So
01
Nov
2009
Ukraine besonders von der Schweinegrippe betroffen
Bisher mehr als 50 Tote - Hilfszusagen aus Nachbarländern. In der Ukraine breitet sich die Schweinegrippe rasant aus. Die Zahl der Todesfälle stieg inzwischen auf 53, mehr als 180'000 Menschen sind an dem Virus erkrankt.
Die Ukraine ist wegen der Schweinegrippe im Ausnahmezustand. Die Epidemie breite sich in rasendem Tempo aus, sagte Präsident Viktor Juschtschenko. Die Zahl der Todesfälle stieg inzwischen auf 53, mehr als 180'000 Menschen sind an dem Virus erkrankt.
Nach Angaben des Kiewer Gesundheitsministeriums sind allein im Gebiet Lwiw im Westen des Landes mehr als 70'000 Menschen infiziert. Eine Delegation der Weltgesundheitsorganisation WHO will am Montag in die Region reisen, um sich ein Bild von der Situation in den Spitälern und den Ärztepraxen zu machen.
Militärärzte und Reservisten wurden aufgeboten, um sich um die wachsende Zahl an Patienten zu kümmern. Mehrere Länder, darunter Russland und die Slowakei, sagten der ehemaligen Sowjetrepublik Hilfe zu.
Leere Strassen, Schulen geschlossen
Das Fernsehen zeigte am Wochenende Bilder von leeren Strassen und Geschäften in den Grossstädten. Bereits am Freitag hatte die Regierung
landesweit alle Schulen und Kindergärten geschlossen. Zudem sind Veranstaltungen mit grösseren Menschenmengen, darunter Konzerte und Kinovorführungen, verboten.
Nach Panikkäufen in Apotheken waren in vielen Städten weder Schutzmasken noch Medikamente zu haben. Juschtschenko ordnete an, dass umgehend mehr Schutzmasken produziert werden müssten - der Bedarf liege bei einer Million Masken pro Tag.
Auch in Deutschland breitet sich die Schweinegrippe weiter aus. Im Süden des Landes wurden am Wochenende mehrere Handballspiele abgesagt, weil zahlreiche Spieler an der Schweinegrippe erkrankt sind.
Es bestehe akute Ansteckungsgefahr, teilte die Handball- Bundesliga-Vereinigung mit. Die Zahl der Schweinegrippe-Toten stieg landesweit auf sechs Personen.
Skepsis vor Impfung
In den Nachbarländern der Schweiz werden seit Tagen Menschen gegen die Schweinegrippe geimpft, etwa das Gesundheitspersonal oder ältere Personen.
Vielerorts ist die Skepsis gegen die Impfung aber gross.
Auch in der Schweiz, wo die Impfaktion Mitte November starten soll, haben sich erst wenige Personen dazu entschlossen, sich gegen das Virus impfen zu lassen: 86,4 Prozent der Befragten gaben in einer Umfrage im Auftrag von «SonntagsBlick» und «il caffè» an, sie wollten sich nicht vorsorglich impfen lassen. Der kleine Rest weiss es noch nicht.
Vor Reisen in ferne Länder sind 42,2 Prozent bereit, sich impfen zu lassen. Fast 60 Prozent der Befragten glauben, die Behörden hätten ihre Warnungen vor der Schweinegrippe übertrieben.
(NZZ)
