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21

Okt

2009

Was Sie jetzt über die Impfung wissen müssen (Blick)

Was ist nun schlimmer: H1N1 oder saisonale Grippe? Brauchts da gegen eine, zwei oder gar keine Impfung? BLICK beant wortet die wichtigsten Fragen.

Schützen Sie sich

OHNE Gesundheitsrisiko

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Schweine- und normale Grippe: Wogegen soll ich mich impfen?
Für die saisonale und die Schweinegrippe braucht es unterschiedliche Impfungen. Wer sich gegen beides schützen will, sollte zwischen den Impfungen auf jeden Fall drei Wochen verstreichen lassen. Gegen die normale Grippe reicht eine Spritze beim Hausarzt. Gegen die Schweinegrippe wurden vor kurzem noch zwei Dosen im Abstand von drei Wochen empfohlen. Jetzt geht die WHO davon aus, dass eine Dosis genügt. In der Schweiz wird dazu die Empfehlung des Schweizerischen Heilmittelinstitutes Swissmedic abgewartet. Diese folgt wahrscheinlich nächste Woche.

 

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Impfung?
Gegen die normale Grippe sollte man sich jetzt beim Hausarzt impfen. Anders bei der Schweinegrippe: Zwei vorgesehene Impfstoffe werden derzeit von Swissmedic geprüft. Bis Anfang November sind die Abklärungen abgeschlossen - dann gehts los. Die Schweinegrippe-Präparate unterscheiden sich nur in der Herstellung. Aber: Die darin enthaltenen Wirkstoffverstärker sind umstritten. Impf-Kritiker befürchten, dass diese das Abwehrsystem überreizen. In Deutschland gibt es deswegen derzeit gros sen Aufruhr: Politiker liessen sich mit dem angeblich besseren Impfstoff ohne Wirkstoffverstärker versorgen, die Öffentlichkeit protestiert. Dieses Problem hat die Schweiz nicht: Alle voraussichtlich zum Einsatz kommenden Präparate enthalten Verstärker - bei einem sind sie allerdings noch nicht beigemischt. «Wir entscheiden bis nächste Woche, ob kleine Kinder oder Schwangere ohne Wirkstoffverstärker geimpft werden sollen», sagt Joachim Gross von Swissmedic.

 

Wer soll sich Impfen lassen?
Auf jeden Fall die Risikogruppen: Für die saisonale Grippe sind das Menschen über 65, Immungeschwächte und chronisch Kranke. Bei der Schweinegrippe gehören zu dieser Gruppe auch Schwangere. Werner Wunderli, stellvertretender Leiter am Institut für Medizinische Virologie in Zürich, geht noch weiter: «Man sollte sich schon aus Solidarität freiwillig impfen lassen. Denn es geht nicht nur um den eigenen Schutz, sondern wegen der hohen Ansteckungsgefahr auch um den Schutz der anderen.»

Was kostet die Impfung?
Die Impfung gegen Schweine grippe ist kostenlos, der Bund hat mit den Herstellern Verträge für 13 Millionen Impfdosen abgeschlossen. Die Abgabe ist kantonal geregelt und erfolgt via Impfzentren und Hausarzt. Für die saisonale Grippe ist der Hausarzt zuständig (ab 25 Franken). Bei über 65-Jährigen und chronisch Kranken zahlt die Grundversicherung.

 

Müssen wir eine grosse Grippe-Epidemie fürchten?
Zwar wurden in der vergangenen Woche nur 28 neue Schweinegrippe-Fälle registriert. Die Ärzte zählten aber deutlich mehr Grippepatienten als im Vorjahr. Der grippeintensive Herbst hat laut Jean-Louis Zürcher vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) mit der Schweinegrippe zu tun. Er vermutet, dass fast alle Grippepatienten, die einen Arzt aufsuchten, an der Schweinegrippe leiden. Aus Kostengründen wird bei leichten Fällen aber nicht getestet. Das BAG warnt darum weiterhin: «Die Schweinegrippe-Pandemie wird kommen.»

 

Was ist mit Tamiflu?
Das Mittel schützt nicht vor Ansteckung und wird erst zur Behandlung eingesetzt. Tamiflu sollte nur auf Verordnung des Arztes eingenommen werden.

Wie kann ich mich vor einer Ansteckung schützen?
Entscheidend ist die Hygiene - egal, bei welchem Grippe-Virus. Deshalb Hände regelmässig gründlich mit Seife waschen, immer ins Taschentuch niesen und es danach entsorgen.

 

Wie kann ich vorbeugen?
Immunsystem stärken! «Neben gesunder Ernährung mit viel Früchten und Gemüse sollte man den Körper möglichst wenig belasten», empfiehlt BLICK-Ernährungsberaterin Helena Kistler-Elmer. «Also genügend schlafen, Ruhepausen einschalten und Stress vermeiden.» Aus serdem zwei bis drei Liter Wasser am Tag trinken.

 

Falls die Impfung zu spät kommt: Wie lassen sich die Grippe-Arten unterscheiden?
Fieber über 38° C, Gliederschmerzen, Husten, Halsweh, Schwindelgefühl oder Atembeschwerden sowie Durchfall oder Erbrechen: Beide Grippen haben dieselben Symptome. Deshalb weiss man bei Patienten nicht, ob sie unter einer saisonalen oder unter Schweinegrippe leiden. Aber: Die Schweinegrippe ist aggressiver und ansteckender, und Menschen sind noch nicht immun dagegen. Das könnte der Grund dafür sein, weshalb sich jüngere Menschen häufiger anstecken. «Ältere Menschen wurden im Leben mit mehr Krankheitserregern konfrontiert und haben deshalb eine bessere Rest-Immunität», glaubt der Virologe Werner Wunderli.

 

Wie kuriere ich mich richtig?
Bei Grippesymptomen zu Hause bleiben und sich vollständig auskurieren. Meist verläuft eine Erkrankung unkompliziert - auch die Schweinegrippe. Achtung: Wer zu den Risikogruppen gehört oder schwere Symptome (Atembeschwerden, sehr hohes Fieber) hat, sollte sofort einen Arzt kontaktieren.

(Blick)

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