Di

10

Nov

2009

Grippe-Impfstoff könnte knapp werden (FAZ)

Der Hersteller des Grippeimpfstoffs Pandemrix, Glaxo Smith Kline, liefert eine geringere Menge als bestellt...

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Während immer mehr Menschen in Hessen eine Impfung gegen die Schweinegrippe wünschen, liefert der Hersteller des Serums Pandemrix, Glaxo-Smith-Kline, eine geringere Menge an das Land als bestellt. Das sagte die Sprecherin des hessischen Gesundheitsministeriums, Ulrike Grzimek. Bisher seien rund 300.000 Impfdosen an Ärzte und Gesundheitsämter ausgeliefert worden, in dieser Woche stünden weitere 160.000 zur Verfügung. Falls das Interesse der Bevölkerung jedoch ansteige wie in den vergangenen Tagen, könne der Impfstoff knapp werden.

 

Nach Auskunft des Hessischen Apothekerverbands gibt es zurzeit allerdings keine Lieferengpässe bei der Versorgung der Arztpraxen. Die Nachfrage könne von den hundert Apotheken gedeckt werden, die die Landesapothekerkammer Hessen als Lieferanten ausgewählt hatte. Dem Ministerium zufolge haben etwa 1500 bis 2000 Hausarztpraxen den Impfstoff bestellt. Das hessische Impfkonzept sieht vor, dass die Hausärzte für die Immunisierung der Bevölkerung zuständig sind.

 

Termin beim Hausarzt geben lassen

Die meisten Hausärzte böten inzwischen die Impfungen an, bestätigte Dieter Conrad, Vorsitzender des Hausärzte-Verbandes. Jeder Impfwillige solle sich für einen Termin an seinen Hausarzt wenden. Sollte ein Arzt selbst nicht impfen, verweise er die Patienten an einen Kollegen, bei dem die Spritze erhältlich sei. Betriebs- und Fachärzte dürfen nach der Vorgabe des Gesundheitsministeriums generell nicht gegen das A/H1N1-Virus impfen.

 

In der Statistik des hessischen Gesundheitsministeriums waren gestern 1806 bestätigte Schweinegrippe-Fälle registriert, 108 davon in Frankfurt. Tatsächlich dürfte die Zahl der Erkrankten jedoch weit größer sein. „Wir haben in den vergangenen Tagen eine unglaubliche Flut von Meldungen bekommen", sagte René Gottschalk, stellvertretender Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts . „Allein hier haben wir sicher 800 Fälle." Noch bis Ende dieser Woche impft das Gesundheitsamt weiterhin in einer Sonder-Sprechstunde Angehörige der priorisierten Berufsgruppen. Laut Gottschalk sind es zurzeit mehr als 300 Personen täglich.

 

Impfung von sechsten Monat an

Die Impfung von Kindern unter drei Jahren empfiehlt nun auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Entgegen seiner bisherigen Position sei angesichts der zunehmenden Zahl von Erkrankungen bei Kindern und der inzwischen verbesserten Datenlage die Impfung von Kindern vom vollendeten sechsten Lebensmonat an ratsam.

 

Der Vorsitzende des Landesverbandes, Josef Geisz, sagte allerdings, nach seinen Beobachtungen verursache die Impfung mit Pandemrix deutlich häufiger stärkere Nebenwirkungen als andere Impfungen.

 

Kleine Babys impfe er deshalb nicht; Eltern von Risikokindern müssten Vor- und Nachteile gut abwägen. Außerdem sei seiner Praxis in Wetzlar der Impfstoff bereits ausgegangen. Für Schwangere und Kleinkinder stellte das Gesundheitsministerium in Aussicht, möglicherweise schon in zwei bis drei Wochen einen Spaltimpfstoff ohne Zusatzstoffe zur Verfügung zu haben, der besser verträglich sei als Pandemrix oder der Ganz-Virus-Impfstoff Celvapan, den die Angehörigen der Bundeswehr erhalten. Welches Serum dies sein wird, konnte die Sprecherin nicht sagen.

 

Frankfurter Patientin noch in Lebensgefahr

Derweil hat sich der Gesundheitszustand der Schweinegrippe-Patientin, die seit einer Woche im Frankfurter Uniklinikum in Lebensgefahr schwebt, gebessert. Die Ärzte teilten mit, dass die 39 Jahre alte Frau nicht mehr durch ein spezielles Verfahren beatmet werden muss und dass ihre Laborwerte auf einen Rückgang der Entzündung hindeuteten. Dennoch sei ihr Zustand noch lebensbedrohlich.

(F.A.Z.)

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