Tagen startet das landesweite Impfen gegen die Schweinegrippe. «Am Zeitplan hat sich nichts geändert», sagt Jean-Louis Zurcher vom Bundesamt für Gesundheit. Verändern wird sich bis dahin allerdings der Stoff, der geimpft werden soll. Zumindest für Schwangere und Kinder.
Bis anhin war geplant gewesen, allen Impfwilligen einen Impfstoff mit Wirkverstärker zu spritzen. Dieser Zusatz hilft, die benötigte Menge an Impfstoff zu reduzieren, und erhöht gleichzeitig die Wirksamkeit der Impfung. Beides war erwünscht, als die Behörden ihre Pandemievorsorge planten: Es gab zu wenig Impfstoff, und man befürchtete eine Pandemie mit hohen Todesraten.
Verheerende Nebenwirkungen
So viel man heute weiss, droht diesen Winter keine ultragefährliche zweite Welle der Schweinegrippe. Und damit rücken die Nebenwirkungen dieser zusätzlichen Wirkstoffe in den Vordergrund. Chefarzt Pietro Vernazza vom Kantonsspital St. Gallen kennt sie. Er hat sich das sogenannte Adjuvans AS03 von GlaxoSmithKline, das in der Schweiz zum Zuge kommen soll, in einer Studie selber gespritzt: «Das spürt man. Der Arm tut weh. Und in der Nacht schläft man schlecht. In einigen Fällen tritt Fieber auf. Und einige wenige Prozent der Geimpften dürften am Tag bei der Arbeit behindert sein», erzählt er. Bisher wurde im Zusammenhang mit dem Impfstoff noch kein Guillain-Barré-Syndrom (Lähmungserscheinungen) beobachtet, doch diese sehr seltene Nebenwirkung kann nie ausgeschlossen werden. Bei Kindern treten die Nebenwirkungen tendenziell stärker auf.
Nun haben die Behörden reagiert. «Weil es bisher für die Impfstoffe erst unzureichende klinische Daten insbesondere für Kinder und Schwangere gibt, werden wir konkrete Impfempfehlungen machen», sagt Joachim Gross von Swissmedic. Die Idee, Impfstoff ohne Wirkverstärker zu verwenden, war gestern auch Thema bei einem Treffen von Personen aus dem Bundesamt für Gesundheit, der Impfkommission und der Zulassungsbehörde.
Zusatz auf Vorrat
Gegenwärtig prüft Swissmedic, ob der Vorschlag umgesetzt werden kann. Die Schweiz könnte neuen Impfstoff kaufen. Oder die Schweiz könnte auf jenen bereits bei Glaxo gekauften Impfstoff setzen, der in den nächsten Tagen in reiner Form geliefert wird. Bisher war geplant, ihn mit Wirkverstärker zu strecken. Den Zusatz hat die Schweiz seit der Vogelgrippe-Vorsorge in grosser Menge vorrätig. Noch ist nicht klar, ob Swissmedic eine höher dosierte Glaxo-Impfung ohne Wirkverstärker in kurzer Zeit bewilligen könnte.
Vernazza begrüsst grundsätzlich die Adjuvans-freie Impfung für Schwangere, weil für diese Risikogruppe bisher zu wenig Erfahrungen gesammelt werden konnten. Auch Christoph Hatz vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich unterstützt «aus psychologischen Gründen» dieses Modell. Aus medizinischer Sicht würde allerdings nichts gegen den Einsatz von Wirkverstärkern sprechen. Er hat in einer Studie den Schweinegrippe-Impfstoff von Novartis getestet, der ebenfalls mit Wirkverstärkern arbeitet und den die Schweiz als Ergänzung zum Glaxo-Mittel gekauft hat. «Der Wirkverstärker bei Novartis ist in anderen Grippe-Impfungen seit 1997 zugelassen», sagt er. «Er ist sehr sicher.» Doch auch Hatz schliesst nicht aus, dass bei einer Massenimpfung einige Fälle mit dem Guillain-Barré-Syndrom auftreten.
Die Kosten werden steigen
Die Strategieänderung der Behörden dürfte einige Probleme mit sich bringen. Was ist, wenn nicht nur Schwangere darauf beharren, ohne Wirkstoff geimpft zu werden? «Das würde die bisherige Planung gefährden», sagt Vernazza. «Wir müssten auf die Leute eingehen, sie beraten.» Das heutige Konzept basiere auf dem Modell «eine Spritze für alle». Der Aufwand und somit die Kosten pro Impfung würden zunehmen.
Wichtig ist beiden Experten, dass sich breite Bevölkerungsschichten trotz aller Diskussionen um Nebenwirkungen impfen lassen. «Jeder, der sich impft, schützt damit die anderen und Schwächeren»,
sagt Hatz. Und Vernazza schätzt die Gefahr, anders als das Bundesamt für Gesundheit, grösser ein als bei einer saisonalen Grippe: «In der Gruppe der 25- bis 65-Jährigen starben in den USA bisher
1 bis 3 Prozent der an Schweinegrippe Erkrankten.»
(BaslerZeitung)
Di
20
Okt
2009
Wenn die Schweinegrippe das Büro erreicht (RPOnline)
Düsseldorf (RPO). Die ersten Erkältungswellen rollen durchs Land. Die Grippesaison steht vor der Tür. Damit steigt auch das Risiko, sich mit Schweinegrippe zu infizieren. Was tun, wenn das Virus das Büro erreicht? Was Arbeitnehmer und Arbeitgeber jetzt wissen müssen, erfahren sie hier.
Professioneller Pandemie Schutz
Viele Arbeitnehmer haben Angst, sich am Arbeitsplatz bei einem Kollegen anzustecken. Aber dürfen sie aus Angst vor einer Infektion auch zu Hause bleiben? Darf sie ihr Chef trotzdem auf Geschäftsreise in Länder mit einer hohen Infektionsquote schicken?
Gibt es weiter Geld, auch wenn ein Unternehmen wegen vieler Infektionsfälle vorübergehend geschlossen wird? Und was muss der Arbeitgeber zum Schutz seiner Angestellten tun? Diese und mehr Fragen zum Thema Schweinegrippe am Arbeitsplatz haben Experten der Arag beantwortet.
Fazit: Arbeitnehmer können nicht einfach aus Angst vor der Erkrankung vorsorglich zu Hause bleiben. Auch Geschäftsreisen können sie nicht ohne Einwilligung des Arbeitgebers ablehnen. so lange das Auswärtige Amt keine Reisewarnung erteilt.
Dafür muss der Arbeitgeber für verstärkte Hygiene im Unternehmen sorgen und sicherstellen, dass krankgeschriebene Mitarbeiter sich tatsächlich auskurieren und nicht aus Angst vor dem Verlust ihres Jobs bei der Arbeit erscheinen.
(RPOnline)
Di
20
Okt
2009
Schweinegrippe bei Schwein in USA entdeckt (Bild)
Erstmals ist in den USA Schweinegrippe bei einem Schwein festgestellt worden.
Sicher | Umfassend | Unkompliziert
Individuelles PandemieSet jetzt bestellen.
Wie das Landwirtschaftsministerium in Washington mitteilte, wurde das H1N1-Virus in einer Probe von einem Tier auf einem Jahrmarkt im Bundesstaat Minnesota entdeckt. Dem Ministerium zufolge sind weitere Tests geplant. Es sei aber unwahrscheinlich, dass es weitere Fälle gebe, da Tiere auf Jahrmarkt-Wettbewerben getrennt von denen auf Farmen gehalten würden.
(Bild)
Di
20
Okt
2009
„Neue Grippe“ in norwegischen Schweinebetrieben (TopAgrar)
Die Verbreitung des Influenza-Virus H1N1 in norwegischen Schweinebetrieben scheint größer zu sein als zunächst angenommen. Nach Angaben der norwegischen Lebensmittel-und Veterinärbehörde ist das Influenzavirus inzwischen bei Schweinen auf acht Betrieben festgestellt worden. Die Fälle traten in der vergangenen Woche in der Region um Trondheim auf.
Sicher | Unkompliziert | Umfassend
Das Virus wurde wahrscheinlich über den Landwirt bzw. von Besuchern auf die Schweine übertragen. Experten sagten, dass sich die Grippe leichter von Menschen zu Schweinen verbreitet als vorher
geglaubt.
Landwirtschaftsminister Lars Peder Brekk hat deshalb darum gebeten, Schweinehalter vorrangig bei dem Grippe-Impfprogramm zu berücksichtigen.
Um die Ausbreitung zu verhindern, wurden auf diesen Betreiben bereits 1.500 Schweine gekeult und verbrannt.
(TopAgrar)
Di
20
Okt
2009
Schweinegrippe lässt Messeleute kalt (20Min)
Keine Grippepanik an der Herbstmesse: Die drohende Pandemie berührt Veranstalter und Schausteller nicht.
Rechtzeitiger Schutz dank PandemieSet
Messeleiter Daniel Arni verweist an den Kantonsärztlichen Dienst - dort sagt Kantonsärztin Anne Witschi: «Wir verspüren momentan keine Sorge.» Man stehe im Kontakt mit der Messe, Anfragen von besorgten Schaustellern habe es keine gegeben. «Wenn die Grippe wirklich kommt, handeln wir gemäss BAG-Plan», so Witschi.
Die Marktfahrer sagen unisono, die Schweinegrippe sei «kein Thema». So etwa Karl Eiche von der Eiche- Metzgerei: «Momentan haben wir überhaupt keine Angst - vor zwei Monaten machten wir uns noch
mehr Sorgen.» Auch Peter Hablützel vom Riesenrad winkt ab. Eine Schaustellerin sagt: «Mit Masken Magenbrot verkaufen? Nein - ich sehe nicht ein, warum.»
Di
20
Okt
2009
Kinderärzte für Impfung ab drei Jahren (Focus)
Eltern sollten laut dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte ihre Kinder ab einem Alter von drei Jahren gegen die Schweinegruppe impfen lassen. Die Stoffe seien sicher und die Schweinegrippe dürfe nicht verharmlost werden. Die öffentliche Diskussion über angebliche Qualitätsunterschiede zwischen verschiedenen Impfstoffen führe zu Verunsicherung.
Umfassend | Unkompliziert | Sicher
Bestellen Sie jetzt Ihr PandemieSet
Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hat Eltern aufgerufen, Kinder ab drei Jahren gegen die Schweinegrippe impfen zu lassen. Verbandspräsident Wolfram Hartmann warnte in der „Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Dienstag, besonders Kinder mit Risikofaktoren müssten geimpft werden. Die Gefahren der Schweinegrippe dürften nicht verharmlost werden.
Hartmann kritisierte die Diskussion über die Sicherheit und Wirksamkeit der verschiedenen Impfstoffe, da Eltern dadurch verunsichert würden. Die Aufregung ist nach den Worten Hartmanns „überflüssig", da die in Deutschland zugelassenen Impfstoffe gegen die Schweinegerippe sicher seien.
Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warf Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) vor, mit einer „katastrophalen Informationspolitik" zu den unterschiedlichen Schweinegrippe-Impfstoffen für steigende Gesundheitsrisiken der Bevölkerung mit verantwortlich zu sein. Das „Versagen des Innenministers und der Bundeskanzlerin" in der Informationspolitik berge „medizinisch erhebliche Risiken und Nebenwirkungen", sagte Lauterbach dem „Kölner Stadt-Anzeiger" vom Dienstag.
Zwar geben es faktisch keine Qualitätsunterschiede zwischen den für Bundesbedienstete und dem für die Bevölkerung bestellten Impfstoffen, sagte der SPD-Politiker. Es sei „aber der verheerende Eindruck entstanden, solche Unterschiede existierten. In der Folge könnten viele Menschen auf eine Impfung verzichten, warnte Lauterbach. Es gebe mit Blick auf die Schweinegrippe jedoch „keinerlei Grund zur Entwarnung".
(Focus)
Di
20
Okt
2009
Wenig Klarheit für Schwangere (Focus)
Die Debatte um Risiken der Schweinegrippe-Impfungen reißt nicht ab. Vor allem die Empfehlungen für Schwangere sind widersprüchlich.
Von FOCUS-Online-Autor Wolfgang Müller
Die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission zur Impfung gegen Schweinegrippe geben Rätsel auf. Die am 12. Oktober veröffentlichten Erklärungen sollen der Leitfaden sein, nach dem die
Bundesländer die angelieferten Impfstoffe herausgeben und nach dem niedergelassene Ärzte impfen sollen. Doch der Leitfaden steckt voller vager Formulierungen.
Besonders unklar erscheint die Situation für Schwangere. Die Impfkommission erklärte, sie sei sich „der komplexen Problematik der Impfung in der Schwangerschaft bewusst, daher sollten Schwangere bis zum Vorliegen weiterer Daten mit einem nicht adjuvantierten Spaltimpfstoff geimpft werden." Nicht adjuvantiert heißt: ohne wirkungsverstärkende Zusatzstoffe. Spaltimpfstoff bedeutet: Statt eines vollständigen, aber abgetöteten Virus basiert der Impfstoff lediglich auf inaktiven Virenbestandteilen. Der Widerspruch an der Kommissionsempfehlung: Der als geeignet dargestellte Impfstoff fehlt bislang in Deutschland. Die Bundesländer halten Pandemrix auf Lager. Das ist zwar ein Spaltimpfstoff, aber mit Wirkverstärkern.
Frauenärzte müssen auf dünner Datenbasis entscheiden
Bis zum geplanten Impfbeginn am 26. Oktober wird sich an dieser Lage voraussichtlich nichts ändern. „Wir sind in Verhandlungen mit Herstellern und hoffen auf ein Ergebnis bis Ende November", sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums. Versprechen könne derzeit allerdings niemand, ob der Termin einzuhalten ist. Der von der EU bereits zugelassene Impfstoff Celvapan - der keine Adjuvantien enthält - gilt nicht als Alternative, weil er auf vollständigen Viren beruht und damit stärkere Immunreaktionen wie hohes Fieber erwarten lässt. Und Fieberschübe will man werdenden Müttern ersparen - insbesondere während der ersten drei Schwangerschaftsmonate.
Wie es derzeit aussieht, müssen niedergelassene Frauenärzte mindestens zwischen 26. Oktober und Ende November entscheiden, ob sie Schwangeren Pandemrix verabreichen oder nicht. „Wir arbeiten an einer Einstufung in drei Risikogruppen je nach Vorerkrankungen sowie häuslicher und beruflicher Situation", sagte Christof Schaefer vom Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie in Berlin. Für jede Risikogruppe lasse sich eine Impfempfehlung ableiten. Das Beratungszentrum will die Vorschläge mit dem Paul-Ehrlich-Institut und dem Robert-Koch-Institut abstimmen.
Studien sollen laufende Impfungen begleiten
Für den derzeit vorrätigen Impfstoff fehlen Erfahrungswerte. Klinische Studien zu Nebenwirkungen speziell für Schwangere konnte es nicht geben - aus ethischen Gründen sind solche Studien mit werdenden Müttern zu Grippeimpfstoffen nicht zulässig. Praktisches Wissen aus laufenden Impfungen gibt es lediglich mit Präparaten gegen die saisonal wiederkehrende Influenza. In den USA werden auch bei werdenden Müttern ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel Spaltimpfstoffe ohne Wirkverstärker empfohlen, wie die Impfkommission erklärte. Wäre ein solcher, bis auf den enthaltenden Virenstamm identischer Schweinegrippeimpfstoff in Deutschland verfügbar, könnte man offenbar auf internationale Erfahrungen aus der Anwendung dieser Mittel bei Schwangeren zurückgreifen.
Das Gesundheitsministerium betont den grundsätzlichen Sinn der Schweinegrippe-Impfung: „Eine A/H1N1-Infektion ist mit einem extrem hohen Risiko für die Schwangere verbunden", sagte ein Sprecher. Das belegten weltweite epidemiologische Daten. Dem Infektionsrisiko steht das Impfrisiko gegenüber: Vom ersten Impftag an sollen regelmäßige Rückmeldungen über mögliche unbekannte Nebenwirkungen gesammelt werden - nicht nur für Schwangere, sondern für alle Alters- und Risikogruppen, wie das Paul-Ehrlich-Institut online unter dem Stichwort „Pharmakovigilanz" mitteilte.
Frauenärzte hoffen auf verbesserte Information
Der Berufsverband der Frauenärzte hält derzeit still. Es müsse erst geklärt werden, ob nun tatsächlich ein neuer Impfstoff angeboten wird und warum das derzeitige Angebot nicht so verlässlich ist, wie man meinte. „Derzeit lässt die Informationslage noch zu wünschen übrig. Ich tendiere dazu, zurückhaltend zu impfen. Gerade bei Schwangeren ist ein behutsames Abwägen wichtig", sagte Verena Breitenbach, niedergelassene Frauenärztin aus Ehingen bei Ulm.
Die deutschen Verbraucher reagieren auf die Debatten zur Schweinegrippeimpfung mit gemischten Gefühlen. Nach einer Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der ARD lassen sich 18 Prozent der
Deutschen durch die Schweinegrippe verunsichern, 32 Prozent gaben an, wenig verunsichert zu sein, und 50 Prozent erklärten, sie seien überhaupt nicht verunsichert. Dazu passt die Haltung der
Befragten gegenüber der Impfung. 39 Prozent würden sich derzeit auf keinen Fall impfen lassen, 27 Prozent „wahrscheinlich nicht". Nur 19 Prozent sind sich derzeit sicher, dass sie sich zum Schutz
vor dem A/H1N1-Erreger immunisieren lassen.
(Focus)
Mo
19
Okt
2009
Schweinegrippe nach Klassenfahrt in Baden-Württemberg (Bild)
Während einer Studienfahrt an den Chiemsee (Bayern) sind rund 23 Schüler aus Baden-Württemberg an der Schweinegrippe erkrankt. „Die Verläufe sind insgesamt eher milder und mit denen einer „normalen" saisonalen Influenza vergleichbar", so der Leiter des Kreisgesundheitsamts Reutlingen, Gottfried Roller. Sie äußerten sich durch einen akuten Krankheitsbeginn mit hohem Fieber, trockenem Husten, Atemnot, Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen. Insgesamt seien 59 Schüler und vier Lehrer eines Reutlinger Gymnasium auf Studienfahrt gewesen. Schüler und Eltern seien vom Kreisgesundheitsamt bereits vor der Ankunft der Gruppe in Reutlingen umfassend informiert worden. Zudem waren bei der Rückkehr der Schüler zwei Ärzte vor Ort und beantworteten weitere Fragen.
(Bild)
Mo
19
Okt
2009
58 Konfirmanden erkranken an Schweinegrippe (Welt)
Hattingen/Husum (dpa/lno) - Nach einer Konfirmandenfreizeit einer Hattinger Kirchengemeinde im schleswig-holsteinischen Husum mit 200 Teilnehmern sind 58 an der Schweinegrippe erkrankt. Dies teilte Kreissprecherin Karin Wacker am Montag in Schwelm mit. Der Verlauf bei den überwiegend 12 bis 14 Jahre alten Jugendlichen sei bisher «sehr harmlos». Alle seien zu Hause und hätten nicht im Krankenhaus behandelt werden müssen. Man gehe davon aus, alles im Griff zu haben, rechne aber damit, dass die Zahl der Erkrankten noch steige.
(Welt)
Mo
19
Okt
2009
Nebenwirkungen fürs Volk? (Tagesschau)
"Celvapan", "Pandemrix" und "Focetria" heißen die Impfstoffe gegen die Schweinegrippe. Doch wer bekommt welches Präparat? Sonderbehandlung für die Minister? Nebenwirkungen fürs Volk? Etwa ein Fall von Zwei-Klassen-Medizin? Darüber streiten Politik und Wissenschaft seit Tagen.
Von Bettina Freitag, HR, ARD-Hauptstadtstudio
Drei Impfstoffe gegen die Schweinegrippe sind in Europa zugelassen. Größter Unterschied: Die Herstellung. "Celvapan" wird aus kompletten Virenhüllen produziert, "Focetria" und "Pandemrix" aus Bruchteilen. Das hat den Vorteil, dass weniger Virenmaterial gezüchtet werden muss, sich also mehr Impfstoff in kürzerer Zeit produzieren lässt. Klaus Vater vom Bundesgesundheitsministerium sagt, das habe den Ausschlag gegeben, für die Bevölkerung Pandemrix zu besorgen: "Sie können damit vier statt nur einen Menschen impfen."
Allerdings: Damit der Impfstoff aus Bruchstücken genauso wirksam ist, muss er verstärkt werden - mit Zusatzstoffen, über deren Nebenwirkungen seit Tagen gestritten wird. Die Wissenschaftler im
bundeseigenen Paul-Ehrlich-Institut sagen: Trotzdem spreche nichts gegen die Impfung mit Pandemrix. Und auch der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach, der sonst kein Blatt vor den Mund nimmt,
bestätigt: "Beide Impfstoffe wirken, beide Impfstoffe sind sicher und beide haben keine gravierenden Nebenwirkungen."
Auch die Kanzlerin geht zur "Volksimpfung"
Vor einem Jahr schloss dass Bundesbeschaffungsamt in Koblenz eine Rahmenvereinbarung mit der Pharmafirma Baxter - vorsorglich für den Falls einer weltweiten Grippe-Pandemie. Baxter entwickelte später "Celvapan", das Mittel ohne Zusatzstoffe und verkauft nun ausschließlich diesen Stoff. Spitzenpolitiker bekommen - wenn sie sich impfen lassen wollen - "Pandemrix", wie alle anderen auch.
Die Schlagzeilen, wonach die Bunderegierung für sich selbst "Celvapan" bestellt habe, seien falsch, sagt Regierungssprecher Ulrich Wilhelm: "Es geht nur um die Soldaten der Bundeswehr, die Bundespolizei, die Angehörigen der Krisenstäbe im Bund." Wenn aber ein Mitglied der Bundesregierung zu seinem Hausarzt ginge, dann "würde es mit dem Wirkstoff Pandemrix geimpft". So, wie es übrigens auch die Bundeskanzlerin halten will.
Ob "Celvapan" tatsächlich schonender ist, darüber gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. An Kindern oder Schwangeren wurde keiner der drei zugelassenen Impfstoffe getestet. Der Hallenser Mikrobiologe Alexander Kekulé sagte dennoch schon vor Tagen, die Bundesländer hätten mit "Pandemrix" den falschen Impfstoff eingekauft. Am Sonntag legte er nach: "Das ist wirklich ein Skandal, dass die Regierung hier für sich selbst und ihre oberen Beamten, die übrigens auch über den Impfstoff entschieden haben, einen anderen Impfstoff bestellt."
Vorwürfe, die völlig unberechtigt sind, sagt die Bundesregierung. Für den Regierungskritiker Kekulé hat Klaus Vater vom Gesundheitsministerium nur Spott übrig: "Wo hat denn Professor Kekulé in
den letzten sieben, acht Jahren gearbeitet? Influenzaforschung? Virusforschung? - Sie werden kein einziges Dokument finden, das das belegt. Insofern hab ich gegenüber diesen Stimmen eine gewisse
Scheu. Dass er sich gut im Fernsehen macht, als eine Mischung aus Einstein und Johnny Depp, da kann er nix für. Deswegen kommt er gern ins Fernsehen."
Die Sorge der Gesundheitsbehörden: Von der Diskussion verunsichert, werden sich weniger Menschen impfen lassen als erwartet. Laut Klaus Vater hat die befürchtete zweite Grippewelle in Mexiko bereits begonnen, in wenigen Wochen könne sie Europa erreichen.
(ARD)
Mo
19
Okt
2009
Frankreich beginnt morgen mit Schweinegrippe-Impfungen – und die Schweiz? (Basler Zeitung)
Frankreich und Deutschland beginnen, die ersten Personen gegen die Schweinegrippe zu impfen. Die Schweiz hingegen ist noch nicht soweit.
Frankreich beginnt am Dienstag mit der landesweiten Impfung gegen die Schweinegrippe. Zunächst werde «vorrangiges Krankenhauspersonal» etwa auf Intensivstationen in Kinderkliniken geimpft, teilte das Gesundheitsministerium am Montag in Paris mit.
Nach dem Ende der Herbstferien Anfang November würden dann das übrige Gesundheitspersonal, schwangere Frauen und Menschen mit Risikofaktoren gegen das Virus A(H1N1) geimpft. Auch alle anderen Bürger können sich auf Wunsch impfen lassen.
Seit Beginn der Schweinegrippewelle starben in Frankreich 33 Menschen am Virus, die weitaus meisten in den französischen Überseegebieten. Das 33. Opfer - ein elf Monate altes, herzkrankes Baby - starb am Sonntag in einem Pariser Spital.
Anfangs November
Auch in der Schweiz gibt es keine Entwarnung: «Die Schweinegrippe-Pandemie wird kommen», sagte Jean-Louis Zurcher, Sprecher des Bundesamtes für Gesundheit. Ab Anfang November könne mit der Schweinegrippe-Impfung begonnen werden. Bis dann sollte die Bewilligung der Arzneimittelbehörde Swissmedic eingetroffen sein.
Wann die Pandemie ausbrechen wird, konnte Zurcher nicht sagen. Die Erfahrung zeige, dass sich solche Viren vor allem im Winter verbreiteten. Der Kälteeinbruch in der Schweiz könnte den H1N1-Viren ebenfalls zum Durchbruch verhelfen: «Viren mögen die Kälte», hielt der BAG-Sprecher fest. Zudem hielten sich die Menschen im Winter eher gemeinsam in Räumen auf. Die vom BAG propagierten Vorsichtsmassnahmen wie Händewaschen bleiben also aktuell.
Impfdosen in Deutschland unterwegs
Deutschland plant, mit der Impfung gegen die Schweinegrippe nächste Woche zu beginnen. Jetzt sind die ersten Impfstoffdosen auf dem Weg in die Bundesländer. Jeden Tag sollen jeweils vier von ihnen beliefert werden, wie der Sprecher des zuständigen Thüringer Gesundheitsministeriums, Thomas Schulz, am Montag der Nachrichtenagentur AP sagte. Bis einschliesslich Donnerstag sollen dann alle Länder versorgt sein, so dass am Montag die ersten freiwilligen Impfungen des sogenannten Schlüsselpersonals im Sicherheits- und Gesundheitsbereich beginnen können.
(BaZ)
Mo
19
Okt
2009
DRS 1 Bericht zur Schweinegrippe Anhören
Sendung DRS 1/2 hier nachhören: "Während die Nachbarländer in wenigen Tagen mit der Massenimpfung gegen die Schweinegrippe beginnen, ist in der Schweiz noch offen, wann der Impfstoff zugelassen wird...."
Die Schweinegrippe ist zwar aus den Schlagzeilen verschwunden, doch die Gesundheitsbehörden warnen davor, sie voreilig abzuschreiben. Beim Bundesamt für Gesundheit rechnet man damit, dass die Grippe-Saison jetzt beginnt und sich die Schweinegrippe in den nächsten Woche auch in der Schweiz wieder ausbreiten wird.
Impfstoff noch nicht zugelassen
Noch hat das Heilmittelinstitut Swissmedic keinen Schweinegrippe-Impfstoff zur Anwendung zugelassen - anders etwa als in Frankreich oder Deutschland, wo die Impfung noch diese, respektive nächste
Woche in Angriff genommen wird.
In der Schweiz werde die Impfkampagne wohl in der ersten Hälfte November gestartet, wie der Pandemie-Spezialist im BAG, Patrik Mathys, gegenüber Schweizer Radio erklärte. Die Imfpung wird freiwillig und gratis sein. Zuerst werden Ärzte und Pfleger, dann Risikogruppen und zuletzt die übrige Bevölkerung geimpft.
Impfstoff-Verträglichkeit genau beobachten
Um die neuen Impfstoffe gegen die Schweinegrippe zu überwachen, führt Swissmedic ein Online-Portal ein, das während der Dauer der Impfkampagne in Betrieb sein soll. Auf diese Weise sollen Risiken
und Probleme bei speziellen Patientengruppen wie Kleinkindern und Schwangeren frühzeitig erfasst werden.
Das Heilmittelinstitut werde in diesem Portal laufend über den aktuellen Stand der Überwachung der Grippeimpfstoffe informieren, so das BAG. Das Portal soll vor allem von Ärztinnen und Ärzten sowie Apothekerinnen und Apothekern genutzt werden. Eine Direktmeldung durch Patienten ist nicht vorgesehen.
Kosten von total 130 Millionen
Der Bund hatte seinerzeit insgesamt 13 Millionen Dosen Pandemie-Impfstoff gekauft, Kostenpunkt 84 Millionen Franken. Damals ging man davon aus, dass für die Schweinegrippe eine zweimalige Impfung
nötig ist.
Kürzlich gab die Weltgesundheitsorganisation WHO allerdings bekannt, dass, zumindest für einen Teil der Risikogruppen, eine einmalige Impfung genüge. Die Schweiz wird ihren zuviel georderten Impfstoff allerdings nicht vernichten. Falls etwas übrigbleibe, werde der Impfstoff wohl einem Entwicklungsland zur Verfügung gestellt, so Patrik Mathys.
Die Gesamtkosten für die Schweinegrippe-Impfaktion in der Schweiz werden auf rund 130 Millionen Franken geschätzt. (pet, maup)
Fr
16
Okt
2009
Die Pandemie kommt – aber wann?
Die Zahl der bestätigten Schweinegrippe-Patienten hat sich seit Ende August auf tiefem Niveau eingependelt. Doch dahinter schlummert ein grosse Dunkelziffer: Kranke, die nur als «normale» Grippepatienten registriert werde.
Vom Schutzmasken-Gebrauch sind wir weit entfernt: Im Ernstfall können sie allerdings die Gefahr einer Ansteckung minimieren. Bild: Keystone/Peter SchneiderSymptome der Schweinegrippe
Die Symptome der Schweinegrippe ähneln der einer ganz normalen Grippe: Fieber, Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Husten. Einige Patienten berichteten auch über Schnupfen, Halsschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Ohne Laboruntersuchung gibt es keine Gewissheit.
Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch ist sehr kurz, manchmal erkranken Infizierte schon binnen Stunden, die meisten spätestens innerhalb von drei Tagen. In dieser Zeit sind die Patienten schon ansteckend, da die Virenausscheidung über die Schleimhäute des Nasen-Rachen-Raums beginnt. Diese Ausscheidung dauert in der Regel bis zu sieben Tage, bei geschwächten Menschen auch länger.
Verhaltensregeln für den Ernstfall
Nur 28 neue Schweinegrippe-Fälle hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in der vergangenen Woche registriert. Trotzdem hatten die Hausärzte alle Hände voll zu tun mit Grippepatienten: Pro 1000
Konsultationen betrafen 5 Grippeverdachtsfälle.
Der aussergewöhnlich grippeintensive Herbst habe mit der Schweinegrippe zu tun, sagte BAG-Sprecher Jean-Louis Zurcher am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. «Wir denken, dass fast alle Grippepatienten, die Hausärzte aufsuchen, Schweinegrippe haben», hielt Zurcher fest. Es mache aber keinen Sinn, alle diese Fälle zu testen.
Alle Patienten mit Grippesymptomen auf die Schweinegrippe zu testen, wäre viel zu teuer. Die Strategie des BAG laute, die Ausbrüche zu bekämpfen.
1290 Schweinegrippe-Patienten
Die Gesamtzahl aller in der Schweiz gemeldeten Schweinegrippe- Patienten erhöhte sich in der Kalenderwoche 41 auf 1290, schrieb das BAG auf seiner Internetseite. Für die gleiche Zeit errechnete das BAG pro 100 000 Arztkonsultationen 29 Grippepatienten. Wer davon Schweinegrippe hat und wer an einer herkömmlichen Grippe leidet, geht aus den Angaben nicht hervor.
Die verschiedenen Grippeerkrankungen lassen sich also nicht mehr mit Sicherheit statistisch trennen. Das BAG erfasst die Grippen allerdings mit zwei verschiedenen Meldesystemen. Die Sentinel- Überwachung liefert auf Basis freiwilliger Ärzte-Meldungen die allgemeinen Grippeverdachtsfälle.
«Die Pandemie wird kommen»
Parallel dazu sammelt das BAG sämtliche bestätige Schweinegrippefälle. Die Ärzte und Laboratorien seien immer noch verpflichtet, positiv getestete Schweinegrippe-Patienten zu melden. Denn das BAG ist sich sicher: «Die Schweinegrippe-Pandemie wird kommen», so BAG-Sprecher Zurcher.
Wann die Pandemie ausbrechen wird, konnte er nicht sagen. Die Erfahrung zeige, dass sich solche Viren vor allem im Winter verbreiteten. Der Kälteeinbruch in der Schweiz könnte den H1N1-Viren ebenfalls zum Durchbruch verhelfen: «Viren mögen die Kälte», hielt der BAG-Sprecher fest. Zudem hielten sich die Menschen im Winter eher gemeinsam in Räumen auf.
Die vom BAG propagierten Vorsichts-Massnahmen wie Händewaschen bleiben also aktuell. Alleine mit solchen Vorbeugungen könne die Schweinegrippe-Pandemie nicht verhindert werden, sagte Zurcher. Ab Anfang November könne mit der Schweinegrippe-Impfung begonnen werden. Bis dann sollte die Bewilligung der Arzneimittelbehörde Swissmedic eingetroffen sein.
(20Min)
Do
15
Okt
2009
Händewaschen nur unter Beobachtung
Auch wenn sie sich damit vor der Schweinegrippe schützen könnten: Viele Menschen waschen sich nach dem Toilettengang nur die Hände, wenn sie sich kontrolliert fühlen.
Nur jeder dritte Mann wäscht sich nach dem Toilettengang die Hände
Jedes Jahr sterben eine Million Menschen an Durchfallerkrankungen oder Atemwegsinfektionen. Händewaschen mit Seife ist der billigste und beste Weg diese Krankheiten zu kontrollieren. Zudem
schützt die richtige Handhygiene davor, dass sich Grippeviren und häufige Krankheitskeime ausbreiten. Auch könnte vermehrtes Händewaschen das als Schweinegrippe bekannte Virus A/H1N1
eindämmen.
Doch viele nehmen es mit der Handhygiene nicht so genau. Wissenschaftler der London School of Hygiene & Tropical Medicine haben an öffentlichen Toiletten das Waschverhalten von Menschen
untersucht. Sie beobachteten eine Viertel Million Toilettengänger und fanden heraus, dass nur 32 Prozent der Männer und 64 Prozent der Frauen ihre Hände mit Seife wuschen.
Um herauszufinden, welche Art von Aufruf zum Händewaschen die größte Wirkung zeigt, montierten die Wissenschaftler am Eingang der Toiletten LED-Tafeln mit unterschiedlichen Nachrichten und beobachteten das Verhalten der Toilettenbenutzer. Die Mitteilungen reichten von „Wasser tötet Bakterien nicht, Seife tut es" bis „Sei kein schmutziger Seifenschwindler". Das Ergebnis: Wenn sie sich beobachtet fühlten, achteten die Menschen am ordentlichsten auf die Hygiene. Der Spruch „Wäscht die Person neben dir die Hände mit Seife?" war der effektivste.
Männer und Frauen reagieren anders
Zudem gab es verblüffende Geschlechterunterschiede bezüglich des Verhaltens: Während Frauen am stärksten auf Mahnungen reagierten, wuschen sich Männer eher die Hände, wenn die Aufrufe an den LED-Wänden Ekel vor den Keimen hervorriefen, wie zum Beispiel: „Seif sie ab, oder iss sie später".
Mit ihrem Ergebnis erhoffen sich die Wissenschaftler einen größeren Erfolg von Gesundheitskampagnen. Wenn man wisse, welche Aufrufe im realen Umfeld am effektivsten seien, könnte man sicherstellen, dass eine Kampagne auch funktioniere, bevor man umsonst viel Geld ausgibt, erklärte Robert Aunger, der Leiter der Studie. Seine Kollegin Gaby Judah betonte besonders die Bedeutung ihrer Untersuchung vor dem Hintergrund des internationalen Tags des Händewaschens am 15. Oktober.
(Focus)
Mi
14
Okt
2009
Schweinegrippe-Impfung verzögert sich
Das Warten auf den Impfstoff gegen die Schweinegrippe in der Schweiz dauert an. Während die Massenimpfung in Deutschland am kommenden 26. Oktober beginnen soll, ist der Zulassungsentscheid von Swissmedic weiter ausstehend. Man sei auf der Zielgeraden, hiess es beim Heilmittelinstitut auf Anfrage.
Das BAG hat auf Ende Oktober eine Medienkonferenz angesagt. (reuters)Die Massenimpfung gegen Schweinegrippe in Deutschland wird am 26. Oktober starten. Dann werde schrittweise mit der Durchimpfung begonnen, sagte der Staatssekretär im Gesundheitsministerium, Klaus Theo Schröder. Alle drei in Deutschland zugelassenen Impfstoffe seien geprüft und verträglich.
Impfstart kaum vor Anfang November
In der Schweiz ist nach wie vor unklar, wann mit der Impfung begonnen werden kann. War einst von Mitte oder Ende Oktober die Rede, könnte sich der Termin verzögern, wie es beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf Anfrage hiess. Es handle sich um ein laufendes Verfahren, sagte BAG-Sprecherin Katrin Holenstein. «Der Start wird kaum vor Anfang November erfolgen», so Holenstein. Die Sprecherin verwies auf die Zuständigkeit der Zulassungsbehörde Swissmedic, welche zurzeit die beiden Impfstoffe prüft.
«Der Start wird kaum vor Anfang November erfolgen.»
Katrin Holenstein, BAG-Sprecherin
Beim BAG rechnet man mit einem Entscheid in den nächsten zwei Wochen. Sobald die Zulassungsstelle entschieden habe, könne der Impfstoff fertig umgepackt und an die Kantone verteilt werden. «Wenn der Entscheid gefallen ist, sollte es nicht mehr lange dauern», sagte Holenstein. Die Kantone seien bereit. Sie geht davon aus, «dass der Zeitrahmen für die Impfung der Risikogruppen in der Schweiz ausreichen wird».
Auf der Zielgerade der Zulassung
Gemäss den Empfehlungen der Eidgenössischen Kommission für Impffragen sollen das Gesundheitspersonal und Risikopersonen wie etwa Schwangere oder Personen mit chronischen Herz- und Lungenerkrankungen prioritär geimpft werden. Die Kosten der Impfungen werden von Bund, Kantonen und Krankenversicherungen gemeinsam übernommen.
Bei Swissmedic hiess es, man sei auf der Zielgeraden zur Zulassung. Hans-Beat Jenny, Leiter Bereich Bewilligungen und Stellvertretender Direktor sagte, es werde Ende Oktober eine Medienkonferenz des BAG geben, bei der die Impfung vorgestellt werde. «Bis zu diesem Zeitpunkt wird die Impfung voraussichtlich zugelassen sein», sagte Jenny.
Andere Impfstoffe in der Schweiz
Weshalb sich das Verfahren in der Schweiz verzögert, konnte Jenny nicht sagen, «da es sich um ein laufendes Verfahren handelt». Bereits früher hatte das Heilmittelinstitut aber darauf hingewiesen, dass sich die beiden in der Schweiz zur Zulassung angemeldeten Impfstoffe von denen im Ausland unterscheiden. So handle es sich um Kombinationen zwischen einem die Wirkung verstärkenden Zusatzstoff (Adjuvans) sowie dem eigentlichen Antigen gegen das Virus.
Die Unterschiede könnten namentlich Auswirkungen auf die Qualität und die Sicherheit des Impfstoffes - insbesondere die Verträglichkeit - haben. Aus diesem Grund könne nur beschränkt auf ausländische Entscheide zurückgegriffen werden.
(SF.tv)
Mi
14
Okt
2009
Schweinegrippe-Impfungen weltweit umstritten
Proteste gegen Impfvorschriften in US-Krankenhäusern - Wer Impfung verweigert, verliert Job
Manchester/Ann Arbor - Die Impfungen gegen Schweinegrippe haben in den USA bereits begonnen und werden auch in Europa bald starten. Viele, die als Erste an die Reihe kommen sollten, haben jedoch Zweifel. Menschen, die in Gesundheitsberufen arbeiten, haben aufgrund der Infektionsgefahr für Risikogruppen und ihrer Wichtigkeit im Fall einer Pandemie Priorität. 47 Prozent der britischen Krankenpfleger werden laut einer Umfrage des The Guardian aber nicht geimpft.
Jobverlust bei Impfverweigerung
Die Befragung der Leitung der Krankenhäuser hat ergeben, dass nur zehn Prozent der Mitarbeiter geimpft werden sollen. In den USA protestieren laut NewScientist viele Angestellte von Krankenhäusern gegen Richtlinien, die eine Impfung zwingend vorschreiben. Wer sich nicht impfen lässt, verliert seinen Job.
Kinder stehen ebenfalls ganz oben auf der Liste der zu impfenden Personen. Bei der letzten großen Erkrankungswelle im Sommer wurden in Amerika vor allem Kinder unter vier Jahren ins Krankenhaus eingeliefert. 40 Prozent der Eltern erklären jedoch, dass sie ihre Kinder nicht impfen lassen werden. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of Michigan gekommen. Viele Eltern und Teile des medizinischen Personals argumentieren, dass die Schweinegrippe nicht gefährlich genug ist, um die möglichen Nebenwirkungen einer Impfung zu rechtfertigen.
Diese Woche wurden erneut Warnungen veröffentlicht, dass das Virus ernsthafte Erkrankungen verursachen kann. In Kanada und Mexiko sind 17 respektive 41 Prozent der Erkrankten in Intensivstationen
gestorben. In Mexiko litt die Hälfte der Betroffenen zuvor unter keinen Gesundheitsproblemen. In Kanada wurde bei 70 Prozent zuvor keine schwere Erkrankung festgestellt.
(DerStandard)
Mi
14
Okt
2009
Ärzte scheuen Impfung aus Angst vor Risiken
Wenn Ende Oktober in Deutschland die ersten Spritzen gegen die Schweinegrippe gesetzt werden, hat eine Gruppe Vorrang: das Personal in Kliniken, Arztpraxen und Pflegeheimen. Allerdings scheuen selbst Ärzte davor zurück, sich gegen das H1N1-Virus impfen zu lassen. Die Risiken könnten zu hoch sein.
Mit schlechtem Beispiel voran: Impfmüdigkeit im Gesundheitsdienst ist ein international verbreitetes Phänomen.Ärzte, Schwestern und Pflegepersonal sind besonderen Gefahren der Ansteckung mit dem H1N1-Virus ausgesetzt und zählen zu den so genannten Risikogruppen. Impfbefürworter raten dem Personal dringend, sich immunisieren zu lassen. Doch mit der Impfbereitschaft ist es im Gesundheitsdienst nicht weit her.
„Unser Personal ist in Sachen Schweinegrippen-Impfung sehr skeptisch. Alle warten erst einmal ab", sagt Hans Georg Nehen. Der Direktor des Essener Geriatrie-Zentrums Haus Berge zeigt Verständnis für diese Zurückhaltung. Zwar seien Impfungen im Gesundheitsdienst sinnvoll, betont der Professor. Doch der Chef von rund 75 Pflegekräften gesteht jedem Kollegen zu, die bestehenden Risiken der Impfung selbst abzuwägen.
Zur verbreiteten Skepsis trägt laut Nehen auch bei, dass das H1N1-Virus hierzulande längst nicht so virulent auftritt wie zunächst befürchtet: „Viele Mitarbeiter denken, die Schweinegrippe verläuft bei uns deutlich harmloser als in anderen Regionen der Welt." Diese Ansicht stützt der jüngste Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts: Danach wurden bis zum 8. Oktober rund 21.600 Fälle von Schweinegrippe an die Gesundheitsämter gemeldet - bei zwei bestätigten Todesfällen.
Erschwert werde die Überzeugungsarbeit auch dadurch, dass erst ein Impfstoff in Deutschland zugelassen sei. Über dessen Zusammensetzung und Nebenwirkungen „weiß man noch nicht viel", so der Direktor. Auch Fachverbände und Heimträger seien nach seinem Eindruck „etwas hilflos".
Schon 2001 galt der Schutz des medizinischen Personals gegen schwere Infektionskrankheiten wie Diphtherie, Masern oder Hepatitis als mangelhaft. Von damals für eine Studie befragten 50 examinierten Pflegekräften war nur ein Viertel ausreichend gegen Diphtherie und Hepatitis A immunisiert. Weniger als die Hälfte wies Vollschutz gegen Polio auf. „Die Annahme, dass Angehörige der Gesundheitsfachberufe ein weiterentwickeltes Bewusstsein für ihre Gesundheit hätten, hat sich nicht bestätigt", urteilten damals die Autoren.
Eine im Juni in Dresden vorgestellte Studie belegt, dass noch immer deutliche Lücken in der Immunisierung bei Medizinern, ihrem akademischen Nachwuchs und bei Auszubildenden in der Krankenpflege bestehen.
Befragt wurden 1.900 Personen aus Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Ergebnis: „Viele Beschäftigte ignorieren die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission und weisen keinen vollständigen Impfstatus vor", sagt Antje Bergmann, Leiterin des Lehrbereiches Allgemeinmedizin am Dresdner Universitätsklinikum. Im Vergleich schnitten die Pflegeschüler am schlechtesten ab und kamen beim Vollschutz nur auf Werte von 74 Prozent (Tetanus), 51 Prozent (Diphtherie) und 48 Prozent (Polio).
Bergmann spricht von „erschreckenden Ergebnissen". Ihrer Ansicht nach würden die notwendigen Auffrischungsimpfungen meist zu lange aufgeschoben oder einfach schlicht vergessen. An Problembewusstsein fehle es indes nicht: 88 Prozent der Befragten hätten Impfungen „als superwichtig" bezeichnet.
Die Ärztin kritisierte den aktuellen „Hype" rund um die Schweinegrippe. Vor lauter Aufregung über das H1N1-Virus falle in der öffentlichen Diskussion „hinten runter, dass es auch wichtig ist, gegen Tetanus, Masern oder Diphtherie zu impfen".
Die Impfmüdigkeit des Klinikpersonals ist kein deutsches Phänomen. Das zeigen auch die kürzlich von der Zeitschrift „Nursing Times" in Großbritannien publizierten Ergebnisse einer Umfrage, über die das „Deutsche Ärzteblatt" berichtete. Nur 30 Prozent der britischen Krankenschwestern bekundeten ihre Impfbereitschaft.
Frappierende Ergebnisse liegen auch aus dem dichtbesiedelten Hongkong vor, wo 8.500 Ärzte und Schwestern befragt wurden. Auch nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Anfang 2009 wegen der Schweinegrippe die zweithöchste Pandemie-Warnstufe ausgerufen hatte, gab es keine hohe Impfbereitschaft in Kliniken und Arztpraxen. Lediglich 47,9 Prozent waren bereit, sich impfen zu lassen.
Die WHO fordert, die Impfraten bei den Risikogruppen, zu denen auch chronisch Kranke und Schwangere gehören, bis zum nächsten Jahr von derzeit 60 auf 75 Prozent zu erhöhen. Deutschland werde dieses Ziel mit Sicherheit nicht erreichen, sagte Klaus Wahle, Mitglied der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut, Ende September bei einem Fachkongress in Erfurt. Grund dafür ist auch die schlechte Impfrate beim medizinischen Personal. Sie liegt bei nur 18 Prozent.
Unterdessen hat eine umfassende Untersuchung in den USA ergeben, dass der größte Teil der US-Patienten, die wegen Schweinegrippe in Kliniken behandelt worden sind, auch andere gesundheitliche Probleme hatte.
Die US-Seuchenkontrollbehörde CDC wertete insgesamt 1400 Fälle an Schweinegrippe erkrankter Erwachsener und 500 Fälle betroffener Kinder in Kliniken aus. In der Gruppe der Erwachsenen litten demnach 26 Prozent an Asthma, 10 Prozent an Diabetes, 8 Prozent an anderen Lungenkrankheiten, 7,7 Prozent hatten Immunprobleme und 6 Prozent waren schwanger. Die meisten Kinder hatten ebenfalls andere Gesundheitsprobleme wie etwa Sichelzellenanämie.
Demnach litten aber immerhin noch 45 Prozent der von der Grippe Betroffenen nicht an anderen Erkrankungen wie etwa Asthma, die sie anfälliger für die Schweinegrippe machen könnten. Unklar ist nach Angaben von CDC-Direktorin Anne Schuchat jedoch, wie viele Patienten aus der letzteren Gruppe stark übergewichtig waren: Das sei in den Statistiken nicht als „andere Gesundheitsprobleme" berücksichtigt.
(Welt)
Di
13
Okt
2009
Die Schweinegrippe lebt
Lange war es ruhig um die pandemische Grippe (H1N1). Der Regierungsrat beugt jedoch vor und bietet ab November eine freiwillige und kostenlose Impfung an.
Im November startet eine gross angelegte Impfaktion gegen den H1N1-Virus. Quelle: key«Eine Grippewelle ist unvermeidbar», hält Dominik Schorr fest. Nur das Ausmass sei unklar. «Für die meisten Menschen ist die Pandemie ungefährlich, aber für gewisse wird sie lebensbedrohlich sein», führt der Baselbieter Kantonsarzt aus. Er begrüsst deshalb den gestrigen Entscheid des Regierungsrates, nächsten Monat im ganzen Kanton eine Impfaktion gegen das Schweinegrippe-Virus durchzuführen.
Die Kosten der Aktion belaufen sich auf 1,7 Millionen Franken, wobei der Kanton 340 000 Franken zahlt, während der Rest von Bund und Krankenkassen übernommen wird. «Es ist die Pflicht des Staates, der Bevölkerung den Impfservice gratis anzubieten», ist für Schorr denn auch klar.
Der Zeitpunkt der Aktion kommt nicht von ungefähr, da demnächst der lang erwartete Impfstoff vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) an die Kantone geliefert werden kann. So ist auch unbestritten, dass sämtliche Kantone den Service anbieten werden. Allerdings sind sie in der genauen Umsetzung frei.
Baselland setzt auf einen Mix zwischen Verabreichung beim Hausarzt, an den Schulen sowie in sechs extra eingerichteten Impfzentren. Diese werden in den Gemeinden Laufen, Liestal, Muttenz, Therwil, Reinach und Sissach zu stehen kommen. «Wir haben den Kanton in geeignete Einzugsgebiete aufgeteilt, um eine möglichst hohe Abdeckung zu erreichen», erklärt Marcus Müller, Leiter des Amts für Militär und Bevölkerungsschutz.
Wo genau die Gemeinden die Zentren einrichten, wird der Kantonale Krisenstab voraussichtlich Ende Oktober per Flyer mitteilen. Die Impfzentren werden dabei lediglich zweimal drei Tage lang geöffnet sein, wie Müller gegenüber der bz präzisiert: «Wir achten darauf. dass die beiden Impffenster genügend weit auseinander liegen und auch einen Samstag beinhalten, um Berufstätige zu berücksichtigen.»
Die Anzahl der Zentren wurde aufgrund von Empfehlungen des BAG gewählt. «Je nach Andrang müssen und können wir unsere Planung aber überdenken», führt Kantonsarzt Schorr aus.
Diese Flexibilität in der Planung ist auch nötig, da die Aktion zwar für die Bevölkerung kostenlos, aber auch absolut freiwillig ist. «Das macht es natürlich nicht gerade einfach, die benötigte Infrastruktur abzuschätzen», so Müller. Am von Novartis und Glaxo Smith Kline hergestellten Impfstoff wird es derweil nicht mangeln.
«Wir werden von Anfang an genug zur Verfügung haben», ist Schorr überzeugt. Dennoch ist geplant, sogenannte Risikopersonen, beispielsweise Schwangere und Personen mit chronischen Herz- und Lungenkrankheiten, sowie Gesundheitspersonal prioritär zu behandeln. Ausserdem legt Baselland mit der Direktimpfung an den Schulen einen weiteren Fokus auf Schüler und Lehrpersonen.
«Es ist jedoch klar, dass die Impfung gegen die Schweinegrippe lückenhaft sein wird - alles andere wäre unrealistisch», zeigt sich Müller skeptisch. Und Schorr denkt, dass erst neue, gravierende Fälle die Bevölkerung aufschrecken werden, mit denen «leider absolut zu rechnen ist».
Di
13
Okt
2009
Baselbieter können sich im November gegen die Schweinegrippe impfen
Der Kanton Baselland führt im November eine Impfaktion gegen die Schweinegrippe durch. Das hat die Regierung am Dienstag beschlossen. Für die Aktion sollen im Kanton sechs regionale Impfzentren eingerichtet werden.
Die Impfung sei für die gesamte Bevölkerung freiwillig und gratis, teilte die Regierung am Dienstag mit; die Kosten würden von Bund, Kanton und Krankenkassen übernommen. Zuerst sollen Personen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko und deren Angehörige geimpft werden, ferner das Personal im Gesundheitswesen.
Ebenfalls leichten Zugang zur Impfung erhalten sollen Schülerinnen und Schüler samt Lehrpersonen der Volksschule. Bei ihrem Beschluss stützt sich die Regierung nach eigenen Angaben auf Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), wonach das Gesundheitspersonal und Risikopersonen zuerst und dann der Rest der Bevölkerung geimpft werden sollen.
Zu diesem Rest zählen im Baselbiet wie in allen Grenzkantonen auch Grenzgängerinnen und -gänger mit Arbeitsort in der Schweiz. Die besondere Berücksichtigung von Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen begründet die Regierung damit, dass der Impfschutz in dieser Altersgruppe am meisten Ansteckungen verhindern könne.
Die sechs Impfzentren sind in Laufen, Liestal, Muttenz, Therwil, Reinach und Sissach vorgesehen. Die Bevölkerung soll mittels Flugblatt an alle Haushalte informiert werden; Ausländerinnen und Ausländer werden dabei auf Übersetzungen auf der Internet-Seite des Krisenstabs verwiesen. Eingerichtet wird auch eine Hotline.
Die Regierung hat die Impfaktion auf Antrag des Kantonalen Krisenstabs (KKS) beschlossen. Dieser wird von ihr nun auch beauftragt, die Aktion zusammen mit dem Kantonsarzt und den Gemeinden durchzuführen.
(BaZ)
Di
13
Okt
2009
Angst vor der großen Seuche
Stuttgart - Gibt es die Schweinegrippe noch? Während und nach den Sommerferien ist die vorhergesagte Pandemie in Vergessenheit geraten. Eigentlich hatte man damit gerechnet, dass massenhaft Touristen den Erreger der Schweingrippe als "Souvenir" aus Großbritannien oder Mallorca mitbringen. Von möglichen Schulschließungen war die Rede, die Sorge um den normalen Ablauf des öffentlichen Lebens groß. Und wie schon bei anderen Seuchen, wie etwa BSE, Sars oder Vogelgrippe, drohte die Schweinegrippe in einer überzogenen Hysterie zu enden, die mit der Realität nichts zu tun hatte.
Und tatsächlich ist bis jetzt noch nichts passiert: In Deutschland ist nach Angaben des zuständigen Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI) bei 21.603 Menschen eine Infektion mit dem Virus
nachgewiesen worden. Zwei Patienten, die allerdings schwere Vorerkrankungen hatten, sind gestorben. Was diese Zahlen nicht aussagen: Die meisten Patienten sind längst wieder gesund. Derzeit geht
man von etwa 900 akuten Fällen aus.
Schon nachdem die ersten Schweinegrippefälle bekannt wurden, warnte das RKI vor einer Panik. Schließlich verläuft die Erkrankung bisher völlig harmlos. Dennoch empfiehlt die an dieser Behörde angesiedelte Ständige Impfkommission (Stiko) die Impfung gegen das H1N1-Virus. Vorrangig sollten sich Mitarbeiter im Gesundheitswesen und chronisch Kranke immunisieren lassen. RKI-Präsident Jörg Hacker begrüßt diese Empfehlung. Der Molekularbiologe warnt davor, den milden Krankheitsverlauf zu unterschätzen. Denn das Virus könnte sich genetisch verändern und somit gefährlicher werden. Daher sei eine Massenimpfung zu verantworten.
Allerdings gibt es auch eine große Anzahl von Menschen, die nicht geimpft werden möchten - dazu zählen auch viele Personen aus der medizinischen Versorgung. Sie fürchten die Nebenwirkungen der neu entwickelten Impfstoffe. Die meisten Impfseren sind mit Zusatzstoffen bestückt, sogenannten Adjuvantien. Diese verstärkenden Zusatzstoffe werden eingesetzt, weil damit das körpereigene Abwehrsystem besser aktiviert wird. Ärzte sprechen von einer breiteren Immunantwort. So erzielt man mit weniger Grippeviren pro Dosis eine bessere Abdeckung gegen diesen Typ von Virus. Außerdem werden durch den Einsatz der Verstärker auch noch andere, abgewandelte Formen des Erregers mit abgedeckt - falls sich das Virus im Laufe der Zeit verändert.
Rötungen an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen oder Schwitzen sind ganz normale Reaktionen des Immunsystems und könnten etwa bei jedem zehnten Geimpften auftreten. Weitaus größere Sorgen bereiten den Experten die seltenen Nebenwirkungen. Denn wenn Millionen von Menschen geimpft werden, könnten auch Beschwerden auftreten, die in klinischen Studien noch gar nicht auftauchen: Nebenwirkungen, die seltener als bei jedem Tausendsten auftreten, sind nicht kalkulierbar. Es könnten, so die Befürchtungen von Medizinern, beispielsweise Autoimmunerkrankungen oder Allergien ausgelöst werden - vor allem bei der relevanten Zielgruppe junger Menschen.
Deren Immunsystem könnte empfindlich geschwächt werden. Die Bundeswehr hat für ihre Soldaten einen eigenen Impfstoff bestellt, der ohne die umstrittenen Zusatztstoffe auskommt. Als schlimmes Beispiel für unerwartete Nebenwirkungen wird immer wieder der amerikanische Soldat David Lewis angeführt: 1976 starb er an einer Infektion mit H1N1, einer Variante des Erregers der Schweinegrippe. Lewis starb an einer seltenen Lähmung. Damals hatte die US-Regierung übereilt eine Massenimpfung gestartet, die nach dem Tod des Soldaten und dem unklaren Ableben weiterer Personen ein abruptes Ende fand.
Noch nicht endgültig geklärt ist die Zahl der notwendigen Impfungen. Bisher geht man davon aus, dass man sich zweimal pieksen lassen muss, um einen ausreichenden Schutz zu erhalten. Einige Studien, die teilweise noch nicht abgeschlossen sind, zeigen, dass vermutlich eine Impfdosis für den Schutz gegen das Virus ausreicht. Zudem scheint die erste Dosis auch sehr viel schneller zu wirken als angenommen. Eine australische Studie hat ergeben, dass eine Injektion mit einer handelsüblichen Dosis eines neu entwickelten Impfstoffes gegen die Schweinegrippe bereits drei Wochen nach der ersten Injektion bei den gesunden Versuchsteilnehmern einen ausreichenden Schutz garantierte.
Der Hysterie entgegenwirken
Man testet dies, indem man das Blut der geimpften Personen im Reagenzglas prüft: Bei einer Impfung bildet das Immunsystem Antikörper. Das sind Abwehrstoffe, die sich gegen das Virus richten und es kampfunfähig machen. Bei der getesteten Substanz handelt es sich um eine in China entwickelte Variante des Serums. Auch für andere Substanzen scheint sich das zu bestätigen, so dass nun auch die WHO eine Einzeldosis für ausreichend hält.
In Deutschland muss man die Impfstrategie noch erarbeiten. Man hat sich hierzulande für Pandemrix des Pharmakonzerns Glaxo-Smith-Kline entschieden. 50 Millionen Impfdosen sind bestellt. Sollte eine Injektion ausreichen, könnten doppelt so viele Menschen geimpft werden. Dies könnte einer erneut aufflammenden Hysterie entgegenwirken, weil damit niemand zu kurz kommen wird und auch Impfwillige geschützt werden können, die nicht zu den Risikogruppen zählen.
Mo
12
Okt
2009
Nur eine Impfung gegen Schweinegrippe nötig
Empfehlung der WHO - Schweiz hat bereits doppelte Menge eingekauft.
Anders als vor drei Wochen die europäische Gesundheitsbehörde EMEA hält jetzt die WHO eine einzige Impfung für ausreichend zum Schutz vor Schweinegrippe. Nun hat aber die Schweiz bereits 13 Millionen Dosen eingekauft. Wer die Kosten für die überschüssigen Medikamente tragen muss, ist noch unklar.

Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) reicht im Kampf gegen die Schweinegrippe eine Impfdosis pro Person aus. Alle Daten deuteten darauf hin, dass eine Impfung genüge, sagte die Leiterin der WHO-Impfforschung, Marie-Paule Kieny, am Montag in Genf.
Was tun mit den überschüssigen Impfdosen?
Die europäische Gesundheitsbehörde EMEA empfahl zuletzt, zunächst jeder Person zwei Mal im Abstand von drei Wochen eine Dosis zu verabreichen. Die Schweiz kaufte deshalb bei Novartis und Glaxo
Smith Kline insgesamt 13 Millionen Dosen Impfstoff gegen die Grippe A(H1N1).
Die Kosten in Höhe von rund 84 Millionen Franken übernimmt der Bund. Ob die Schweiz überzählige Impfdosen allenfalls an die Hersteller zurückgeben kann und wer die Kosten dafür tragen müsste, ist unklar. Die Vertragsbedingungen unterstünden der Geheimhaltungspflicht, sagte Jean-Louis Zurcher, Sprecher des Bundesamts für Gesundheit (BAG), auf Anfrage. Das BAG werde zuerst den Zulassungsentscheid und die Empfehlungen des Schweizerischen Heilmittelinstituts Swissmedic abwarten.
Swissmedic-Sprecher Joachim Gross sagte, der Entscheid werde frühestens am 20. Oktober fallen. Ob sein Institut ein oder zwei Impfungen empfehlen werde, sei noch offen. Die Empfehlung der WHO gehe aber in die richtige Richtung.
China, USA und Australien impfen bereits
Bisher sind weltweit 4500 Menschen an der Schweinegrippe gestorben. China hat als erstes Land weltweit Ende September mit einer breit angelegten Impfaktion gegen den H1N1-Virus begonnen.
Australien und die USA folgten. In der EU sollen die Impfungen in gut zwei Wochen beginnen, in der Schweiz Anfang November.
Markt in der EU leer gekauft
Die Gesundheitsminister der EU-Länder beauftragten am Montag in Luxemburg die EU-Kommission mit der Ausarbeitung einer gemeinsamen Beschaffung der benötigten Impfstoffe.
Die Behörde soll für die ärmeren EU-Mitglieder den Einkauf bei den Pharmakonzernen oder bei ausreichend versorgten Mitgliedstaaten koordinieren.
Hintergrund ist, dass nach dem Ausbruch der Schweinegrippe- Pandemie zunächst zwölf und jetzt noch fünf EU-Länder Schwierigkeiten hatten, Kaufoptionen für die neuen Impfstoffe abzuschliessen. Offenbar hatten «zwei grosse EU-Staaten» relativ schnell den Markt leer gekauft, wie es in EU-Kreisen hiess.
(NZZ)
Mo
12
Okt
2009
Junge anfälliger für schwere Schweinegrippe
Die Schweinegrippe hatte bislang bei den meisten Patienten einen milden Verlauf. Aber gerade bei jungen Menschen kann das H1N1-Virus dramatisch fortschreiten und lebensbedrohliche Beschwerden verursachen, wie Studien aus drei verschiedenen Erdregionen belegen.

Kanadische Mediziner aus Winnipeg untersuchten den Krankheitsverlauf von 168 Patienten, die wegen besonders schwerer Beschwerden in Krankenhäuser gebracht wurden. Diese Personen hatten im Mittel vier Tage lang Symptome gezeigt, bevor ihr Zustand sich rapide verschlechterte und sie in eine Klinik kamen.
Der Sauerstoffgehalt des Blutes war extrem gering, bei vielen von ihnen versagten mehrere Organe, rund 80 Prozent der Patienten wurden lange künstlich beatmet. 24 Personen starben innerhalb der ersten vier Wochen, fünf weitere in den folgenden zwei Monaten. Das Durchschnittsalter der Patienten war mit 32 Jahren auffällig niedrig.
Studien aus drei Erdregionen
«Unsere Daten deuten darauf hin, dass schwerer Krankheitsverlauf und Todesfälle sich bei relativ gesunden Heranwachsenden und Erwachsenen zwischen zehn und 60 Jahren häufen», schreiben die Mediziner im «Journal of the American Medical Association» (JAMA). Diese Altersverteilung gleiche jener der Spanischen Grippe von 1918, die ebenfalls durch den Influenzatyp H1N1 verursacht wurde.
In der gleichen Zeitschrift kommen Untersuchungen aus Mexiko, Australien und Neuseeland zu ähnlichen Ergebnissen.
Mo
12
Okt
2009
Drastischer Anstieg der Schweinegrippe-Infektionen in Katalonien
In Katalonien ist in den letzten Tagen die Zahl der an dem Schweinegrippe-Virus A/H1N1 erkrankten Personen rasant angestiegen. Die Pandemiegrenze von 100 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner ist schon deutlich überschritten.

BARCELONA: In Katalonien erhöhen sich, wie vorausgesagt, die Anzahl der an der Schweinegrippe Erkrankten drastisch. Die Grenze zur Pandemie, die liegt bei 100 Erkrankten pro 100.000 Einwohner, ist deutlich überschritten. Das Gesundheitsministerium in Barcelona nannte am Freitag einen Wert von 110 an dem A/H1N1-Virus erkrankten Personen. Der letzte Todesfall ist ein 20-jähriger Mann. Damit hat sich die Zahl der Toten in Katalonien auf 5 Menschen erhöht. Der verstorbene Mann hatte auch Vorerkrankungen, die dann zu einem Organversagen geführt haben.
Seit dem Ausbruch der Schweingrippe verzeichnete man in Katalonien insgesamt 45 schwere Fälle die intensivmedizinisch betreut werden mussten. 36 von diesen Fällen konnten mittlerweile das Krankenhaus schon wieder verlassen.
Mo
12
Okt
2009
China: Ministerium warnt vor mehr Todesfällen durch A/H1N1-Grippe
Wenn auch in China bereits Impfungen gegen die A/H1N1-Grippe stattfinden, ist noch keine Entwarnung gegeben. Mit der Wetterabkühlung werden mehr ernste Fälle erwartet.
Auf dem chinesischen Festland werden mehr ernste und sogar tödliche Fälle durch Infektion mit dem A/H1N1-Virus erwartet, da das Wetter kühler wird und die Menschen nach der gerade geendeten achttägigen Ferienpause über den Nationaltag an ihre Arbeitsplätze zurückkehren, gab ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Samstag bekannt. "Die Situation in China ist weiterhin ernst", so Deng Haihua, Sprecher des Ministeriums, auf einer Pressekonferenz. Seine Äußerungen kamen wenige Tage, nachdem das Festland seinen ersten Todesfall durch Infektion mit dem Virus gemeldet hatte. Bei der Patientin handelt es sich um eine 18-jährige Frau aus dem Kreis Maizhokunggar im tibetischen Lhasa, die am 4. Oktober gestorben war.
Das Virus habe sich von den östlichen und südlichen Teilen des Landes in den Westen und Norden Chinas ausgebreitet, und von den städtischen Gebieten aufs Land, so Deng.
"Jetzt, da die Leute nach der Ferienwoche wieder arbeiten, besteht die große Gefahr eines Massenausbruchs der Krankheit", warnt er. Es werde erwartet, dass auf dem Festland konstant ernstere und sogar tödliche Fälle durch Infektion mit dem Virus auftreten.
Mit Stand von Freitag sind auf dem Festland insgesamt 22.830 A/H1N1-Fälle gemeldet worden, mehr als 17.000 davon allein im September. Dreizehn Patienten seien als ernste Fälle gemeldet gewesen, doch neun von ihnen seien wieder gesund. Die anderen seien noch in Behandlung, so Deng.
China sei das erste Land weltweit gewesen, dass vergangenen Monat eine Produktionslizenz für einen Impfstoff gegen die A/H1N1-Grippe erhalten habe. Doch die gesamte Menge an Impfstoff, die bislang in China produziert worden sei, werde vom Staat auf Lager gehalten und sei nicht auf dem Markt, so Deng. Über 300.000 Personen seien bislang mit dem Mittel geimpft worden, von denen 150 Gegenreaktionen gezeigt hätten, darunter Schwellungen und Schmerzen, Fieber, Erbrechen und Schlappheit. "Die meisten der gemeldeten Gegenreaktionen waren mild", so Deng. "Generell waren unsere Impfungen gegen die A/H1N1-Grippe erfolgreich."
Mo
12
Okt
2009
Heute auf ARD: "SOS Schweinegrippe - Alptraum oder Panikmache?"
Heute 21.00 - 21.45 (ARD)
Keine Bundesliga, keine Wochenmärkte, keine Kinos. Die Schulen bleiben geschlossen, die Universitäten auch. Das öffentliche Leben steht still. Wird es in Deutschland im Herbst 2009 wegen der Schweinegrippe so ausssehen?
Die Voraussagen und Vermutungen zum Verlauf der erwarteten nächsten Grippewelle sind sehr unterschiedlich. Haben diejenigen recht, die den Schrecken einer "Killerseuche" an die Wand malen? Sie rechnen im Herbst mit einer Grippewelle, deren Verlauf dem der spanischen Grippe von 1918 ähneln könnte. Damals starben weltweit fast 70 Millionen Menschen. Oder haben diejenigen recht, die beklagen, dass mit der Grippe-Angst nur Geld gemacht werden soll? Seit dem Frühjahr hat sich der Erreger H1N1 auf der ganzen Welt verbreitet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einer zweiten, dritten und dann immer gefährlicheren Welle der Schweinegrippe. Die Gefahr, dass sich das Virus durch Mutation verwandelt, steigt mit der Zahl der Infizierten. 25 Millionen Deutsche sollen jetzt gegen die neue Grippe geimpft werden. Manche Kritiker meinen, der Impfstoff sei noch nicht ausreichend getestet. Was also tun? Impfen oder Händewaschen? Simone Jung (hr) und Lena Ganschow (SWR) reisen auf der Suche nach Antworten durch Deutschland: vom Lagezentrum der obersten Seuchenwächter bis in die Zentren der politischen Macht, von den Testlabors der Pharmaindustrie bis an den Nordpol, wo ein Forscher den Erreger der tödlichen spanischen Grippe konserviert im ewigen Eis fand.
Mo
12
Okt
2009
Notfallplanung für Neue Grippe
Im Herbst wird wie jedes Jahr eine Grippewelle erwartet. Doch nicht alle EU-Länder sind schon ausreichend mit Impfstoffen versorgt.
Die EU berät über eine Notfallplanung für Impfungen.
Angesichts der für den Herbst befürchteten Neue Grippe-Welle kommen die EU-Gesundheitsminister zu einer Sondersitzung zusammen. Bei dem Treffen in Luxemburg soll über gemeinsame Notfallpläne beraten werden.
Einige EU-Staaten haben sich noch nicht hinreichend mit Impfstoffen eingedeckt. Die Europäische Union überlegt nun ein Auktions-Verfahren, wie der ORF meldet. Wenn ein Staat mehr als genügend Impfstoffe hat, könne er sie freiwillig anbieten. Andere Länder sollen sie dann ersteigern.Deutschland will etwa schon Ende Oktober mit dem Impfen beginnen. Rumänien und Bulgarien haben hingegen noch keine Verhandlungen mit den Pharma-Konzernen begonnen.
Frühwarnsystem bei Google
Der Internet-Konzern Google kündigte in Brüssel ein Frühwarnsystem bei Grippe-Trends an - allerdings nur für die "normale" Grippe. Bei der
Präsentation erklärte der Technikdirektor des Konzerns, Yossi Matias, das Suchmodell könne bis zu zwei Wochen raschere Analysen liefern und damit bei der Bekämpfung von zu erwartenden
Grippewellen helfen. Das System ist vorerst mit Daten für neun EU-Länder - neben Österreich in Belgien, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Polen, Spanien, Schweden und Ungarn - unter
"google.org/flutrends" abzurufen.
Google habe festgestellt, dass die Häufigkeit bestimmter Suchbegriffe Anhaltspunkte für die Häufigkeit von Grippefällen sein kann - etwa Medikamente. Für die Grippe-Trends werden Daten der Google-Suche gesammelt und ausgewertet. Auf Grundlage der Ergebnisse wird anschließend die Häufigkeit von Grippefällen geschätzt. Was die ersten Auswertungen für Österreich betrifft, wird für Anfang Jänner 2010 die Erwartung einer Grippe-Welle stärkeren Ausmaßes als sehr hoch eingeschätzt. Keine Auskunft gibt es vorerst über die Neue Grippe. Bei der Analyse von Grippe-Trends versuche Google, relevante Daten und "gute Indikatoren" zu verarbeiten. Bei der Neuen Grippe würden aber viele Personen nur aus Neugier suchen.
Anzug gegen Neue Grippe
Als lukratives Geschäftsfeld hat ein Japaner den Kampf gegen die Influenza entdeckt. In japanischen Haruyama-Filialen wird nun ein "Anti-Viren-Anzug"
angeboten, teilte ein Unternehmenssprecher in Tokio mit. Der Anzug soll umgerechnet 400 Euro kosten und verspricht den Angaben zufolge ein virenfreies Leben.
Dieses solle durch den besonderen Stoff, der unter anderem Titandioxid enthält, gewährleistet werden. "Labortests haben bewiesen, dass auf den Stoff kommende Viren innerhalb von drei Stunden zerstört werden", sagte der Sprecher.
(Kurier)
Fr
09
Okt
2009
Google startet in Deutschland Grippe-Frühwarnsystem
Husten, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen: Wenn viele Menschen nach Symptomen wie diesen im Internet suchen, rollt bald eine Grippewelle an.
Der Technologiekonzern Google wertet nun auch in Deutschland die Eingaben seiner Nutzer aus, um Ärzte und Gesundheitsbehörden frühzeitig zu warnen. Der Service «Grippe Trends» ging nach einer Pilotphase in den USA am Donnerstag in 19 weiteren Ländern an den Start. «Wir können ein bis zwei Wochen im Voraus sagen, ob eine Grippewelle anrollt», sagte Google-Sprecher Stefan Keuchel an Donnerstag in Hamburg.
Das Frühwarnsystem basiert auf der Annahme, dass Patienten sich über ihre Beschwerden zunächst online informieren, bevor sie zum Arzt gehen. Es wertet dafür Millionen von Anfragen anonymisiert aus. Zur wissenschaftlichen Fundierung des Angebots habe man untersucht, welche Begriffe Nutzer in der Vergangenheit suchten, wenn sich die Grippe ausbreitete, erklärte Google-Sprecher Stefan Keuchel. Dafür griff das Unternehmen auf Daten des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) zurück.
Während Google die Prognosen in den USA auf einzelne Bundesstaaten herunterbricht, ist für Deutschland bislang nur ein Bundestrend verfügbar. «"Grippe Trends" ist kein Konsumentenprodukt», sagte Keuchel. Der Internetkonzern bekundete aber Interesse daran, Daten von örtlichen Behörden zu nutzen, um die Prognosen auf kleinere Gebiete herunterzubrechen.
In den USA bietet Google den Service unter dem Namen «Flu Trends» bereits seit November 2008 an. Experten bewerten die Genauigkeit überwiegend positiv. Man wolle bestehende Prognosesysteme nicht ersetzen, betonte Keuchel: «Der Dienst ist eine Ergänzung für Ärzte und Gesundheitsbehörden.»
Der Service ist nicht kommerziell. Werbung im Umfeld der Karten sei nicht geplant, erklärte das Unternehmen. Die Kosten trägt Google.org - eine Organisation, die der Konzern als seinen «philanthropischen Arm» bezeichnet.
(DieZeit)
Do
08
Okt
2009
Deutschland: Impfkommission empfiehlt Schweinegrippe-Impfung
Die Schweinegrippe-Impfung sei die „beste Möglichkeit", sich gegen eine Infektion mit dem A/H1N1-Virus zu schützen, sagte die Ständige Impfkommission. Zunächst wird die Impfung aber vorrangig medizinischem Personal, sowie chronisch Kranken und Schwangeren empfohlen.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat offiziell die Impfung gegen Schweinegrippe empfohlen. Alle Bevölkerungsgruppen könnten von der Immunisierung profitieren, erklärte die beim Robert-Koch-Institut angesiedelte Kommission am Donnerstag in Berlin. Empfohlen wird sie aber zunächst vorrangig für Medizinpersonal, chronisch Kranke und Schwangere.
„Die beste Möglichkeit, sich gegen eine Infektion mit der Neuen Influenza A (H1N1) zu schützen, ist in Kürze (sobald ein Impfstoff verfügbar ist) die Impfung", erklärte die STIKO. Da Personen der Risikogruppen besonders von der Impfung profitieren, gibt die Kommission ihnen Vorrang. Sie hätten auch ein größeres Risiko schwerer und tödlicher Verläufe.
Die Wissenschaftlerkommission folgt damit einer Empfehlung der WHO. Doch wies sie darauf hin, „dass diese Empfehlung bei einem dynamischen Infektionsgeschehen und einer sich ständig ändernden und verbreiternden Datenlage nicht statisch sein kann, sondern fortlaufend überprüft und gegebenenfalls angepasst werden wird".
(Focus)
Do
08
Okt
2009
Deutschlands erste Schweinegrippe-Tote
In Deutschland ist erstmals ein Mensch nachweislich an der Schweinegrippe gestorben. Die Uniklinik Essen teilte mit, das H1N1-Virus sei für den Tod einer 36-Jährigen verantwortlich. Dies hätten Experten in umfangreichen Untersuchungen festgestellt.
Die stark übergewichtige Raucherin war am 25. September an Organversagen gestorben. Bei der 180 Kilogramm schweren Frau waren bei der Spitalaufnahme neben dem Schweinegrippe-Virus mehrere antibiotikaresistente Bakterien festgestellt worden.
Die Experten gehen nun davon aus, dass das H1N1-Virus weiteren Infektionen den Boden bereitet hatte: Das H1N1-Virus habe «Tür und Tor» für Infektionen mit den anderen Keimen geöffnet, hiess es. Letztlich hätten die Komplikationen der Infektion zum Tod der Frau geführt.
(20Min)
Do
08
Okt
2009
Schweinegrippe-Patienten werden heimgeschickt
In den Spitälern werden Patienten mit Symptomen der Schweinegrippe abgewiesen - aus Sicherheitsgründen. Die Zahl der Fälle im Berner Oberland ist deshalb unbekannt. Eine Umfrage bei Apotheken und Spitälern.
Die Schweinegrippe, vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) «pandemische Grippe» genannt, breitet sich im Stillen aus. Im Berner Oberland ist es bislang nicht zu breitflächigen Ansteckungen gekommen. Doch so genau weiss das niemand, weil es keine zuverlässigen Erhebungsmöglichkeiten gibt. Das hat zwei Gründe: Erstens kann die Schweinegrippe in ihrem Verlauf kaum von einer normalen Grippe unterschieden werden. Und zweitens kann der Grossteil der Erkrankten sie problemlos zu Hause auskurieren. Die Erkrankten gehen den Ärzten und Spitälern durch die Lappen und werden so auch in keiner Statistik aufgeführt. Gerade deshalb hat das «Thuner Tagblatt» bei Apotheken, Spitälern und Gemeindebehörden nachgefragt. Vielerorts gab oder gibt es Fälle, so das Fazit. Und an den meisten Orten wurden auch Vorkehrungen getroffen.
Ein Gradmesser sind die Apotheker. Alle Befragten - darunter aus Thun, Spiez und Interlaken - gaben an, dass es zurzeit nicht aussergewöhnlich viele Anfragen gebe. Anders noch vor einigen Wochen, als der H1N1-Virus fast täglich Schlagzeilen machte. «Wir spürten, dass es die Leute beschäftigte. Sie stellten Fragen, viele kauften Masken und Hygienemittel ein», erinnert sich Regula Stähli von der Bälliz Apotheke in Thun. Die Apotheker rechnen mit einem Anstieg der Grippefälle in den kommenden Wochen. Dann sinken die Temperaturen und das Immunsystem der Menschen wird schwächer.
«Bleiben Sie zuhause»
Anlaufstelle für viele Kranke sind die Spitäler. Doch dort werden nur extreme Grippefälle behandelt. Im Spital Thun wird nur noch in Ausnahmefällen untersucht, ob jemand Schweinegrippe hat. «Wenn uns jemand mit Grippesymptomen kontaktiert, raten wir in der Regel, dass er oder sie zu Hause bleiben soll», sagt Ulrich Stoller, Chefarzt Innere Medizin im Spital Thun. «So sparen wir Aufwand und verhindern, dass die Person im Spital oder auf dem Weg dorthin andere ansteckt.» Vor einigen Wochen habe man die Fälle noch gezählt und dem Kantonsarzt mitgeteilt. Stoller weiss die genaue Zahl nicht. «Es waren aber weniger als ein Dutzend.» Auch im Spital Interlaken werden Patienten mit Grippeerscheinungen meistens nach Hause geschickt. Laut Chefarzt Heinz Schaad gibt es keine aktuellen Fälle. «Im ganzen Sommer hatten wir zehn Personen mit Schweinegrippe, alles leichte Erkrankungen.»
Hygiene und Notfallplan
Am Puls ihrer Einwohner sind auch die Behörden. Doch nur Philipp Goetschi, Gemeindeschreiber von Interlaken, ist ein Schweinegrippefall bekannt. «Jemand steckte sich in den Sommerferien in Spanien an. Doch der Person geht es wieder gut.» Nachfragen in Thun, Spiez und Saanen fördern keine weitere Daten zu Tage. Viele Gemeinden sorgen vor: Öffentliche Gebäude werden besser geputzt, Seifen- und Serviettenspender installiert, und grössere Ortschaften wie Thun haben sogar einen Notfallplan in der Schublade.
Mi
07
Okt
2009
Schwer krankes Kind nach Schweinegrippe-Infektion gestorben
Ein bereits schwer kranker und mit Schweinegrippe infizierter Junge ist in München gestorben. Der Fünfjährige sei durch eine schwere, lange bestehende Vorerkrankung geschwächt gewesen und an einer schweren Lungenentzündung gestorben, teilte das Städtische Klinikum München mit. Bei dem Kind aus dem Landkreis München sei auch das Schweinegrippe-Virus nachgewiesen worden.
„Dieser medizinische Verlauf lässt jedoch nicht folgern, dass von dem H1N1-Virus eine zunehmende Gefahr ausgeht", erklärte das Klinikum. Es lasse sich nicht sagen, ob die tödliche Lungenentzündung durch das Schweinegrippe-Virus ausgelöst worden sei, sagte der Leitende Oberarzt der Kinderklinik Schwabing, Peter Freisinger.
Der verstorbene Junge habe eine komplexe, schwere Grunderkrankung gehabt.
Weitere Schweinegrippe-Fälle seien in dem Krankenhaus nicht aufgetreten, betonte Freisinger. Der Junge sei in der Kinderklinik Schwabing von Anfang an isoliert untergebracht worden. Eine
Sprecherin des Landratsamtes München sagte, bisher gebe es noch keine Erkenntnisse, wo der Junge sich mit dem Schweinegrippe-Virus angesteckt habe.
(Welt)
Mi
07
Okt
2009
Schweinegrippe-Alarm an Hamburger Gymnasium
Schulfrei wegen der Schweinegrippe: An einem Gymnasium in Hamburg-Hamm sind eine fünfte Schulklasse und die Oberstufe bis zu den Herbstferien beurlaubt worden. An der Schule gebe es bisher fünf
bestätigte Fälle, sagte der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Rico Schmidt, am Dienstag. Weitere Schüler zeigten Anzeichen der neuen Grippe. Keiner der Erkrankten sei in Lebensgefahr: «Es ist
hauptsächlich eine Präventivmaßnahme.» Mit der Beurlaubung sei die Ansteckungsgefahr nun «minimiert oder nahezu ausgeschlossen». Gesundheitssenator Dietrich Wersich (CDU) sagte: «Generell müssen wir
damit rechnen, dass es noch deutlich mehr Fälle in Hamburg im Herbst und Winter geben wird.»
(WeltOnline)
Mi
07
Okt
2009
«Saisonale Grippe ist das grössere Problem»
Im Kanton Bern ist die Einrichtung von sieben Impfzentren gegen das Schweinegrippe-Virus geplant. Der Kantonsarzt erachtet Schulschliessungen als «wenig sinnvoll». Überhaupt bleibt die Pandemie vorerst aus.
In rund einem Monat sollen die ersten Spritzen gegen das Schweinegrippevirus H1N1 eingesetzt werden können. Die Arzneimittelbehörde Swissmedic entscheidet zurzeit über die Zulassung der Impfstoffe von Novartis und Glaxosmithkline. Im Frühling haben die Experten des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) bereits für Mitte September mit einer ersten Infektionswelle gerechnet. Gemäss dem jüngsten Situationsbericht des BAG von Anfang Woche bleibt diese Welle aber vorerst aus. Mit der zunehmenden Zahl der infizierten Personen in der Schweiz erhöhe sich allerdings das Risiko einer Ansteckung.
Kantonsweit zwei Spitaleintritte
Seit Anfang Oktober sind 16 neue Infektionsfälle dem BAG gemeldet worden. Damit erhöht sich die Zahl der bestätigten Fälle in der Schweiz seit dem erstmaligen Auftreten der Grippe im Frühjahr auf 1259 Fälle. Ende September wurden pro 1000 Arztkonsultationen 5,7 Grippeverdachtsfälle gemeldet.
Alle diese Zahlen sind allerdings mit Vorsicht zu geniessen, da es keine Meldepflicht für Erkrankungen mit dem Schweinegrippe-Virus mehr gibt. Zudem wird der diagnostische Test nur noch bei Personen durchgeführt, die schwere Symptome aufweisen oder bei denen ein Komplikationsrisiko besteht. Eine Meldepflicht gibt es gemäss dem stellvertretenden Kantonsarzt Thomas Schochat nur noch bei Spitaleinweisungen oder einer Häufung von Fällen.
In den letzten Wochen seien aus den Spitälern im Kanton Bern ganze zwei Einweisungen mit H1N1-Infektion gemeldet worden. Medizinisch gesehen sei die saisonale Grippe das grössere Problem, solange das Schweinegrippe-Virus nicht mutiere. «Das Kantonsarztamt rechnet allerdings nach wie vor mit einer Pandemiewelle», sagt Schochat.
Zivilschutz betreibt Impfzentren
Die Infektionen seien bisher «medizinisch milde» verlaufen. Daher sei es auch nicht nötig, eine hohe Durchimpfungsrate anzustreben, sagt Schochat. Im Pandemiefall erwartet das Kantonsarztamt, dass sich 25 bis 30 Prozent der Bevölkerung freiwillig zur Impfung melden. Die Impfung wird vom Bund bezahlt und gratis abgegeben. Zielgruppen sind in erster Linie das Gesundheitspersonal und Menschen, die mit Kindern unter sechs Monaten arbeiten. In einer zweiten Etappe können sich Personen mit erhöhtem Krankheitsrisiko, Schwangere oder Personen mit chronischen Herz- und Lungenerkrankungen impfen lassen. Impfwillige ohne erhöhtes Risiko werden sich gedulden müssen. Geimpft wird beim Hausarzt oder in Impfzentren. Laut Schochat sind kantonsweit sieben Impfzentren an zehn Standorten geplant. Betrieben würden die Impfzentren durch die Zivilschutzorganisationen.
Schulen sollen offen bleiben
In den Stadtberner Kindertagesstätten sind in Sachen Schweinegrippe keine besonderen Vorkommnisse zu verzeichnen. «Das Ganze ist viel weniger dramatisch als bisher befürchtet», sagt Jürg Häberli, Leiter des Jugendamtes. Er habe nicht den Eindruck, «dass noch viel passieren wird.» Im Pandemiefall könnten Massnahmen bis hin zur Schliessung einer Tagesstätte verhängt werden. Soweit werde es aber kaum kommen. «Wir werden voraussichtlich auch keinen Impfzwang für das Personal einführen», sagt Häberli. Laut Thomas Schochat vom Kantonsarztamt ist die Schliessung von Schulen und Kitas möglich. Dies werde im Einzelfall geprüft. Generell erachte dies das Kantonsarztamt aber als weniger sinnvoll. Bei Erkrankungen sollten Kinder zu Hause bleiben. Werde eine Schule oder Kindertagesstätte geschlossen, sei womöglich die Betreuung nicht mehr gewährleistet. «Oder die Kinder verbringen die Zeit gemeinsam an einem anderen Ort und stecken sich dabei trotzdem an», sagt Schochat.
(DerBund)
Di
06
Okt
2009
Das große Stechen
In den USA haben in dieser Woche die Impfungen gegen die Schweinegrippe begonnen. Am Montag wurden die ersten Dosen in Form eines Nasensprays an mehrere Krankenhäuser in den Bundesstaaten Indiana und Tennessee ausgeliefert. Zunächst sollen die Ärzte, Pflegekräfte und andere Klinikmitarbeiter immunisiert werden. Die amerikanische Seuchenkontrollbehörde CDC in Atlanta hat fünf Unternehmen mit der Herstellung des Impfstoffs beauftragt. Insgesamt wurden etwa 195 Millionen Dosen - Nasenspray und Injektionen - bestellt. Von nun an sollen in jeder Woche zehn bis 20 Millionen weitere Impfeinheiten ausgeliefert werden, sagte Jay Butler von der CDC dem Sender CNN. Der Behörde zufolge werde in den USA genügend Impfstoff für "alle, die ihn wollen", zur Verfügung stehen.
In vielen anderen Staaten - unter ihnen Deutschland - haben die Regierungen der Industrie zugesagt, große Impfstoffmengen abzunehmen. Insgesamt sind weltweit mehr als 300 Millionen Impfdosen bestellt worden - fast zwei Drittel davon in den USA. Dies ist eine kräftige Wachstumsspritze für die Impfstoffhersteller. Sollten in den USA Nebenwirkungen auftreten, haben die Pharmafirmen wenig zu befürchten, denn die Regierung hat den Herstellern von Schweinegrippe-Impfstoffen Immunität zugesagt. Sollten Impfgeschädigte klagen, hätten sie deshalb keine rechtliche Grundlage für Schadensersatz.
In Deutschland sind bisher 21 500 Infektionen gemeldet. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat aber nicht festgestellt, dass durch die Schweinegrippe andere grippeähnliche Erkrankungen in der
Bevölkerung häufiger werden. Die Rate der akuten Atemwegsinfektionen liegt dem RKI zufolge "weiterhin in einem für die Jahreszeit üblichen Bereich, so dass noch nicht von einer relevanten Auswirkung
der neuen Influenza auf Bevölkerungsebene auszugehen ist". Der Impfstoff soll in Deutschland ebenfalls im Oktober verfügbar sein.
(SüddeutscheZeitung)
Di
06
Okt
2009
Fertig Küsschen: Die Schweinegrippe kommt
Mehr Menschen als sonst in dieser Jahreszeit erkranken an Grippe oder haben eine Erkältung. Beides kann das H1N1-Virus sein.
Jacques Gubler, Infektiologe am Kantonsspital Winterthur, ist nicht alarmiert, aber er stellt fest: «Die Schweinegrippe ist auch bei uns im Kommen.» Das zeige die neuste Statistik des Bundesamtes für Gesundheit, die eine für diese Jahreszeit untypische Zunahme von Grippefällen aufweist. Auch wenn längst nicht alle Kranken getestet werden, gehen die Fachleute davon aus, dass ein Grossteil das Schweinegrippe-Virus H1N1 hat. Die Symptome reichen von Husten und Halsweh bis zu hohem Fieber. «Die Schweinegrippe kann sich auch als normale Erkältung manifestieren», sagt Gubler. Die Krankheit verlaufe in der Regel mild, doch die Ansteckungsgefahr sei hoch, weil der Erreger neu ist. Für Gubler ist die Schweinegrippe deswegen alles andere als harmlos, denn es gebe immer auch schwere Fälle: «Je mehr Leute angesteckt werden, desto mehr erkranken auch schwer.»
Dazu kommen die sich häufenden Absenzen am Arbeitsplatz. Am Kantonsspital Winterthur sind im September zwei Mitarbeitende an Schweinegrippe erkrankt, und auch bei einigen Patienten wurde das Virus nachgewiesen. Laut Gubler hat man deren Umgebung genauer überwacht und konnte eine weitere Ausbreitung verhindern. Bis jetzt habe man den Betrieb problemlos aufrecht erhalten können. Es gilt die Regel: Kranke bleiben zu Hause, und wer mit Kranken in Kontakt gekommen ist, muss bei der Patientenpflege eine Maske tragen. Das Uni-Spital stellt bisher keine Häufung von Schweinegrippe-Patienten fest. Angestellte seien nicht betroffen, hiess es gestern.
Jetzt häufig Hände waschen
Jetzt, wo sich die Schweinegrippe ausbreitet, tut die Bevölkerung gut daran, auf die Hygiene zu achten. Das heisst vor allem, häufig die Hände zu waschen. Von hustenden Leuten hält man am besten mindestens einen Meter Abstand, schüttelt keine Hände und verzichtet auf Küsschen, Küsschen. Infizierte Menschen sind bereits einen Tag, bevor sich die Symptome zeigen, ansteckend, sowie einige Tage danach. Wer erkrankt, soll sich laut Gubler wie bei einer normalen Grippe verhalten - und Tamiflu keinesfalls ohne ärztliche Empfehlung nehmen.
Infektiologe Gubler rät allen, sich gegen Grippe - die saisonale wie die Schweinegrippe - zu impfen. Der Impfstoff gegen H1N1 ist allerdings noch nicht bereit.
Di
06
Okt
2009
Nebenwirkung bei Schweinegrippe-Impfung selten
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Bedenken über die Sicherheit von Schweinegrippe-Impfstoffen abgeschwächt. Nur bei vier der 39‘000 Impfungen in China seien Nebenwirkungen aufgetreten. In der Schweiz wird voraussichtlich in zwei Wochen über die Zulassung eines Impfstoffes gegen das H1N1-Virus entschieden.
Zur Prüfung bei der Schweizer Zulassungsbehörde Swissmedic sind derzeit zwei potentielle Schweinegrippe-Impfstoffe (Novartis und GSK Novartis auf Zellbasis / GlaxoSmithKline auf Hühnerei).
Voraussichtlich wird in zwei Wochen erst einer der beiden Impfstoffe bewilligt. Dies ergaben Recherchen der «Tagesschau». Das Bundesamt für Gesundheit BAG rechnet damit, dass Anfang November mit dem Impfen begonnen werden kann.
1263 Schweinegrippe-Fälle
Derweil bestätigte ein WHO-Sprecher in Genf, dass Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen und Muskelkrämpfe sehr selten seien. Natürlich könne es immer Komplikationen geben, besonders wenn eine so grosse Anzahl an Menschen geimpft werde. Dennoch bleibt die Impfung die wichtigste Waffe im Kampf gegen die Schweinegrippe, betonte der Sprecher.
In der Schweiz sind 1263 Fälle von Schweinegrippe bestätigt worden. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gab bekannt, dass dies bereits vier Fälle mehr sind, als zu Beginn der Woche registriert wurde.
Die Anzahl Fälle soll aber nicht den effektiv an Schweinegrippe erkrankten Menschen entsprechen. Dies, weil die Tests nur noch bei Personen durchgeführt werden, die starke Symptome aufweisen, bei denen ein Komplikationsrisiko besteht oder die Kontakt mit Personen mit einem hohen Komplikationsrisiko hatten.
Zunahme an Hospitalisation
Laut BAG wurden seit Anfang Juli insgesamt 23 Hospitalisationen gemeldet. Zudem wurden 29 Häufungen von Fällen bekannt.
Es handelt sich dabei um 13 Ausbrüche in Schulen oder Ferienlagern, sechs im familiären Umkreis, drei in Kasernen, zwei im Gesundheitsbereich und fünf bei Sportanlässen, Turnieren und Gruppenausflügen.
(SF)
Mo
05
Okt
2009
Nach Schulanfang mehr Schweinegrippe-Fälle
Die Schweinegrippe breitet sich in Bayern wieder stärker aus. Seit Mitte September sei die Zahl der Infektionsfälle auffällig gestiegen, berichtete das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Bis zum Ende der Woche hatte die Behörde bayernweit knapp 3000 Infektionen registriert.
Weniger als die Hälfte der Patienten habe sich in Deutschland infiziert, sagte ein Behördensprecher. Als Ursache für den Anstieg der Schweinegrippe-Fälle vermutet das LGL das Ende der Urlaubssaison. Viele Menschen seien in dieser Zeit aus dem Ausland zurückgekehrt. Das Ende der Schulferien habe zudem dazu geführt, dass Kinder und Jugendliche wieder größeren Kontakt hätten. "Es kann aber auch sein, dass inzwischen mehr Menschen auf Schweinegrippe getestet werden, seitdem die Kassen die Kosten dafür übernehmen", sagte der Sprecher. Besonders stark betroffen ist der Ballungsraum München. Allein in der Landeshauptstadt sind nach Angaben des LGL seit Ausbruch der Schweinegrippe 328 Infektionen registriert worden, 180 im Landkreis München. Auch im Kreis Rosenheim sei die Grippe mit 165 Fällen stärker als in den meisten anderen Regionen verbreitet, ebenso in der Region Dachau mit 105 Fällen. Ländliche Regionen sind dagegen meist nur gering betroffen.
Sa
03
Okt
2009
Schweinegrippe: Höheres Risiko durch saisonale Grippe-Impfung?
Die vorab bekannt gewordenen Ergebnisse einer kanadischen Grippestudie und die Reaktion einiger Provinzen Kanadas stellen den Sinn von Grippe-Massenimpfungen in Frage.
Derzeit bereitet sich Deutschland auf eine zweifache Grippen-Massenimpfung vor. Seuchenexperten der Pazifikprovinz British Columbia wollen FOCUS zufolge jedoch entdeckt haben, dass die Gabe des saisonalen Grippe-Impfstoffs das Risiko verdoppelt, sich mit H1N1 („Schweinegrippe") zu infizieren. Laut kanadischen Zeitungsberichten wollen die meisten Provinzen deshalb den normalen Grippeschutz vorerst nur über 65-Jährigen zugänglich machen. Der „unerwartete" Befund sei „nicht überprüfbar", solange die Studie nicht vorliege, sagte der Leiter des Marburger Universitätsinstituts für Virologie, Stephan Becker, zu FOCUS.
Derweil gerät auch die geplante Massenimpfung gegen Schweinegrippe in Deutschland zunehmend in die Kritik von Ärzten und Gesundheitspolitikern. Sie helfe nicht den Menschen, sondern nur der Pharmaindustrie. So forderte die Vizepräsidentin der Bundesärztekammer, Cornelia Goesmann, lediglich Risikogruppen zu impfen. Eine weitgehende Durchimpfung der Gesamtbevölkerung sei dagegen nicht sinnvoll.
Ab Herbst soll in Deutschland der Impfstoff gegen das H1N1-Virus zur Verfügung stehen. Die Bundesländer haben etwa 50 Millionen Dosen bestellt. Bei einer zweimaligen Impfung reicht diese Menge für 25 Millionen Menschen. (FOCUS)
Fr
02
Okt
2009
Bisher mehr als 4100 Schweinegrippe-Tote weltweit
WHO rechnet mit Ansteckungswelle mit Beginn des Winters.
Der Schweinegrippe sind bisher mehr als 4100 Menschen in 191 Ländern zum Opfer gefallen. Nach den jüngsten Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) starben an dem Virus A (H1N1) seit dessen erstem Auftreten im März «mindestens 4108» Personen.
Mehr als 340'000 Menschen infizierten sich mit dem Erreger, wie die Organisation am Freitag mitteilte. Allerdings erfassten nicht alle Länder die Ansteckungsfälle akribisch, so dass die tatsächlichen Zahlen noch höher liegen dürften.
Auf der Nordhalbkugel, wo mit Beginn der kalten Jahreszeit die Ansteckungswelle erst anrolle, seien besonders die USA betroffen, teilte die WHO mit. Mexiko stehe eine zweite Welle bevor.
Von dem mittelamerikanischen Land war die Schweinegrippe im Frühjahr ausgegangen. Insgesamt drei Viertel aller Schweinegrippe-Todesfälle traten demnach auf dem amerikanischen Doppel-Kontinent auf. In Europa verzeichnen Frankreich, Irland und Grossbritannien die meisten Todesopfer.
(NZZ)
Fr
02
Okt
2009
Schweinegrippe breitet sich wieder stärker aus
Erlangen (dpa/lby) - Die Schweinegrippe breitet sich in Bayern wieder stärker aus. Seit Mitte September sei die Zahl der Infektionsfälle auffällig gestiegen, berichtete das bayerische Landesamt
für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Freitag auf Anfrage. Bis zum Ende der Woche hatte die Behörde bayernweit knapp 3000 Infektionen registriert, berichtete Behördensprecher Christian
Weidner. Weniger als die Hälfte der Patienten habe sich in Deutschland infiziert. Als Ursache für den Anstieg der Schweinegrippefälle Mitte September vermutet das Landesamt das Ende der Urlaubssaison
und der Beginn des neuen Schuljahres.
(Bild)
Fr
02
Okt
2009
Die Schweinegrippe kehrt zurück
Lange hat man nichts mehr von ihr gehört. Viele haben sie sogar schon abgeschrieben. Doch jetzt nimmt die Zahl der Schweinegrippe-Erkrankungen wieder zu - und zwar deutlich.
In Grossbritannien stieg die Zahl der Schweinegrippe-Fälle in den letzten Wochen wieder stark an. Ebenso in den USA. Und auch in der Schweiz machte sich die Grippe in den letzten Tagen erneut bemerkbar. In Silenen, Kanton Uri, wurden alle Schulen und Kindergärten eine Woche vor Herbstferien geschlossen, weil 5 Fälle von H1N1 nachgewiesen wurden und 33 Kinder Grippesymptome aufwiesen. In Ambri blieb jeder dritte Sekundarschüler wegen Grippesymptomen zu Hause.
Derzeit sind in der Schweiz 1241 bestätigte Fälle von Schweinegrippe registriert. Die Dunkelziffer dürfte aber um einiges höher sein. Fährt die Schweinegrippe nun richtig ein?
Die grosse Welle wird kommen
«Wir verzeichnen eine grössere Grippe-Aktivität», sagt Jean-Louis Zürcher vom Bundesamt für Gesundheit. Es komme zu mehr Arztkonsultationen, verglichen mit anderen Jahren. «Vielleicht ist es die zweite, vielleicht aber immer noch die erste Welle», meint Zürcher. Klar ist für ihn jedoch: Die grosse Schweinegrippe-Welle wird kommen, wahrscheinlich zusammen mit der saisonalen Grippe. Wann das passiert, ist unklar. Auch die Gefahr, dass H1N1 zu einem gefährlicheren Virus mutiert, besteht immer. «Wir sind nicht gelassener geworden», so Zürcher. Zurzeit sei das Ausmass der Krankheit zwar nicht so schwer, das könne sich aber jederzeit ändern.
Ein Schwelbrand
«Die Zahl der Fälle ist in den letzten drei Wochen weltweit wieder angestiegen», bestätigt auch Immunologe Beda Stadler. Ob von der Schweinegrippe eine grössere Gefahr ausgeht als von einer normalen Grippe, lasse sich aber noch immer nicht sagen. Bis anhin sei sie noch relativ harmlos verlaufen. Und: «Solange man es in den USA noch so gelassen nimmt, brauchen wir auch nicht Alarm zu schlagen.» Doch auch Stadler warnt: «Die Schweinegrippe gleicht einem Schwelbrand: Die Situation kann immerzu eskalieren. «Bis nächsten Frühling, wenn die normale Grippewelle vorbei sein wird, haben wir definitiv keine Ruhe.»
Immerhin: Der Impfstoff soll Ende Oktober vorhanden sein. Im November dürften also erste Impfungen erfolgen können.
(BaZ)
Do
01
Okt
2009
Jeder dritte Schüler in Ambri hat die Schweinegrippe
Ein Drittel der Schüler im Dorf Ambri in der Leventina ist wegen Schweinegrippe zuhause geblieben. Die Schulen werden aber nicht geschlossen. Im Kanton Uri dagegen bleiben die Schulen in Silenen, Amsteg und Bristen zu, nachdem weitere Schweinegrippe-Fälle bestätigt wurden.
Am Donnerstag haben von 108 Schülern des Dorfes Ambri 37 mit der Schweinegrippe zuhause bleiben müssen, bestätigte der Direktor der Division Schulen im Tessiner Erziehungsdepartement, Diego Erba, zu einem Bericht der Zeitung «La Regione». Eine Schliessung der Schulen sei jedoch nicht vorgesehen, sagte Erba.
Anders reagiert die Urner Gesundheitsdirektion. Sämtliche Schulen in Silenen, Amsteg und Bristen bleiben bis zum Beginn der Herbstferien Ende dieser Woche geschlossen. Uri hat am Donnerstag die jüngsten Ergebnisse der Labortests bei erkrankten Kindern veröffentlicht. Demnach ist von acht durchgeführten Tests das pandemische Grippe-Virus H1N1 bei fünf Schulkindern nachgewiesen worden. Dieses Stichprobenergebnis bestätigte die verstärkte Aktivität des Pandemievirus an der Schule Silenen, schreibt die Gesundheitsdirektion.
Den Kindern geht es gut
Weitere Massnahmen als die Schliessung der Schulen in den drei Orten drängen sich derzeit nicht auf. Die Behörden würden jedoch die Entwicklung weiterhin sehr aufmerksam beobachten. Den betroffenen Kindern gehe es erfreulicherweise den Umständen entsprechend gut. Es bestehe kein Grund zur Panik. Die Grippe H1N1 verlaufe in den allermeisten Fällen problemlos und heile rasch ab.
(20Min)
Do
01
Okt
2009
Grippe-Aktivität höher als sonst
In der Schweiz ist die Aktivität der Grippe derzeit höher als für die Saison üblich. Wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und das Influenza-Zentrum in Genf am Donnerstag gestützt auf das Sentinella-Überwachungssystem mitteilten,...
wurden in der vergangenen Woche 5,7 Grippeverdachtsfälle auf 1.000 Arztkonsultationen verzeichnet. In der Vorwoche waren es 4,6 Verdachtsfälle auf 1.000 Konsultationen gewesen. Hochgerechnet entspreche die aktuelle Grippeaktivität rund 47 Konsultationen auf Grund von Grippeverdacht pro 100.000 Einwohner und liege damit zwar höher als normalerweise für diese Jahreszeit zu erwarten wäre, aber noch unter dem nationalen epidemischen Schwellenwert von etwa 50 Grippeverdachtsfällen auf 100.000 Einwohner. Seit Anfang Juli 2009 seien in der Schweiz insgesamt hochgerechnet rund 25.000 Arztkonsultationen auf Grund von Grippeverdacht verzeichnet worden, davon alleine rund 2.500 in der vergangenen Woche. Allerdings wurde bei keiner der 18 getesteten Patientinnen und Patienten Influenza-Viren nachgewiesen. Ausserhalb des Sentinella-Systems wurden in der gleichen Woche insgesamt 41 Grippeviren des pandemischen Subtyps A H1N1, also der Schweinegrippe, sowie zwei saisonale Influenza-A-Viren isoliert. Gemäss dem Grippeüberwachungs-Netzwerk «EuroFlu» der WHO-Region Europa wurde die Grippeintensität in Irland als hoch sowie in Russland und Israel als mittelhoch eingestuft. In den übrigen 14 Ländern Europas, die Daten liefern, war die Intensität niedrig. Irland, Israel und Norwegen haben ihre nationalen epidemischen Schwellenwerte überschritten. Auf der Südhemisphäre waren im derzeitigen Winter vergleichsweise starke bis sehr starke Grippewellen zu verzeichnen.
(BaZ)
Mi
30
Sep
2009
Die Schweinegrippe ist in Uri angekommen. Schule und Kindergarten geschlossen.
Seit vergangenem Freitag sind insgesamt 33 Schüler der Schule Silenen mit Grippesymptomen erkrankt. Eine «rasche und grossflächige» Weiterverbreitung wird als wahrscheinlich erachtet.
Weiterverbreitung «wahrscheinlich»
An der Oberstufenschule Silenen werden 83 Schüler aus den drei Dörfern Silenen, Amsteg und Bristen gemeinsam in sechs Klassen unterrichtet. Viele von ihnen benutzen für den Schulweg die öffentlichen
Verkehrsmittel, die sie auch mit Schülern der Berufs- und Mittelschule teilen. Eine rasche und grossflächige Verbreitung des Grippevirus wäre somit wahrscheinlich, wie es weiter heisst. Weil auch ein
geordneter Schulbetrieb kaum mehr möglich ist und mit Blick auf die in wenigen Tagen beginnenden Herbstferien erachten die Behörden die verfügte Schliessung der Oberstufenschule und des Kindergartens
Bristen mit 7 Kindern als adäquate und verhältnismässige Massnahme.
Erkrankte bleiben zu Hause
Noch am Montagabend fand eine Information für Eltern und Lehrpersonen der Oberstufenschüler über die Schulschliessung bis zum Beginn der Herbstferien statt. Eltern erkrankter Kinder wurden
angewiesen, auch deren Geschwister nicht zur Schule zu schicken. Die Erkrankten bleiben nun wie bei allen Grippeerkrankungen zu Hause bzw. vermeiden enge soziale Kontakte bis mindestens 24 Stunden
nach Abklingen der Symptome.
Eine spezielle Behandlung oder ein Arztbesuch ist normalerweise nicht nötig, weil bei den meisten Menschen die Grippe ohne Schwierigkeiten verläuft. Bei schweren Grippesymptomen (Schmerzen beim Atmen, erschwerte Atmung) soll hingegen unverzüglich mit dem Hausarzt oder der Hausärztin telefonisch Kontakt aufgenommen werden. Die Eltern der Schulkinder werden von den Schulbehörden so rasch wie möglich mit ergänzenden Informationen schriftlich bedient. (NZZ)
Mi
30
Sep
2009
Zahl der Fälle von Schweinegrippe steigt weiter
Die Zahl der Schweinegrippe-Fälle in Nordrhein-Westfalen ist im Vergleich zur Vorwoche um 81 gestiegen.
5742 Menschen hätten sich in NRW bislang mit dem Grippevirus H1N1 infiziert, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums auf ddp-Anfrage in Düsseldorf mit.
Die meisten Fälle gab es in Düsseldorf (427) und Köln (369). Ab Mitte Oktober sollen Impfungen gegen die Grippe möglich sein. (AachenerZeitung)
Di
29
Sep
2009
EU genehmigt erste Impfstoffe gegen Schweinegrippe
Die EU-Kommission in Brüssel hat die ersten beiden Impfstoffe gegen Schweinegrippe zugelassen. Die Impfstoffe Focetria und Pandemrix könnten voraussichtlich ab Donnerstag europaweit vertrieben werden, teilte die Kommission am Dienstag in Brüssel mit.
Sa
26
Sep
2009
Zweite Schweinegrippe-Welle erfasst Mexiko
Die mexikanischen Gesundheitsbehörden rechnen mit höheren Infektionszahlen als bei der ersten Welle im Frühjahr.
Knapp ein halbes Jahr nach Ausbruch der Schweinegrippe ist Mexiko von einer zweiten Welle der neuen Grippe erfasst worden. Und die zweite Schweinegrippe-Welle dürfte schlimmer werden. Allein an einem einzigen Tag im September wurden 483 neue Grippefälle registriert. Die Zahl liegt damit höher als die entsprechenden Werte im April.
Gesundheitsminister Jose Angel Cordova wies am Samstag aber auch darauf hin, dass die Krankheit gewöhnlich einen milden Verlauf nehme, wenn sie rechtzeitig behandelt werde. In Mexiko sind nach Angaben der Behörden bisher knapp 30'000 Fälle von Schweinegrippe registriert worden. 226 Menschen starben daran. Weltweit wurden laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als 300'000 Fälle registriert, mehr als 3900 Menschen seien an dem H1N1-Virus gestorben. (Tagesanzeiger)
21. Sept. 09: Befürchtung von Mutation des Schweinegrippe-Virus. Das Schweinegrippe-Virus ist laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch nicht in eine tödlichere Richtung mutiert, zeigt allerdings eine Tendenz zur besseren Widerstandsfähigkeit gegen Impfstoffe. (RP online)
16. Sept. 09: Wegen Schweinegrippe, Quarantäne in zwei Bündner Internaten. Im Kanton Graubünden sind rund 80 Schüler in zwei Internaten an der Schweinegrippe erkrankt. Am Oberengadiner Lyceum Zuoz wurde das H1N1 Virus nachgewiesen, in der Klosterschule Disentis besteht konkreter Verdacht. (20 Min)
11. Sept. 09: Die derzeitige Ansteckungsquote sei nicht die Spitze, sondern den Fuss des Bergs, betont Grippe-Experte Robert Steffen. Erst wenn die Grippeviren mit zunehmender Kälte leichter übertragbar würden, sei mit einem deutlichen Anstieg der Fallzahlen zu rechnen. Nach Steffen ist es auch möglich, dass es in den Wintermonaten zu einer Überlagerung von saisonaler und pandemischer Grippe kommen wird. (NZZ)
11. Sept. 09: Das BAG (Bundesamt für Gesundheit) rechnet mit einer ersten Schweinegrippe Welle in den kommenden Wochen und Monaten. Diese Einschätzung teilt auch der Zürcher Grippe-Experte Robert Steffen. (NZZ)
10. Sept. 09: Wissenschaftler am Imperial College London haben festgestellt, dass A/H1N1 auch Rezeptoren in der tiefen Lunge belegt. Das können die bisherigen Grippeviren nicht. Studienleiter Ten Feizi: „Zwar ruft die Schweinegrippe derzeit nur relativ milde Symptome hervor. Einige Patienten haben jedoch schwere Lungenentzündungen bekommen, die gefährlicher als die von der saisonalen Grippe verursachte sind." (focus)
8. Sept. 09: Bisher 13 Fälle von Tamiflu-Resistenz registriert. Die 13 Berichte über isolierte Fälle von Tamiflu-Resistenz bei der Behandlung von Schweinegrippe seien in Europa, den USA und Asien, aufgetreten sagte David Reddy, Leiter der Roche-Taskforce Pandemie, an einem Mediengespräch in Basel. (NZZ)
Sinnvoll, originell und unkompliziert. Schenken Sie Ihren Lieben etwas sinnvolles zum Jahres-, Geburts-, Hochzeitstag oder einem anderen Anlass. Geschenkegutschein kaufen und sogleich ausdrucken oder per Mail verschicken.
28. Aug. 09: Armee rüstet sich für Kampf gegen Schweinegrippe. Auf Anfang Winter wird der Schweinegrippe Höhepunkt erwartet. Um gegen die Grippewelle gerüstet zu sein, werden für den Armeesanitätsdienst zusätzliche Dienstpflichtige aufgeboten.
23. Aug. 09: Sorge um Mutation des H1N1-Virus. Wie die Berliner Morgenpost heute berichtet hat sich zum ersten Mal Geflügel mit dem H1N1-Virus infiziert. Es besteht die Angst, dass das Virus mit dem der Vogelgrippe verschmelzen könnte.
21. Aug. 09: Situationsbericht des Bundesamtes für Gesundheit: "Wir sind derzeit in der Woche 33 und die Anzahl Konsultationen wegen grippaler Symptome sind am steigen." Vollständiger Bericht (PDF)
18. Aug. 09: Furcht vor Schweinegrippe: Kindergarten geschlossen. Aus Angst vor Schweinegrippefällen hat die Volksschulgemeinde Egnach (TG) am Montag, 16. August, den Kindergarten kurzfristig geschlossen. (Thurgauer Zeitung)
10. Aug. 09: Schulen gegen Schweinegrippe: Gem. "Schweiz aktuell" haben viele Schulen Massnahmen gegen die Pandemie ergriffen. So werden beispielsweise die Hände der Lehrer & Schüler sowie Türklinken in den Schulen regelmässig desinfiziert.
8. Aug. 09: Virologe W. Wunderli betont die wichtigkeit einer möglichst schnellen Eindämmung der Pandemie. «Je mehr Menschen die Krankheit erhalten, desto stärker wird es in den nächsten Monaten mutieren.» (Tages-Anzeiger)
7. Aug. 09: Impfaktion gegen Schweinegrippe. Im Kampf gegen die Schweinegrippe plant Appenzell Ausserrhoden im Oktober eine flächendeckende, freiwillige Impfaktion.
6. Aug. 09: Pandemische Grippe (H1N1), Situationsbericht des Bundesamtes für Gesundheit: "Mit der weltweiten Ausbreitung des Virus in der Schweiz und im Ausland erhöht sich das Ansteckungs-Risiko." Vollständiger Bericht (PDF)
4. Aug. 09: Vier schwere Schweinegrippe-Fälle in der Schweiz. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) rechnet weiter mit einer massiven Ausbreitung der Schweinegrippe. Bis jetzt gibt es in der Schweiz 535 bestätigte Fälle.
2. Aug. 09: Schulschliessungen wegen Schweinegrippe möglich. Kurz vor Ferienende bereiten sich mehrere Kantone auf Schulschliessungen wegen der Schweinegrippe vor.
30. Juli 09: Schweinegrippe Ansteckung in den Ferien. Die Gefahr einer Schweinegrippe-Ansteckung ist in den Ferien besonders gross. Beachten Sie ein paar Grundsätze um das Risiko zu reduzieren. Mehr dazu.
29. Juli 09: Über 400 Schweinegrippe Erkrankte. In der Schweiz wurden insgesamt 423 Schweinegrippe-Fälle registriert. Die Zahl entspricht nicht der effektiven Anzahl erkrankter Personen, sondern lediglich den im Labor bestätigten Erkrankungsfällen.
27. Juli 09: Kampf gegen die "Neue Grippe". Das Bundesamt für Gesundheit lanciert TV-Spots gegen die Schweinegrippe. Zudem wurde die Homepage pandemia.ch neu gestaltet. Link - Werbespots BAG
26. Juli 09: 31 neue Schweinegrippe Fälle. Gemäss Bundesamt für Gesundheit BAG wurden bis anhin 380 Fälle von Schweinegrippe in der Schweiz bestätigt. Es wird zusätzlich eine hohe Dunkelziffer vermutet.
17. Juli 09: Weiteres Sommerlager von Schweinegrippe heimgesucht. Im Sommerlager einer internationalen Schule bei Gstaad zeigen 6 Kinder Schweinegrippe-Symptome.
16. Juli 09: Kanada: Über 200 Kinder in Ferienlagern angesteckt. In Kanada wurden bisher über 10 000 Schweinegrippe-Infektionen gemeldet; über 40 Menschen starben an der Krankheit.
14. Juli 09: 30 neue Schweinegrippe-Fälle in der Schweiz. Die Zahl Schweinegrippe-Fälle ist in der Schweiz am Dienstag sprunghaft angestiegen. Insgesamt sind es nun 178 bestätigte Fälle.
11. Juli 09: Profisportler sind von der Schweinegrippe betroffen. Der englische Nationalspieler Micah Richards ist an der Schweinegrippe erkrankt. Ebenfalls betroffen sind vier Spieler des AS Monaco.
10. Juli 09: Wieder mehr Schweinegrippe-Fälle. Bis am Freitagnachmittag waren 133 Fälle bestätigt. 51 Verdachtsfälle aus verschiedenen Kantonen befanden sich vorerst weiter in Abklärung.
9. Juli 09: Das Bundesamt für Gesundheit BAG rechnet mit einer rasanten Ausbreitung der Schweinegrippe im Winterhalbjahr. Das BAG erwartet im kommenden Herbst ein bis zwei Millionen Fälle von Schweinegrippe in der Schweiz
8. Juli 09: Elf neue Schweinegrippe-Infektionen an einem Tag. Seit Ende April steckten sich insgesamt 115 Personen in der Schweiz mit dem Virus A(H1N1) an.
6. Juli 2009: 16 neue Schweinegrippefälle in der Schweiz. Insgesamt sind damit seit Ende April 92 Menschen in der Schweiz am neuen Virus A(H1N1) erkrankt.
3. Juli 2009: Schweinegrippefälle nehmen frappant zu. Es sind in der Schweiz bereits 77 Menschen an der Schweinegrippe erkrankt.
29. Juni 09: Erstmals ist eine Resistenz gegen das Grippemittel Tamiflu festgestellt worden. In der Schweiz sind insgesamt bereits 54 bestätigte Fälle von A (H1N1) registriert worden.
18. Juni 09: Die Schweiz zählt neu 30 Fälle von Schweinegrippe. Neu stecken sich vermehrt Personen in der Schweiz mit dem Virus an und nicht mehr lediglich Rückreisende aus Risikogebieten.
15. Juni 09: Erster Schweinegrippe-Todesfall in Europa. In Grossbritannien ist erstmals ein Mensch an der Schweinegrippe gestorben. Der Patient erlag in einem Spital dem Virus.
11. Juni 09: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Schweinegrippe zur globalen Seuche erklärt und die höchste Alarmstufe ausgerufen. Die Krankheit breitet sich global aus.
11. Juni 09: Die Schweinegrippe breitet sich weiter aus. Nach WHO-Angaben sind bereits 26'563 Fälle in 73 Ländern bekannt. 149 Personen starben an den Folgen der neuartigen Grippe.
Das schweizerische Budesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt rechtzeitig vorzusorgen, einen persönlichen Vorrat anzulegen um so einem Versorgungsengpass entgegen zu wirken.
PandemieSet.ch































