Di
27
Okt
2009
Schweinegrippe verunsichert Premier League
Sam Allardyce, Trainer der Blackburn Rovers, fürchtet, dass seine Spieler bei der 0:5-Niederlage gegen Chelsea Akteure der Blues mit dem H1N1-Virus angesteckt haben.
Fürchtet um die Gesundheit: Blackburn-Trainer Sam Allardyce vermutet, dass seine Spieler Chelsea-Profis mit dem Schweinegrippe-Virus angesteckt haben. Bild: Reuters
David Dunn und Christopher Samba verpassten am Samstag die Partie der Rovers an der Stamford Bridge. Zwei Spieler, so hatte Blackburns Trainer Allardyce erklärt, seien an Schweinegrippe erkrankt. Dazu seien weitere zwei Mitglieder des Staffs, darunter auch der Teamarzt, mit dem leicht übertragbaren Virus infiziert.
Allardyce glaubt nun, dass sich die Krankheit auch auf Chelsea-Spieler übertragen hätte. «Daran gibt es keinen Zweifel. Wenn man es von medizinischer Seite her betrachtet, dann handelt es sich ja um einen ansteckendsten Virus, den wir je hatten. Aber sie werden es nicht stoppen, oder?», so der Blackburn-Trainer, der dem Verband vorwirft, nachlässig zu handeln.
Portsmouth installierte Desinfektionsmittel-Spender
Bei Chelsea ist man derweil nicht beunruhigt. Die medizinische Abteilung habe alles im Griff. Auch bei anderen Vereinen dominiert die Gelassenheit. Ein Sprecher von Stoke City erklärte, «die Spieler machten alle die routinemässige Grippeimpfung», und bei Aston Villa beaufsichtige man die Situation täglich. Auf dem Trainingsgelände von Portsmouth wurden Spender mit Desinfektionsmittel montiert.
Auch im Verband sieht man sich nicht zum Handeln gezwungen. «Die Premier League will sich nicht festlegen lassen, ob vielleicht ein Spiel einmal verschoben werden muss», erklärte ein Sprecher gegenüber «The Times». Die Teams müssten für eine Verschiebung beweisen können, dass sie nicht mit ihrem Kader der ersten Mannschaft diese Partie bestreiten könnten.
Arzt gibt Entwarnung
2006 musste Tottenham zum Premiership-Spiel gegen West Ham United antreten, obwohl sich zehn Spieler wegen Übelkeitsanfällen krank meldeten. Sollte sich die Situation in den nächsten Wochen verschärfen, behält sich die Premier League vor, Spiele nicht nur zu verschieben, sondern Partien auch vor leeren Rängen auszutragen.
Entwarnung gab auch der englische Arzt, Mark Porter, der «The Times» mit medizinischer Beratung zur Seite steht. «Ein paar Minuten im Spielertunnel und 90 Minuten auf dem Feld an der frischen Luft bringt nicht den engen Kontakt, der für eine Übertragung des Virus nötig ist. Ich hatte Familien, die unter dem gleichen Dach lebten und wo sich nur einer mit dem Virus infizierte.»
