Do
15
Okt
2009
Händewaschen nur unter Beobachtung
Auch wenn sie sich damit vor der Schweinegrippe schützen könnten: Viele Menschen waschen sich nach dem Toilettengang nur die Hände, wenn sie sich kontrolliert fühlen.
Nur jeder dritte Mann wäscht sich nach dem Toilettengang die Hände
Jedes Jahr sterben eine Million Menschen an Durchfallerkrankungen oder Atemwegsinfektionen. Händewaschen mit Seife ist der billigste und beste Weg diese Krankheiten zu kontrollieren. Zudem
schützt die richtige Handhygiene davor, dass sich Grippeviren und häufige Krankheitskeime ausbreiten. Auch könnte vermehrtes Händewaschen das als Schweinegrippe bekannte Virus A/H1N1
eindämmen.
Doch viele nehmen es mit der Handhygiene nicht so genau. Wissenschaftler der London School of Hygiene & Tropical Medicine haben an öffentlichen Toiletten das Waschverhalten von Menschen
untersucht. Sie beobachteten eine Viertel Million Toilettengänger und fanden heraus, dass nur 32 Prozent der Männer und 64 Prozent der Frauen ihre Hände mit Seife wuschen.
Um herauszufinden, welche Art von Aufruf zum Händewaschen die größte Wirkung zeigt, montierten die Wissenschaftler am Eingang der Toiletten LED-Tafeln mit unterschiedlichen Nachrichten und beobachteten das Verhalten der Toilettenbenutzer. Die Mitteilungen reichten von „Wasser tötet Bakterien nicht, Seife tut es" bis „Sei kein schmutziger Seifenschwindler". Das Ergebnis: Wenn sie sich beobachtet fühlten, achteten die Menschen am ordentlichsten auf die Hygiene. Der Spruch „Wäscht die Person neben dir die Hände mit Seife?" war der effektivste.
Männer und Frauen reagieren anders
Zudem gab es verblüffende Geschlechterunterschiede bezüglich des Verhaltens: Während Frauen am stärksten auf Mahnungen reagierten, wuschen sich Männer eher die Hände, wenn die Aufrufe an den LED-Wänden Ekel vor den Keimen hervorriefen, wie zum Beispiel: „Seif sie ab, oder iss sie später".
Mit ihrem Ergebnis erhoffen sich die Wissenschaftler einen größeren Erfolg von Gesundheitskampagnen. Wenn man wisse, welche Aufrufe im realen Umfeld am effektivsten seien, könnte man sicherstellen, dass eine Kampagne auch funktioniere, bevor man umsonst viel Geld ausgibt, erklärte Robert Aunger, der Leiter der Studie. Seine Kollegin Gaby Judah betonte besonders die Bedeutung ihrer Untersuchung vor dem Hintergrund des internationalen Tags des Händewaschens am 15. Oktober.
(Focus)
Die Schweizer Nr. 1 für PandemieSets
Pandemie Vorsorge für
Firmen und Private

