Fr

30

Okt

2009

H1N1: Schwangere auf Intensivstation

Im Wiener Hanusch-Krankenhaus kämpft eine junge Frau mit H1N1-Infektion auf der Intensivstation ums Überleben.

PandemieSet, Schweinegrippe, Pandemie, Pandemie Set, PandemieSet, Pandemie Paket, Pandemie Kit, Pandemie Schutz, Pandemie Plan, Pandemieplan Schwere Lungenerkrankungen löst die Neue Grippe bei einem Teil der Patienten aus – Schwangere haben ein zehnfach erhöhtes Risiko

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Erstmals in Österreich ist jetzt auch eine Schwangere von einem schweren Verlauf der Schweinegrippe betroffen: "Wir haben in unserem Spital eine schwangere Patientin, die auf der Intensivstation behandelt werden muss", bestätigte Freitagnachmittag der Ärztliche Direktor des Wiener Hanusch-Krankenhauses, Univ.-Prof. Klaus Klaushofer, dem KURIER. Für die Frau und das ungeborene Kind besteht Lebensgefahr. "Wir hoffen alle, dass das gut ausgeht."

 

Details wollte Klaushofer keine nennen: Nach Informationen aus Ärzte-Kreisen hat die H1N1-Infektion bei der Schwangeren aber zu einer schweren Lungenerkrankung geführt - ähnlich wie auch bei dem elfjährigen Mädchen in Innsbruck und einem weiteren Patienten in Salzburg. Deshalb muss sie auch beatmet werden.

 

Experten der Weltgesundheitsorganisation WHO erklärten Freitag, dass Schwangere nach einer H1N1-Infektion ein zehnfach so hohes Risiko haben, auf einer Intensivstation betreut werden zu müssen, wie die Gesamtbevölkerung. Ihr Immunsystem ist durch die Schwangerschaft heruntergefahren. "Und das H1N1-Virus setzt sich dann offenbar besonders leicht tief in der Lunge fest", so ein Arzt.


In Lebensgefahr schwebt in Salzburg auch ein 41-jähriger Mann aus Bayern. Er wollte die Grippe einfach aussitzen, trotz klarer Symptome ging er eine Woche lang nicht zum Arzt.

Als sich sein Zustand zusehends verschlechterte, brachte ihn seine Frau schließlich in die Notaufnahme nach Salzburg. Dort bekam der Mann plötzlich Atemnot und musste sofort intubiert werden. Die Ärzte stellten bei dem Deutschen neben der Grippe eine schwere beidseitige Lungenentzündung fest. Zum H1N1-Virus hatte sich eine schwere bakterielle Infektion gesellt.

 

Der Patient - er ist stark übergewichtig, was als H1N1-Risikofaktor gilt - muss zusätzlich mit Antibiotika behandelt werden. "Sein Zustand ist kritisch, hat sich aber am Freitag etwas stabilisiert", berichtet Oberarzt Johann Altenberger von den Salzburger Landeskliniken. Er rät eindringlich, bei Symptomen sofort den Hausarzt zu kontaktieren.
» Hintergrund: Wer braucht die Grippeimpfung?


Unverändert dramatisch ist auch der Zustand jener elfjährigen Südtirolerin, die seit einer Woche auf der Intensivstation des Kinderzentrums in der Innsbrucker Klinik versorgt wird. Aufgrund eines anhaltenden Lungenversagens kann das Kind nur mithilfe einer Maschine mit Sauerstoff versorgt werden.

Das deutsche Robert-Koch-Institut bezeichnet die schweren Krankheitsverläufe bei einer geringen Anzahl an Patienten als "besorgniserregend". Bei der saisonalen Influenza sei dieser schwere Verlauf "so nicht bekannt". Laut WHO verschlechtert sich der Zustand dieser Patienten drei bis fünf Tage nach dem Auftreten der ersten Symptome dramatisch. Bei vielen komme es dann innerhalb von 24 Stunden zu einem Lungenversagen. Der Großteil der Patienten erkrankt allerdings auch weiterhin nur mild.

 

Starke Ausbreitung
Europaweit scheint eine erste große Schweinegrippe-Welle unmittelbar bevorzustehen: In vielen Ländern haben sich die Erkrankungszahlen in den vergangenen Tagen stark erhöht. In Österreich gab es vom 23. bis 30. 10. 72 Neuerkrankungen - etwa zehn pro Tag. In den Wochen davor waren es täglich nur ein bis zwei. Tirol war am stärksten betroffen.
(Kurier)

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