So

25

Okt

2009

Nationaler Notstand wegen Schweinegrippe in den USA

Präsident Barack Obama hat wegen der steigenden Zahl von H1N1-Erkrankungen vorsorglich den nationalen Notstand erklärt...

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Dies sei geschehen, um Krankenhäusern die Möglichkeit zu geben, Noteinrichtungen für die Behandlung von Patienten zu schaffen, die an Schweinegrippe erkrankt sind, teilte das Weiße Haus mit. Die Notstandserklärung, die der Präsident unterzeichnete, erlaubt gewisse Ausnahmeregelungen zur Patientenversorgung in Krankenhäusern, um Engpässe bei der Behandlung von Kranken zu verhindern. Zum Beispiel darf Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius nun Krankenhäusern gestatten, in Schulen oder Gemeindezentren Lazarette für Patienten einzurichten, die an der neuen Grippe erkrankt sind. Bislang haben einige Krankenhäuser in Bundesstaaten wie Texas und Tennessee auf ihren Parkplätzen Zelte aufgestellt, in denen Patienten mit Verdacht auf Schweinegrippe untersucht und behandelt werden. Dies geschieht, um eine Ansteckung anderer Krankenhauspatienten zu vermeiden.

 

Regierungsvertreter sagten, bei der Notstandserklärung handle es sich um eine Vorsichtsmaßnahme. „Dies ist keine Reaktion auf irgendeine neue Entwicklung", teilte ein Sprecher des Weißen Hauses mit. Derweil verzeichnet die amerikanische Gesundheitsbehörde „Centers for Disease Control and Prevention" (CDC) einen raschen Anstieg von H1N1-Erkrankungen. Zugleich gibt es erhebliche Verzögerungen bei der Auslieferung von Impfstoff. 46 der 50 Bundesstaaten melden mittlerweile einen großflächigen Ausbruch von Influenza-Erkrankungen, die die saisonale Grippe und die Schweinegrippe einschließen. Derart viele Berichte seien beispiellos, kommentierten die CDC die Zahlen.

 

Impfprogramm lief nur schleppend an

Nach offiziellen Schätzungen sind bislang mehr als 1000 Menschen in den Vereinigten Staaten an der Schweinegrippe gestorben. Mehr als 20.000 Patienten mussten in Krankenhäusern behandelt werden. Trotzdem lief das ehrgeizige Impfprogramm, für das die Regierung Obama mehr als zwei Milliarden Dollar ausgegeben hat, am Wochenende nur schleppend an. In vielen Orten wurden Menschen, die stundenlang auf eine Impfung gewartet hatten, nach Hause geschickt, weil nicht genügend Impfstoff vorhanden war. Bis zum vergangenen Freitag war nur etwas mehr als die Hälfte des Impfstoffs in Lagerhäusern angekommen, den die Regierung bis zum Ende dieses Monats anschaffen wollte. Von den geplanten 28 bis 30 Millionen Dosen konnten bislang nur 16 Millionen Dosen geliefert werden. Ursprünglich hatte die Regierung bis Ende Oktober 30 bis 40 Millionen Dosen bereithalten wollen. Doch dauert die Produktion länger als erwartet. In manchen Bundesstaaten war die Nachfrage zehn Mal so groß wie die Menge, die geliefert wurde.

 

(FAZ)

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