Mo
19
Okt
2009
DRS 1 Bericht zur Schweinegrippe Anhören
Sendung DRS 1/2 hier nachhören: "Während die Nachbarländer in wenigen Tagen mit der Massenimpfung gegen die Schweinegrippe beginnen, ist in der Schweiz noch offen, wann der Impfstoff zugelassen wird...."
Die Schweinegrippe ist zwar aus den Schlagzeilen verschwunden, doch die Gesundheitsbehörden warnen davor, sie voreilig abzuschreiben. Beim Bundesamt für Gesundheit rechnet man damit, dass die Grippe-Saison jetzt beginnt und sich die Schweinegrippe in den nächsten Woche auch in der Schweiz wieder ausbreiten wird.
Impfstoff noch nicht zugelassen
Noch hat das Heilmittelinstitut Swissmedic keinen Schweinegrippe-Impfstoff zur Anwendung zugelassen - anders etwa als in Frankreich oder Deutschland, wo die Impfung noch diese, respektive nächste
Woche in Angriff genommen wird.
In der Schweiz werde die Impfkampagne wohl in der ersten Hälfte November gestartet, wie der Pandemie-Spezialist im BAG, Patrik Mathys, gegenüber Schweizer Radio erklärte. Die Imfpung wird freiwillig und gratis sein. Zuerst werden Ärzte und Pfleger, dann Risikogruppen und zuletzt die übrige Bevölkerung geimpft.
Impfstoff-Verträglichkeit genau beobachten
Um die neuen Impfstoffe gegen die Schweinegrippe zu überwachen, führt Swissmedic ein Online-Portal ein, das während der Dauer der Impfkampagne in Betrieb sein soll. Auf diese Weise sollen Risiken
und Probleme bei speziellen Patientengruppen wie Kleinkindern und Schwangeren frühzeitig erfasst werden.
Das Heilmittelinstitut werde in diesem Portal laufend über den aktuellen Stand der Überwachung der Grippeimpfstoffe informieren, so das BAG. Das Portal soll vor allem von Ärztinnen und Ärzten sowie Apothekerinnen und Apothekern genutzt werden. Eine Direktmeldung durch Patienten ist nicht vorgesehen.
Kosten von total 130 Millionen
Der Bund hatte seinerzeit insgesamt 13 Millionen Dosen Pandemie-Impfstoff gekauft, Kostenpunkt 84 Millionen Franken. Damals ging man davon aus, dass für die Schweinegrippe eine zweimalige Impfung
nötig ist.
Kürzlich gab die Weltgesundheitsorganisation WHO allerdings bekannt, dass, zumindest für einen Teil der Risikogruppen, eine einmalige Impfung genüge. Die Schweiz wird ihren zuviel georderten Impfstoff allerdings nicht vernichten. Falls etwas übrigbleibe, werde der Impfstoff wohl einem Entwicklungsland zur Verfügung gestellt, so Patrik Mathys.
Die Gesamtkosten für die Schweinegrippe-Impfaktion in der Schweiz werden auf rund 130 Millionen Franken geschätzt. (pet, maup)
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