Fr
06
Nov
2009
«Schweinegrippefälle haben sich verzehnfacht» (20Min)
Die Schweinegrippe hat die Schweiz erreicht: «Egal, was wir jetzt tun, wir können die Pandemie nicht mehr verhindern», sagte Patrick Mathys vom BAG heute Mittag. Er hofft, dass die Risikogruppen noch rechtzeitig geimpft werden können.
«Egal, was wir jetzt tun, wir können die Pandemie nicht mehr verhindern»: Die Schweinegrippe sei in der Schweiz jetzt richtig angekommen, sagt Patrick Mathys vom BAG heute Mittag an einer Pressekonferenz. Denn diesen Sommer seien nur «importierte» Fälle aufgetreten. Auf der Nordhalbkugel und insbesondere in Irland breite sich die Schweinegrippe derzeit explosionsartig aus. In der Schweiz sei die Situation aber noch lange nicht so dramatisch: «Wir sind aber auf einem hohen Niveau», so Mathys. In den letzten drei Wochen hätten sich die laborbestätigten Fälle der Schweinegrippe in der Schweiz verzehnfacht, und zwar auf knapp 2000 Fälle.
«Wir hoffen, dass wir die Risikogruppen rechtzeitig impfen können», sagt Mathys auf den Vorwurf, dass die Impfaktion zu spät angelaufen sei.
Besonders betroffen sei das Tessin mit 86 und Genf mit 73Schweinegrippefällen. Das BAG glaubt, dass die Grippe-Welle zwei bis drei Monate andauern werde.
Impfungen ab 16. November
Insgesamt befinden sich laut Mathys wegen des Virus sechs Personen auf der Intensivstation. Wo genau diese im Spital liegen, wollte er nicht sagen.
Virginie Masserey, Leiterin Sektion Impfungen des BAG, sagt weiter, dass ab dem 16. November die Schweinegrippe-Impfstoffe in den Impfzentren der Kantone angeboten werden. Risikogruppen wie Schwangere und Kranke hätten Vorrang.
Bis jetzt sei es aber noch kein Thema, Massenveranstaltungen wie Konzerte abzusagen.
Schweinegrippe überrollt Armee
In der eben gestarteten Panzer RS in Thun ist ein Rekrut am H1N1-Virus erkrankt. 15 weitere Rekruten wurden negativ getestet und sind wieder bei der Truppe, bestätigte die Armee am Donnerstag einen Bericht der «Neuen Luzerner Zeitung». Nach dem Grippeverdacht waren auch seine 15 Zimmerkollegen vorübergehend von der Truppe getrennt worden. Ihre H1N1-Tests verliefen aber laut Brunner allesamt negativ, so dass sie wieder zur Truppe stossen konnten. Es dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein, bis das Virus sich weiter ausbreitet.
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